Archiv: August 2008

Hitdorf zu Langenfeld / Freier Rheinzugang für alle Rheinländer

10.08.2008 Allgemein, Nonsens Keine Kommentare

Anlässlich von Radtouren zum Rhein wird seitens der Langenfelder immer wieder der freie Zugang der Stadt zum Rhein eingefordert. In aller Regel tauchen zur Durchsetzung dieses Ziels dann etwa Gedankenspiele auf, Monheim einzuebnen und in einen Hafen für Langenfeld zu verwandeln. Unabhängig von moralischen Bedenken so zu verfahren, wird bei solchen Vorschlägen trotz der Bonität Langenfelds und der maroden Finanzlage Monheims jedoch unsere Wirtschaftskraft weit überschätzt.
Weitaus sinnvoller dagegen wäre die Ausgemeindung Hitdorfs aus Leverkusen, das ohnehin mangels Masse dem schönsten Stromabschnitt zwischen Amsterdam und Königswinter nur ein Stiefmütterchendasein zumuten kann, verbunden natürlich mit der nachfolgenden Eingemeindung Hitdorfs zu Langenfeld. Betrachtet man sich hierzu den Verlauf der B 229, der alten Fernhandelsstrasse vom Hitdorfer Hafen über Langenfeld ins Bergische, erhielte eine solche Verbindung Hitdorfs nach Langenfeld eine schon Jahrhunderte währende, geschichtliche Dimension. Nehmen wir den Langenfelder Ortsteil Neurath mit hinzu (siehe Widdauen), offenbar erstmals urkundlich im Jahre 904 erwähnt und an der Stadtgrenze zu Hitdorf gelegen, bekäme diese Verbindung auch noch eine enge räumliche Dimension. Es sind ja von Neurath bis zum Rhein nur gut zwei Kilometer. Darüber hinaus war und ist Hitdorf schon immer über die Langenfelder Vorwahlnummer zu erreichen gewesen, sodass überdies noch eine fernmeldehistorische Dimension dazukäme, nicht zu unterschätzen in einer Stadt wie Langenfeld mit Traditionspaar „Postillion und Christel von der Post“.
Sprechen wir jetzt noch über unsere Gefühle: Welcher Langenfelder liebte nicht den Rhein, dazu den schönsten Stromabschnitt zwischen Amsterdam und Königswinter? Und welcher Hitdorfer käme nicht gerne zum Bummeln nach Langenfeld, sodass zu guter letzt auch noch Liebe hinzuträte. Was also hält Euch noch in dieser tristen Malocherstadt, in Leverkusen, liebe Hitdorfer, das schon Opladen gegen die Wand gefahren hat?
Und noch eins: Hand aufs Herz liebe Hitdorfer – den einen oder anderen EURO aus Langenfeld zur weiteren Verschönerung Eures Ortsteils nähmt Ihr doch auch gerne entgegen? In diesem Zusammenhang fällt mir im Übrigen als Erstes die „Fritz Middelanis“ ein (wohl nach einem Leverkusener Architekten benannt), dieser stinkende, alte Dieseldampfer nach Langel, schon längst in die Jahre gekommen, er wäre doch eher als Restaurantschiff im Hafen eine Attraktion. Hitdorf braucht auch eine neue Fähre, eine solche wie die zwischen Kaiserswerth und Meerbusch-Langst, eine solche, die auch das Gütesiegel „Schnellfähre“ verdient. Soll denn Euer Entrée in die Welt noch weitere fünfzig Jahre fahren? Einen Namen für eine neue Fähre hätte ich schon parat: „Hans Litterscheid“, über zwanzig Jahre Bürgermeister der Stadt Langenfeld und als Landtagsabgeordneter für beide Orte tätig. Er, der den Spagat zwischen Kommunalpolitik und hoher Landespolitik wie kein zweiter meisterte, wäre der richtige Namenspatron für diesen wichtigen Fährverbindungs-Brückenschlag ins linksrheinische Köln.
Lasst uns deshalb gemeinsam die Parole vortragen: „Fritz Middelanis“ war Gestern, „Hans Litterscheid“ ist Morgen!!“  [10. August 2008]