Archiv: Dezember 2008

Zum Namen Gravenberg

11.12.2008 Namen und Deutungen Keine Kommentare

Nicht allein seine Zugehörigkeit zum Gebiete des Hauses Graven dürfte zu dem Namen geführt haben, der heute von einem Hotel sowie den Kickern des SV Gravenberg 06 (früher TBV Landwehr) aufrecht erhalten wird. Meines Erachtens könnte dort eine dritte Soldateska, und zwar mit Männern des einheimischen Adels, gewartet haben, dem Erzbischof und seinen Männern den Goldschatz aus dem versenkten Schloss wieder abzujagen. Dann hätte der hiesige Volksmund mit dem Gravenberg (eigentlich ja dem Wenzelnberg) einen weiteren Ort mit einem Namen belegt, um die Ereignisse aus dem Jahre 973 nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. (Ein Ort neben dem Kellerhansberg für einen vermutlich ebenfalls getöteten Begleiter des ermordeten kaiserlichen Abgesandten, nämlich einen Mann mit Namen Keller, Hans).
Die Wirren des 30-jährigen Krieges (1618 – 1648) könnten im Übrigen den tiefen Grund darstellen, warum wir von damals nur so wenig berichtet bekommen haben. Immerhin dauerte der Krieg für damalige Verhältnisse fast ein Menschenleben lang und er kostete in Deutschland – sage und schreibe – 50% der gesamten Bevölkerung das Leben. Es war im Übrigen der grausamste Krieg, den Europa je gesehen hat, schlimmer noch als der erste oder der zweite Weltkrieg.
Zu Ihrer Erinnerung: Der 30-jährige Krieg wütete fast ausschließlich in Deutschland. Er wurde von zumeist fremdländischen Truppen (Franzosen, Spanier, Schweden) im Namen des Glaubens geführt und nahm mit dem Prager Fenstersturz seinen Anfang.

[Die voran gestellten Überlegungen stammen unter anderem aus einem Dossier für die Ratsdamen und -herren anlässlich der Veröffentlichung der 3. Auflage der Sage(n) vom versunkenen Schloss im Jahre 2003.]