Archiv: August 2010

EPOC / Wikipedia /Wissensspende

10.08.2010 Allgemein, Privates Keine Kommentare

Hinsichtlich ihres gemeinsamen Aufrufes mit Wikipedia, Fachwissen zu spenden, seien mir einige Anmerkungen gestattet.

Gerne genommen wurde mein Wissen um die Stadtgeschichte Langenfelds, dazu Fotos zur Illustration. Abgefunden habe ich mich zudem von vornherein, dass meine Arbeiten „Gemeineigentum“ werden und nun von jedem X-beliebigen weiter bearbeitet werden dürfen. Was mich allerdings verärgerte, war, dass meine Ausarbeitungen zum Thema Mystik als „Substanzlos“ verworfen wurden. Immerhin bin ich Mystiker, habe meine existenzielle Sinnkrise mit mir alleine ausgefochten und dabei den Weg mancher Dichter und Denker sowie einiger Religionsstifter beschritten. Um nun keinesfalls in den Verdacht zu geraten, völlig spinnerte Thesen zu vertreten, belegte ich meine Ausführungen mit Textfundstellen. Darüber hinaus zeigte ich auf, wie Religionen aus Wegen zur vertieften Selbsterkenntnis entwickelt wurden und sich das Wissen der Religionsstifter in einem Kontext begreifen lässt. Zudem legte ich dar, dass bereits die alten Chinesen dieses Wissen besaßen. „Substanzlos“ war das kurze Urteil, meine Beiträge wurden vernichtet, sogar meine private Benutzerseite wurde nicht verschont.

Dabei hilft Borniertheit nicht, die Angesprochenen schneiden sich nur ins eigene Fleisch. Goethe im Faust, 2. Teil: „Sprich nur Dich selbst aus, wird schön Rätsel sein. Versuch einmal, Dich innigst aufzulösen, dem frommen Manne nötig wie dem Bösen. Dem ein Plastron, asketisch zu rapieren, Kumpan dem anderen, Tolles zu vollführen und beides nur, um Zeus zu amüsieren.“ „Dem frommen Manne nötig wie dem Bösen“, wenige Worte, die den Verstand jedes halbwegs denkenden Lesers erreichen sollten. Natürlich bedarf es in einem Lemma dann hierzu noch einiger Erläuterung. Wer aber bitte soll das leisten, wenn nicht jemand, der das Beschriebene selbst erlebt hat?

Wikipedia hat sich auf die Fahne geschrieben, alles Wissen allen zugänglich zu machen. Das ist eine in jedem Falle unterstützenswerte Idee, weshalb ich mich gerne bemühte, mein (sehr seltenes) Spezialwissen einzubringen. Auch auf meinen Websites gebe ich diese Einsichten kostenfrei weiter. Die derzeitige Situation bei Wikipedia jedoch ist, dass einige Einfältige vor Ihren PC’s hocken, weder mit sich noch mit den Themen etwas anzufangen wissen und „Artikel bewachen“, die aus zwei, drei dümmlichen Sätzen bestehen. Mit ist natürlich klar, dass man bei Wikipedia das Problem erkannt hat und sich deshalb an das Fachpublikum wendet. Allerdings darf man sich dort nicht der trügerischen Hoffnung hingeben, dass damit die selbsternannten Gralshüter ihr nichtsnutziges Tun einstellen werden.

Ich für meinen Teil werde jedenfalls keine Arbeiten mehr Wikipedia zur Verfügung stellen.  (Hinweis aus 2012: Da hatte ich nach viel Arbeit ohne Anerkennung „den Papp auf“.)