Archiv: September 2014

Die Wikinger und eine Markgrafschaft?

28.09.2014 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Wikingerhäuser in Haithabu

Nachbau einiger Häuser der Haupthandels-Metropole der Wikinger

Von den sogenannten Fachleuten gerne in Abrede gestellt, wird die Annahme des ersten Stadtchronisten Langenfelds, der 1963 behauptete, Richrath sei einst Markgrafschaft gewesen. Baron von Galera wird wohl auf ihm zugängliche Quellen bzw. Privatarchive des lokalen Adels zurückgegriffen haben. Vielleicht hatte er auch Informationen, die mündlich in seiner Familie weitergegeben wurden. Wir wissen es nicht. Jedenfalls nahm er nicht nur eine Markgrafschaft für Richrath an, sondern zugleich war die Motte Virneburg für ihn eine vor 960 existierende Größe, wie es die Karte in seiner Schrift zur Stadtgeschichte aus eben dem Jahr 1963 ausweist. Die Virneburg war meines Erachtens eine in eine germanische Ringwallanlage in Hapelrath hineingebaute Turmhügelburg, die möglicherweise planvoll versenkt wurde. Zu den Herren von Virneburg erfahren Sie überdies auf Interessantes auf der Seite „Argumente für einen Fundschatz„. Doch sei an dieser Stelle nicht zu viel und zu weit ausgeholt, ich möchte nicht gleich überfrachten. Meine Bilder aus Haithabu jedenfalls mögen Ihnen zunächst einen Eindruck von den mittelalterlichen Wohnverhältnissen außerhalb der römischen Einfluss-Sphäre vermitteln. Selbstredend bleibt es nicht bei der einfachen Darstellung der Häuser aus Hathabu, dafür schwirren mir bei jedem Häppchen Stadtgeschichte gleich weitere Informationen durch den Kopf (wie eben jene zur Markgrafschaft Richrath, zu Wikingerüberfällen bis nach Köln etc.). Lassen Sie sich auf dieser Webseite von den Bildern animieren und – besuchen Sie einmal Haithabu, Schleswig und vor allem das Schloss Gottorf mit seiner archäologischen Sammlung. Zu meinem „Besuch in Haithabu„.

Autor besucht Motte Lütjenburg

28.09.2014 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Frühmittelalterliche Festungskunst

Der Wehrturm der Motte Lütjenburg im Kreis Plön

Der Autor und Betreiber dieser Webseite nutzte seinen Jahresurlaub in Schleswig-Holstein, den Nachbau der Turmhügelburg Lütjenburg im Kreis Plön zu besuchen. Jede Menge Bilder und interessante Einblicke in das Leben der Burgherren des frühen Hochmittelalters waren als Ausbeute zu verzeichnen. Was es mit Motten (Turmhügelburgen) und der hiesigen Sage vom versunkenen Schloss auf sich hat, warum die Namen Möckenburg und Virneburg wohl keine Bauernhöfe bezeichneten und was wir für die Stadtgeschichte deshalb mitnehmen dürfen, erläutert der Artikel „Ritter Pitter in der Lütjenburg„.

Haus Arndt

13.09.2014 Allgemein, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Unser Stammquartier der IG-KLM

Das Domizil der Künstlergruppe Falter, die vom Betreiber der Webseite am 5.9.2012 gegründet wurde.

Obwohl sich am Haus die Jahreszahl 1667 fand, ist die Existenz des Hauses Arndt erst aus einer Karte aus dem Jahre 1810 gesichert. Es wird zumindest bereits 1809/10 bestanden haben. Die Annalen der Besitzerfamilien indes reichen weiter zurück, sodass ein längeres Bestehen am Ort nicht auszuschließen ist. Ursprünglich war das Haus landwirtschaftlich genutzt. Heute ist im Haupthaus ein gatronomischer Betrieb, in einem Seitengebäude (zeitweilig Schreinerei / Pferdestall) eine Weinhandlung untergebracht. Die rechts des Hauses gelegenen ehemaligen Stallgebäude mussten bereits in den 1960er Jahre Garagen weichen. Sie sind seit 1984 nicht mehr vorhanden und bieten somit einen Durchgang zum Marktplatz. Der heutige gastromische Betrieb „Haus Arndt“ verfügt über zwei Terrassen, rückwärtig über eine gepflasterte, vor dem Haus liegt sie im ehemaligen Vorgarten und stellt damit eine der wenigen nicht versiegelten Flächen in der Innenstadt dar.

Haus Arndt lag im Übrigen an einer von nur vier Bachbrücken im Stadtgebiet und zugleich an einem der drei alten Fernhandelswege. Der älteste war der Mauspfad, ein in Langenfeld seit der Bronzezeit nachgewiesener Fußpfad durch das Stadtgebiet, der etwa Köln über weiter Butenweg, Hellweg und weitere Hansestraßen mit der Küste verband. Ab dem Mittelalter verband die spätere B 229 den Hitdorfer Rheinhafen mit Solingen. Solinger Stahlwaren traten ihren Siegeszug somit an Haus Arndt vorbei in die weite Welt an. Bei Haus Arndt war daher auch „zum Abkassieren“ des früher üblichen Wegezolls eine der Stationen im Stadtgebiet eingerichtet, an der das sogenannte „Barriere-Geld“ erhoben wurde und sich nur bei Zahlung die Schranke hob.

Verwundern darf es uns daher nicht, dass die Verbindung Bergisches Land und Hitdorfer Hafen (tatsächlich einst das Tor zur großen weiten Welt) uns dann wohl einen waschechten Solinger als Gastwirt im Haus Arndt beschert hat: Olaf Kohler. Einmal gar nicht am Rande notiert, sei ihm an dieser Stelle einmal für seine vielfältigen Unterstützungen der Künstlergruppe Falter gedacht, ohne die sich der Erfolg der Gruppe bei Weitem nicht so einfach gestaltet hätte.