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17+4 – Kruger und die Politik

03.09.2017 Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches, Weltgeschichte Keine Kommentare

17+4 – Kruger und die Politik heißt der neue Stadtkrimi aus Langenfeld. Und das ist der Inhalt:

17+4 - Kruger und die Politik

Die Autoren-Lesung in Haus Arndt am 12.09.2017

Nach Kurze Fuffzehn mit 15 Kurzkrimis ist 17+4 – Kruger und die Politik bereits das zweite Buch mit Stadtkrimis aus Langenfeld/Rheinland. Unter dem Titel ‚Kruger und die Politik’ enthält es in 17 Kapiteln den ersten „abendfüllenden“ Kruger-Krimi. Danach runden 4 weitere Kruger-Kurzkrimis den Band ab und erklären so den Titel des Buchs. Um Sie mit der Veröffentlichung nicht warten zu lassen, finden sich als Zugaben noch eine Kurzgeschichte mit Krugers Assistentinnen Pandora als ermittelnder Hauptperson sowie eine kurze Erzählung unter dem Titel: ‚Der fremde Arzt’.

Hintergrund der langen ‚Kruger und die Politik’- Erzählung ist, dass zum einen die Forderung nach einem längeren Stadtkrimi laut wurde. Zum anderen wollte man wegen der wechselnden Assistentinnen in den Kurzgeschichten Pandora einmal in einer tragenden Rolle sehen. Beiden Wünschen wurde hier Rechnung getragen, was andererseits bedeutet, dass alle Geschichten, Personen wie Handlungen, völlig frei erfunden sind. Wenn man sich im Übrigen als Autor mit Kenntnissen zur Stadtgeschichte und als ehemalig politisch Aktiver auf eine längere Geschichte einlässt, drängt sich das Thema ‚Politik’ auf. Dem mochte ich mich ebenso wenig wiedersetzen wie den Wünschen zum Fortgang der Kruger-Reihe, zumal sich auf diese Weise ganz nebenbei von der Kommunalpolitik bis in die göttliche Politik hinein alles Mögliche erörtern und erklären lässt.

Ein letzter Hinweis: Nicht alle drängenden Fragen können bereits beantwortet werden. So bleibt etwa offen, ob Pandora Kruger erst umbrachte oder ob man zuvor im ‚Antep Doi Doi‘ essen ging. Die vielen Auszeiten Pandoras wären ein weiteres Thema und es bleibt unbekannt, wann sich Bernd und Thomas das nächste Mal waschen dürfen.

17+4-Kruger-und-die-Politik

Neuer Stadtkrimi aus Langenfeld

17+4 – Kruger und die Politik können Sie als Buch oder Ebook erwerben bei Amazon.

Wegestundenstein

03.09.2017 Allgemein, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Als noch die Postkutsche durch Langenfeld rumpelte, vier Postlinien gab es übrigens einst, setzte man den Reisenden in gewissen Abständen je einen „Wegestundenstein“ zur Orientierung. Von Langenfeld nach Düsseldorf blieben 5 der Steine erhalten, die hier einmal vorgestellt sein sollen. Wie der geneigte Leser dann bemerken wird, nimmt man es – wieder einmal – in Langenfeld mit Geschichte nicht so genau.

1 Stunde noch bis Düsseldorf

Wegestundenstein an der Siegburger Straße

Die beiden Langenfelder Steine sind bekannt, weshalb ich mit dem ersten Wegestundenstein in Düsseldorf beginne. Er steht an der Siegburger Straße einen Steinwurf von der südlichen Düssel entfernt, die Wersten von Oberbilk und Eller trennt, auf dem Gelände der „Joseph-Beus-Gesamtschule.“ Der Wegestundenstein weist mit einer seiner vier Seiten zur Straße und verkündet dem Wanderer oder Reiter, dass er noch eine Wegstunde vor sich hat bis Düsseldorf.

Noch 2 Stunden bis Düsseldorf

Wegestundenstein an der Bonner Straße

Den zweiten Wegestundenstein finden wir auf der Bonner Straße an der Straßenbahnhaltestelle Am Trippelsberg.  Tatsächlich übrigens muss sich damals den „Tripplern“ dort eine minimale Erhöhung von 1-2 Metern über das ansonsten brettflache Geländeniveau gezeigt haben, die heute kaum mehr zu erahnen ist. Ansonsten wäre wohl niemand auf den Gedanken verfallen, in dem sanften Huckel einen Berg zu sehen. Dort liest der Vorbeikommende auf der Seite des Steins zur Straße, dass er noch zwei Stunden braucht bis Düsseldorf.

Noch drei Stunden bis Düsseldorf

Wegestundenstein an der Koblenzer Straße

Den dritten Wegestundenstein finden wir hinter Benrath, schon fast in Garath an der Koblenzer Straße, kurz vor der Kreuzung mit dem beliebten Second-Hand-Möbelhaus Troc. Dieser Stein zeigt zur Straßenseite die Information, dass es der Reisende noch drei Stunden bis Düsseldorf habe.

Nimmt man den ersten Wegestundenstein in Langenfeld dazu, der einst vor dem Probsthof, der ersten Postkutschenstation in Langenfeld stand, wissen wir, dass man von dort früher noch „vier Stunden bis Düsseldorf“ brauchte. Fährt man die Strecke heute in einer Stunde mit dem Fahrrad ab, sind es bei den durchschnittlichen 16  km/h jeweils 4 Kilometer zwischen jedem Stein. Bedeutet, dass die Leute früher 4 km die Stunde zurücklegten. Am Rande notiert, hier ein Link zu einer Ausarbeitung zu den einst pro Stunde zurückgelegten Entfernungen in Wikipedia.

Wegestundenstein ohne Funktion

Wegestundenstein vor dem Stadtmuseum

Dieser vorgenannte vierte Stein steht heute vor dem Stadtmuseum. Der fünfte und letzte Stein findet sich vor dem Schalenschneiderkotten im Volksgarten neben Haus Wagner. Dieser wurde umgesetzt und zeigt auf der Straßenseite 6,2 Stunden nach Duisburg, während die Angabe „5 Stunden nach Düsseldorf“ nach Süden gewendet ist. Man hat den Stein somit um 90 Grad versetzt wieder aufgestellt. Der Stein mit Angabe 4 Stunden steht ohnehin nur noch als bloße Zierde vor dem Stadtmuseum. So geht man in Langenfeld mit Geschichte um.

Falsch aufgestellter Wegestundenstein

Wegestundenstein im Volksgarten

Übrigens gibt es aktuell wieder einen Stein, der eine Kilometerangabe nach Düsseldorf trägt. Es handelt sich um den „Meilenstein“ des Bildhauers Hartmut Hegener, der hier bereits beschrieben wurde. Zwischen unseren beiden Wegestundensteinen zeigt er die Entfernung „18 km bis Düsseldorf“ an und bestätigt damit die Angaben auf den Wegestundensteinen. Ihr Link zum entsprechenden Blogartikel Meilenstein.

Meilenstein im Kreisverkehr

Kein Wegestundenstein, sondern Meilenstein mit Kilometerangaben

Ende der Religionen

20.01.2017 Stadtgeschichtliches, Weltgeschichte Keine Kommentare

Kommt irgendwann einmal das Ende der Religionen? Wenn man sich deren Verankerung in den Gesellschaften betrachtet, erscheint das unwahrscheinlich. Doch es gibt Möglichkeiten, die Entstehung der Lehren zu begreifen und vor allem das Leben der Stifter zu entzaubern. Dazu darf zunächst festgehalten sein, dass alle Ideologien auf die Verarbeitung von Lebenserfahrung (was auch sonst?) zurückgehen. Des Weiteren gab und gibt es nur zwei alte Wege, mit negativer Lebenserfahrung umzugehen, nämlich Mystik und Schamanentum.

Lebenserfahrungen und das Ende der Religionen

Weil es überdies immer wieder dieselben (Lebens-) Geschichten, nachfolgend dieselben Ansätze zur Aufarbeitung sind und waren, lässt sich jede Erfahrung – selbst Gotteserfahrung – nachvollziehen. Auf diese Weise gewinnt man vergleichbare Einsichten und ebensolche Lösungsansätze. Die Faustformel für den mystischen Weg: Prägende Erlebnisse (Mord, Totschlag, Notwehr, Abtreibung, Vergewaltigung, Seelenwanderung, Verlust naher Angehöriger, Prügel- und Krankheitserlebnisse, Nahtoderfahrungen etc.), haben nur eine Handvoll unterschiedlicher Erkenntnisse zur Folge. Alternativ reisen Schamen stattdessen mit ihrer Seele (fliehen vor sich selbst). Der Rest ist Okkultismus / Spiritismus, Esoterik oder Wissenschaft und Philosophie (Letzteres nennt sich der „moderne“, dritte Weg). Nicht selten sind und waren es allein rituelle Handlungen, die irgend etwas bewegen sollten. Mithin bleiben

  • Mystik
  • Schamanentum
  • Okkultismus / Spiritismus / Esoterik
  • Philosophie und/oder
  • Priesterliche Riten

übrig, die in wechselnder Zusammensetzung zu Glaubenslehren verwoben wurden. Die Untersuchung kann sogar über alle Zeiten und alle Kulturen hinweg vorgenommen werden, denn neben Religionsstiftern wie Paulus, Mohammed oder Buddha setzten sich immer ebenso „normale“ Leute mit ihrer Geschichte auseinander, Leute wie Du & Ich. Manche blieben „unentdeckt“, manche taten sich in ihrem Umfeld als Weise hervor, manche wurden Märchenerzähler und manche andere wurden Dichter & Denker. Mit dem Vergleich aller Auflösungsergebnisse geht es nun zunächst den Religionsstiftern und nachfolgend den Religionen selbst an den Kragen.

Ein gottgewolltes Ende der Religionen?

Es war offenbar Gottes Wunsch, der Menschheit mit Religionen eine beschleunigte Entwicklung zu schenken. So konnte man mit den Glaubenslehren und einem täglichem Gebet (statt eigener Bemühungen) „den lieben Gott einen guten Mann / eine gute Frau“ sein lassen. Statt seelischen Leids für eigene Erkenntnis gab es Raum und Zeit für technische, politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder sonst eine Entwicklung. Für das Seelenheil hatte man Vorbeter, Imame, Priester oder Mönche, die sich für Geld um jedermanns Heil zu bemühen hatten. Da wir allerdings inzwischen auf einem „siechenden Planeten“ leben, ist Umdemken angezeigt. Wir haben einen Punkt in der Geschichte erreicht, von dem ab jede weitere Entwicklung (insbesondere technische) als Selbstläufer angesehen werden darf. Wir gewinnen dank Arbeitsteilung wieder Zeit, neben der Maloche für uns selbst zu sorgen. Wir kennen und schätzen die Vorzüge einer Demokratie mit ihrer Toleranz anderen gegenüber. Wir brauchen daher auch keine Seelenochsen mehr, die bisher (vorgeblich für uns) in den Organisationen Kirche, Kloster etc. für unser Seelenheil beteten.

Wir können inzwischen stattdessen sämtlichen Ideologien mithilfe der Einsichten aus allen Erkenntnisprozessen „den Laufpaß geben“. Einzelheiten im Übrigen zu jeder der alten und neueren Lehren finden Sie im Buch „Grundstrukturen der Religionen – Zwischen Mystik und Schamanentum“ (Untertitel wegen der beiden Grundwege), zu erwerben bei Amazon.

Soweit jemand nunmehr wegen der hier propagierten Abschaffung der Glaubens-Ideologien befürchtet, sich oder Gott zu verlieren, ist die Furcht unbegründet. Statt schamanischer Vermittler kann er sich gleich und unmittelbar selbst an die Mutter unserer Seelen wenden. Weil Bildung hinzugetreten ist, herrscht zudem nicht mehr der status quo wie vor gut zweitausend Jahren. Statt nämlich nur einiger weniger Stammesführer kann sich nun jeder selbst das Seelenheil mit dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf verdienen. Dies bedeutet politisch, dass dafür Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Denn neben dem äußeren Voranschreiten ist zugleich das innere Vorwärtskommen, zu stemmen. Der Planet ist dazu in eine zukunftsorientierte Lebensplattform für sich vervollkommnende Seelen zurückzuverwandeln.

Das Ende der Religionen in einer Installation

Dazu notiert, hat der Autor dieser Zeilen einmal das gesamte Spektrum hierzu zur Verfügung stehender Lehren, Literatur und Märchen in einer Metaphysik-Literatur-Dokumentation zusammengestellt. Hierin wurden die großen Vordenker mit ihren Schriften präsentiert, um die Zuschauer von den Religionsstiftern weg an die großen Mystiker heranzuführen. Diese erste Installation wurde nun in einem zweiten Schritt noch einmal verschlankt und auf wesentliche Aussagen komprimiert. Ein unwissenderes Publikum soll ebenso an die großen Meister mystischer Zunft herangeführt werden. Ein Tempelchen entstand (Vorbild Goethe/s in „Das Märchen“) mit noch einfacheren und klareren Aussagen hinsichtlich des Lebens an sich und zum Sinn des Lebens.
In Bälde erscheinen wird im Übrigen zum Thema noch ein Stadtkrimi unter dem Titel „17+4 – Kruger und die Politik“. Darin geht es aus der Stadtgeschichte und Kommunalpoilitik in die Landes- und Bundespolitik, schließlich in die Weltpolitik. Am Ende wird es sogar göttliche Politik sein, über die sich Kruger und ein, „Patriarch von Immigrath“ genannter, Gesprächspartner mithilfe der Aufzeichnungen des Lokalhistorikers „Nikolas Fels“ Klarheit verschaffen.

Ein Wort noch zur Dauer der Präsentation: Die Installation zum Ende der Religionen war bis Mai 2017 komplett zu sehen und wird seither – außer einer kleinen Dauerpräsentation – sukzessive mit den Ausstellungsthemen modifiziert. Als Erinnerung an das, was war, noch im Anschluss drei Bilder. Zudem sei auf die Dokumentation hingewiesen. Randnotiz zur Blog-Kategrorie: Die jetzt bei „Falter“ gezeigte Schau ist deshalb nicht allein Stadtgeschichte, sondern zugleichWeltgeschichte, weil sie in Langenfeld entwickelt wurde. Für Interessierte hier im Übrigen noch der Link zur IG-KLM.

Des Ende der Religionen ist da

Der Literaturtempel bei der IG-KLM zeigt es auf

Goethes Vorbild, Vorbild Goethes

Tempel mit Bildern, Texten, kleineren Installationen

Der Blick vom Parkdeck-Dach ins Tempelchen

Blick vom Sass-Parkdeck ins Tempelchen

Ritter-Pitter auf der Wewelsburg

08.10.2016 Kleine Burgenkunde Keine Kommentare

Die Wewelsburg

Deutschlands einzige Dreiecksburg – die Wewelsburg

Am 03.10.2016 nutzte der Autor die Gelegenheit, Deutschlands einzige Dreiecksburg zu besuchen. Man munkelt, sie habe für „Robbi-Tobbi und das Fliewatüüt“ Modell gestanden, obwohl es auch „Caerlaverock Castle“ gewesen sein könnte, weiß Wikipedia zu berichten. Nun möchte ich mich dazu nicht entscheiden müssen, die Burg jedenfalls ist sehenswert. Unten zwei Aufnahmen, eine von einem Schild zur Baugeschichte und eine von einer Luftaufnahme (letztere ist nicht von mir, weil mir das Fliewatüüt fehlte). Die Burg ist heute eine Jugendherberge mit angeschlossenem Kreismuseum. Der Abstecher lohnte und war überdies an einem ansonsten regnerischen Tag mit Sonnenschein bedacht. Tja Freunde, wenn Ritter reisen…

Tolles Bild von oben

Die Burg in der Draufsicht, quasi vom Fliewatüüt aus

Burg-Historie

Zur Geschichte der Burg

Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld

16.07.2016 Allgemein, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Am Freitag, dem 17.06.2016 (24 KW 2016) wurde der dritte ‚Meilenstein in Langenfeld’ per Leihvertrag der Öffentlichkeit übergeben. Hartmut Hegener, Steinmetz-Meister und Restaurator im Steinmetzhandwerk, dazu freischaffender Bildhauer und Mitglied der Künstlergruppe Falter (IG-KLM.de), hat ihn geschaffen. Doch nicht allein die örtliche Presse frohlockte über das neue Gesicht im östlichen Stadtteil Berghausen, auch den Bürgern gefällt die neue Stele am Treffpunkt alter Handelswege.

Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld an B 8 und B 229

Hartmut Hegeners Skulptur im Kreisverkehr der B 8 / B 229

Unweit des Sensationsfundes über 2.000 Jahre alter Urnengefäße, die auf eine entsprechend lange Besiedlung des Stadtteiles hindeuten (lesen Sie dazu auch meine Beitrag in Wikipedia), reckt sich nun über knapp 5 Meter eine Sandsteinstele aus Anröchter Grünstein, gestaltet und poliert, in den Berghausener Himmel. Sie ist wiegt dreieinhalb Tonnen und entstand im Anschluss an einen Wettbewerb zur Gestaltung des Kreisverkehrs, den Hartmut Hegener für sich entscheiden konnte. Hegener knüpfte mit seinem Entwurf an die beiden historischen Meilensteine vor dem Stadtmuseuem und im Volksgarten an.

Der dritte Meilenstein in Langenfeld (neben den genannten beiden alten >Wegestundenstein/en<) zeigt auf seiner Nord- und Südseite den Schriftzug ‚Langenfeld’ und weist Durchreisenden auf einer der beiden Altstraßen, der via publica zwischen Köln und Düsseldorf, in welcher Stadt sie sich gerade befinden. Nach Osten zweigt übrigens die neue Verbindung auf die alte Handelsstraße Richtung Solingen ab, die am Rathaus auf ihre historische Route trifft. Diese ebenfalls alte Straße verband das Bergische mit dem Hitdorfer Hafen, einst Tor des Rheinischen, Vorbergischen und Bergischen zur Welt. Nach Westen entsteht eine neue Straße, die das jüngste Wohnquartier Berghausens zwischen ‚Düsseldorfer Straße’und ‚Blumenstraße’ erschließt. Es liegt zudem eingerahmt von bestehender Bebauung zwischen ‚Brandsackerstraße’ und ‚Treibstraße’.

Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld mit km-Angaben

Die Westseite der Stele mit km-Angaben

Auf der Westseite des Meilensteins Nr. 3 in Langenfeld finden sich Kilometerangaben zu den wichtigen Partnerstädten. So sind es 356 km nach Senlis an der Oise in Frankreich, nordwestlich von Paris. Mit ihr unterhalten wir die älteste Städtepartnerschaft Langenfelds (Urkunden-Unterzeichnung war am 3. Mai 1969). Zweitwichtigste Partnerstadt ist seit dem 8. April 1994 Gostynin in Polen, welches laut Meilenstein 982 km von uns entfernt liegt. Die beiden übrigen dort gelisteten, teils partnerschaftlich, teils in Städtefreundschaft verbundenen Kommunen sind Montale in Italien in 1155 km und Ennis in Irland in 1450 km Entfernung. Auf der östlichen Seite finden sich weitere Angaben, etwa zu Köthen in Sachsen-Anhalt oder Kiriat Bialik in Israel. Nicht mehr gelistet wird Batangas City, eine 200.000 Einwohner zählende Stadt auf den Philippinen, mit der eine Partnerschaft bestand. Sie wurde einst für einen Wissenstransfer der Stadtverwaltung in punkto Kommunalarbeit nach dort aus der Taufe gehoben und ist inzwischen ob der immensen Entfernung eingestellt worden.

Der Schöpfer des 'Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld'

Hartmut Hegeners Signatur am Fuß des Sockels

So könnte Langenfelds 3. Meilenstein zugleich ein zeitgeschichtliches Dokument sein für die 2016 bestehenden Beziehungen. Denn womöglich könnte es auch in Sachen Städtepartnerschaften und -freundschaften noch einigen Wechsel geben. Schließlich leben solche Zusammenschlüsse von den Menschen, die dafür arbeiten. So mag man hoffen, dass sich in Zukunft weiterhin bereite Menschen finden, diese Freundschaften und Partnerschaften zu hegen und zu pflegen. Womit erneut der Bogen geschlagen wäre zur Skulptur des Hartmut Hegener (versteht offenbar etwas vom ‚Hegen’?). Denn die Stele soll zugleich ein Synonym sein für Verbindung und dies an Straßen, die über die Region hinaus Menschen zusammenbringen.

Pool, Pohl und Badeanstalt

16.06.2016 Allgemein, Namen und Deutungen, Nonsens Keine Kommentare

Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum Wert von Sprache anhand von Wasserlöchern und deren Bezeichnung.

Letztens sprach mich wieder ein Freund der amerikanischen Trivialliteratur begeistert auf die Möglichkeiten des Englischen an. Was für tolle Worte es da gäbe. Die englische Sprache würde inzwischen sechzigtausend Hauptwörter kennen und das Deutsche nur zehntausend. Damit wären wir seit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg sogar von sprachlicher Fortentwicklung total abgehängt worden. Man müsste nur in beliebige Prospekte schauen, um zu sehen, wie sich das Englische in unsere Sprache eingeschlichen hätte, wegen der viel genaueren Bezeichnung oder weil man Worte hätte, die wir gar nicht kennen würden. (Fällt mir „Handy“ ein. Ist sogar ein englisches Wort, dass noch nicht einmal die Engländer kennen.)

Doch zum Thema: Zunächst einmal war ich ratlos. was ihm darauf zu antworten wäre, weil ich mich auf sein Thema noch nie so recht eingelassen hatte. Um zunächst einmal seinen Vortrag für mich nachvollziehen zu können, angelte ich mir das nächste Revolverblättchen aus dem meinem Briefkasten und stöberte durch die Werbepostillen, die in reicher Zahl beigefügt waren. Darunter war eine solche von einem dieser Billig-Shops, die in den sterbenden Innenstädten wie Pilze aus dem Boden schießen. In dieser Reklamesendung gab es einen „Pool“ zum Planschen für die Kleinsten, einen „Pool“ für die Großen zum Selberbauen, dazu rutschfeste „Pool“-Steine (auch für in die Erde gelassene „Pools“), Reinigungsutensilien für „Pools“ sowie noch eine „Pool“-Dusche für alle „Pools“ im Prospekt.

Aha, dachte ich so bei mir, „Pool“ also kenne das Deutsche nicht? – Kann eigentlich nicht sein: Denn das englische „Pool“ entspricht doch nur dem deutschen „Pohl“, das leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Damals bezeichnete es eine Art von Badeanstalt insbesondere für Enten und Gänse (erhalten in den Worten „Ganspohl“ oder „Entenpfuhl“). Manchmal wurde aus einem „Pohl“ nicht nur dann ein „Pfuhl“, wenn man Richtung Bergisches aufbrach, sondern auch wenn die Vogel-Badewanne etwas verdreckter war, jedenfalls bei uns. Und wenn nur noch Kinder oder Schweine darin badeten, nannte man es eine „Suhle“. Den im Prospekt erstgenannten „Pool“ jedenfalls kennt das Deutsche eigentlich als „Planschbecken“ und das zweite wie dritte stille Gewässer als „Schwimmbecken“. Bei Saunen spricht man zudem von „Tauchbecken“ und unter Sprungtürmen finden sich regelmäßig „Sprungbecken“. Alle zusammen können darüber hinaus in einer Badeanstalt vorkommen, zum Beisiel in einem Freibad oder auch in einem Hallenbad. Manchmal gibt es solche Pohle, wenn nicht als private Schwimmbecken auch in einem Kombibad, einem Erlebnisbad, einem Thermalbad oder einer Badelandschaft, je nach Art und Ausrichtung der Schwimmanstalt. Unterschieden werden kann zudem bei den verschiedenen „Pohlen“ nach dem Wasser, welches in die Becken kommt. So befüllt man private wie öffentliche Schwimmeinrichtungen meistens mit Leitungswasser, manchmal stattdessen aber auch mit Meerwasser (in einem „Meerwasserbad“). Wir finden Schwimmgelegenheiten aber auch in Seewasser, Grundwasser, Bachwasser, Flusswasser (Badeteich, Badeweiher, Flusswasserbad), seltener natürlich in Abwasser. In Letzterem badet man hierzulande eher unfreiwillig. Ein Gesundheitsbad befüllt man überdies häufig mit Thermalwasser (so die Reklame), ein Familienbad mit Kinderpipi (so einschlägige Verbraucherschutzsendungen im TV) oder ein Erlebnisbad mit den Blut-Schlieren abgestochener Schauspieler (bekannt aus deutschen Krimis). All das fasst man im Englischen offenbar unter nur einem Wort, nämlich „Pool“ zusammen, womöglich weil die Engländer nicht so sauber sind und deswegen gar nicht unterscheiden müssen.

Was nun lernen wir aus der Betrachtung des Wortes „Pool“? Zeigt sich darin bereits, dass das Deutsche genauer ist? Selbstredend reicht dazu die stille Gewässerkunde nicht aus. Deswegen besah ich mir vor dem Hintergrund der Begriffsvielfalt noch die Computer-Sprache, das Fach-Chinesisch der Volks- und Betriebswirte sowie die Botschaften der Reklamewelt und stelle fest: Dem Deutschen nicht unbekannt, doch in weit größerem Maße bedient man sich im Englischen ebenfalls mit Anleihen aus anderen Sprachen und verengländischt diese. Tatsächlich ist das Englische nämlich gar nicht weit umfangreicher als das Deutsche. Nur ist man in Deutschland (als bewusster Sprachnutzer) auf solche Verhunzungen weit weniger stolz, so etwa das bereits erwähnte „Handy“ oder auch auf das rheinische „Basseng“, welches auf das französische „Bassin“ zurückgeht. Letzteres bedeutet übrigens „Pool“ auf Französisch.

Sind wir also deswegen um unserer Sprache willen „froh“, dass unser Deutsch – nicht mehr – als Sprache der Welt herzuhalten hat. Denn das Englische hat seit dem Krieg als die von allen benutzte „Weltsprache“ an Exaktheit, Prägnanz und damit an Wert eingebüßt. Das neue internationale Verständigungsmittel wird heutzutage aufgerieben zwischen Wissenschaften, Werbe-Fuzzis, Computer-Freaks und Sprach-Hools, die inzwischen jeden Begriff, auch wegen der Begrenztheit des Englischen, verdrehen und diesen in immer neuen Kombinationen verwenden müssen. So jedenfalls wird nach meinem Dafürhalten eine Sprache eher verballhornt und entwertet, als dass diese durch eine ausufernde Begrifflichkeit aufgewertet würde.

Zufallsfunde?

06.03.2016 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Privates, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches 2 Kommentare

Die „Rheinische Post“ berichtete am 30.Januar 2016 von einem Sensationsfund, den man auf der Baustelle zwischen „Blumenstraße“ und „Düsseldorfer Straße“ gemacht habe. Archäologen fanden nach Hinweis durch den ehrenamtlich in der Denkmalpflege tätigen Ratsherrn „Andreas Krömer“ Urnenteile und Scherben aus einem circa 2500 Jahre alten Gräberfeld. Vergegenwärtigt man sich, dass bereits „Philipp Wyrich“ hinsichtlich der Straßen in unserem Gebiet den Begriff „bäuerlicher Totenstraßen“ prägte, darf nun aufgrund des Fundes an der heutigen B 8 auch bei dieser Straße von einer echten Altstraße ausgegangen werden. Diese wird dann womöglich ähnlich früh bestanden haben, wie der Mauspfad, eine bekanntere Altstraße, die über den „Rosendahlsberg“, „Schnepprath“, „Kämpe“, „Hagelkreuz“, „Talstraße“, „Ganspohl“, „Richrather Straße“ und „Hildener Straße“ nach Hilden und dort als „Butenweg“ weiter zum „Hellweg“ in „Duisburg“ führte.

Zur „Bundesstraße 8“, der ehemaligen „Via Publica“, die von Brüssel nach Prag verlief, führt die Online-Enzyklopädie Wikipedia aus: Die Volksstraße, spätere Poststraße und Handelsstraße wurde erstmals urkundlich im Jahre 839 in einem Diplom Kaiser Ludwig des Frommen erwähnt. Sie führte von Brüssel über Frankfurt und Würzburg nach Nürnberg und ist weitgehend identisch mit der heutigen B 8. Ganz offenbar muss es dennoch hinter Frankfurt auf einer Verlängerung von Süden nach Norden weiter stromabwärts in Richtung Köln und von da weiter zum Hellweg gegangen sein und dies bereits deutlich früher, als bislang angenommen. Denn ein 2500 Jahre altes Gräberfeld, in dessen Nähe zudem eine Siedlung vermutet wird, ist im Angesicht bäuerlicher Totenstraßen (damit die Seelen es einfacher hatten, nach Wallhall zu ziehen), deutliches Indiz für eine bereits 2500 Jahre währende Existenz dieser Straße. Zudem gibt es damit Hinweise auf eine Besiedlung Berghausens bereits vor eben 2500 Jahren und das bedeutet dann tatsächlich einen echten Sensationsfund. Das solche Funde scheinbar „zufällig“ anlässlich von Bodenarbeiten für ein neues Wohngebiet gemacht werden, allerdings ist traurig. Denn Begehungen der Äcker rund um die Stadt hätten längst gemacht werden können. Wer weiß, wieviele „Sensationsfunde“ hier mal eben abgeräumt und überbaut werden und schon wurden, wie etwa das Gräberfeld in Fischform in Richrath, die Reiterbestattung vom „Götscher Weg“ usw. Hier bewahrheitet sich wieder einmal die Einschätzung des ehemaligen Bürgermeisters Friedhelm Görgens (in Rheinische Post vom 25. Oktober 2005, „Hier liegt Urur…uroma“), dass Langenfeld leider eine geschichtslose Stadt sei.

Ihr „Klekih Petra“

(Nachtrag: Wenn Sie den nicht kennen, so hieß – verballhornt – der wohl aus Deutschland stammende Lehrmeister der Apachen in „Karl Mays“ „Winnetou I“, der mir seit meiner Kindheit immer wieder einmal durch den Kopf geht. „Klekih Petra“ erinnerte mich nämlich schon damals sogleich und deutlich an meinen Vornamen. Vielleicht gab es ja tatsächlich einen „Klaus-Peter“ in „Karl Mays“ Umgebung, der ihn zu der Person des buckligen Alten und dessen eigenwilliger Interpretation des Christentums inspirierte. – Natürlich, es interessiert Sie und mich nicht wirklich. Man mag jedoch erkennen, dass man nicht nur als Semiprofi für ein Bodendenkmalamt, sondern auch mit einer gehörigen Portion Phantasie gelegentlich etwas „zufällig“ entdecken kann. Insoweit fühlen Sie sich bitte ermuntert, auf eigene Entdeckungsreise zu gehen oder mit „Marcel Proust“ Ihnen Bekanntes einmal mit anderen Augen zu betrachten. Es gibt sicher noch viel zu entdecken.)

Flyer für Künstlergruppe Falter

05.09.2015 Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Der „Flyer für Künstlergruppe Falter“ stellte ab 2015 das Werk (für die Gruppe Falter enstanden) sowie den Autor vor. Zunächst einmal kurz zum Autor selbst:

Claus-Peter Peters, geboren 1960 in Langenfeld, arbeitet nach Abitur und Jura-/BWL-Studium als Schadensachbearbeiter. Er fotografiert seit seinem 8. Lebensjahr und schreibt seit gut 20 Jahren vorwiegend Sachbücher. Aus mehr als 60 Lemmas zur Stadtgeschichte im Wikipedia entstand auf Bitten und Anregung der Falter-Kollegen 2013 das Buch „Langenfeld im Wandel der Zeiten“. Schwerpunkt der Tätigkeit, neben Kurzgeschichten und Stadtkrimis, bleibt jedoch das Thema „Mystik“. Ritter-Pitter.de hat allerdings im Wesentlichen Stadtgeschichte zum Inhalt.

Neben Bildern, Bildbänden und Installationen für die Künstlergruppe Falter verfasst der Autor oft Blog-Artikel, so zugleich für seine weiteren Webseiten
forum-freie-mystik.de (Mystik)
nektar-ambrosia-consult.de (Politik, Entwicklung)
und ig-klm.de (Kunst).
Daneben entstehen für einzelne „Falter-Künstler“ Pressetexte sowie auch Interpretationen zu deren Werken. Als Gründer der Interessengemeinschaft leitet er zudem die „Gruppe Falter“ und beschäftigt sich ebenso mit organisatorischen, strategischen und künstlerischen Aufgaben.

Flyer für Künstlergruppe Falter

Werbung im Zuge der Eigen-Präsentation in der „Künstlergruppe Falter“

Neben den vielen Aktivitäten für die „Künstlergruppe Falter“ enstanden „nebenbei“ sogar weitere Bücher in Zusammenhang mit Aktionen der Interessengemeinschaft, nicht allein das bereits angesprochene „Langenfeld im Wandel der Zeiten“. Verfasst wurden nämlich vier Bände „Falter-Texte“ aufgrund der Resonanz bei Lesungen und Vorträgen in Gruppenaktionen. Letztere erschienen ebenso bei Amazon wie das Hauptwerk „Die Wahre Tetralogie“ und zwar erneut als Druckwerke wie als Ebooks. Neben der bebilderten Stadtgeschichte„Langenfeld im Wandel der Zeiten“ galt es daher, auch diese Veröffentlichungen im „Flyer für Künstlergruppe Falter“ zu bewerben. Die Stadtgeschichte ist übrigens nur bei „Falter“ im Marktkarree in Langenfeld erhältlich. Sie kostet preiswerte 30.- EUR und bietet auf 200 Seiten im DIN-A-4-Format fundiert recherchierte Texte sowie Bilder von städtischen Alt und Neu in Hochglanz.

Damit noch zu den sowohl geschichtsträchtigen wie teils mystischen „Falter-Texten“: Sie beschäftigen sich mit der Mystik Grimmscher Märchen, mit Kunst und Kultur, mit Stadtgeschichte, mit den vielen Sage(n) um versunkene Schlösser und mit Wirtschaftsgeschichte. Sie haben zudem Erläuterungen, neue Ansichten, Kurzgeschichten und Stadtkrimis sowie die Neuveröffentlichung älterer Texte zum Inhalt. Im Einzelnen sind dies in der Reihe „Falter-Texte“ die Bücher:

Die Falter-Skripte – Vorlesungen zur Mystik Grimmscher Märchen, eine Petition
sowie Kurzgeschichten für die Gruppe Falter
Die 5 Wege zur Weisheit – Ergänzungen zu den Vorlesungen –
sowie meist ältere. erprobte Texte, neu veröffentlicht
Kurze Fuffzehn – 15 kurze Krimis, Texte zum Kunstbegriff
sowie Kurzgeschichten für die Gruppe Falter
Wendezeit Geschichte – Stadtentwicklung als Wirtschaftsgeschichte,
sowie Stadtgeschichte aus Persönlichkeitsentwicklung

(Band 1 kostet 3,99 EUR als Ebook und 5.99 EUR als Buch. Die drei weiteren Titel kosten je 4,99 EUR als Ebook und je 9,99 EUR als Druckwerk – wie gesagt, alle erhältlich bei Amazon.)

 

Stadtkrimis aus Langenfeld

09.08.2015 Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Der Autor gemeuchelt

Zum kroatischen Jahr der passende Binder…

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… Frische und kurze Stadtkrimis aus Langenfeld präsentiert das „Grüne Sofa“ am 08.09.2015 um 19 Uhr 30 im Haus Arndt. Auf dem Plakat sehen Sie im Übrigen den Autor selbst, dahin gemeuchelt mittels eines Gürtels, passend zum kroatischen Jahr und der kroatischen Erfindung der Krawatte als Modeobjekt.

Zum Inhalt des Buches der Rückseitentext:

Den Zuhörern erster Belletristik-Lesungen gefielen meine beiden Kurzgeschichten, die den Abschluss in „Die Falter-Skripte“ bildeten. Eigentlich war nur daran gedacht, gelegentlich eine weitere Geschichte für gemeinsame Auftritte zuzusteuern. Ich wurde jedoch bedrängt, mehr davon zu schreiben: „Deine Geschichten sind echt Klasse. Ich hab’ mich beömmelt“, und Ähnliches bekam ich zu hören. Daneben gab es seit Jahren schon regelrechte Quengler, die um Stadtkrimis bettelten, weil ich mich mit der Stadt Langenfeld und deren Geschichte gut auskenne. Deshalb habe ich mich schließlich für den hier veröffentlichten Sprengel an Stadtkrimis hingesetzt. Damit mir sowohl das Schreiben wie das spätere Vorlesen ebenfalls Spaß bereiten, wurde natürlich die eine oder andere Anekdote eingestreut. Zudem einmal ganz andere Möglichkeiten bot der Ansatz: „Die Leiche immer die Gleiche“. Damit konnten Running Gags platziert sowie Rätsel zum Toten in den 15 Krimis versteckt werden. Wer sie denn finden möchte… An diesen ersten Teil schließt sich übrigens noch eine Betrachtung zur „Falter“-Gruppe mit dem gemeinsamen Ringen der Künstler an. Es geht um: „Was darf Kunst?“ und „Wie muss Kunst sein?“ Zu guter Letzt gibt es noch zwei, drei lustige, bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten als Zugabe obenauf.

Ihr Bestell-Link zu Amazon.

Die Möckenburg im Modell

17.05.2015 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare


Die Künstlergruppe Falter bot mir die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des Marktkarrees die Möckenburg im Modell („Das versunkene Schloss“) zu fertigen. Dazu habe ich die mutmaßlich ehemalige Motte erstmals vermessen können, weil die Fläche inzwischen aufgrund des teils über den alten Zugangswall geführten Wanderweges „Neandersteig“ vom Unterholz befreit wurde. Dabei stellte sich im Übrigen heraus, dass die Anlage weit weniger lang gestreckt ist, als ursprünglich beim Abschreiten zwischen den Bäumen hindurch, von mir vermutet wurde.

DieMöckenburg neu vermessen

Grundriss der vermuteten Möckenburg-Motte

Den nachfolgenden Text fertigte ich zur Erläuterung des Modells, an dem sich zugleich die von mir vermutete Untergangskatastrophe nachzeichnen lässt.

Erläuterungen zur „Möckenburg“, für den Autor das „Versunkene Schloss“

Grundsätzliches: Das Modell einer mittelalterlichen Turmhügelburg (in der Wissenschaft „Motte“ genannt) soll die Bauweise von Niederungsburgen im Flachland verdeutlichen. Solche Burgen gab es zwar bis hinein in den Alpenraum, dennoch sind diese eher typisch für unsere Landschaft. Insbesondere in Sumpfgebieten wurden solche Anlagen auf einer Packlage von Flechtreisigbündeln errichtet, die miteinander verbunden wurden. Die Burgen „schwam-men“ somit förmlich auf dem Morast. Für Langenfeld sind zwei dieser Turmhügelburgen verbürgt, nämlich die „Motte Schwanenmühle“ in Wiescheid sowie die „Motte Flachenhof“ in Immigrath. Eine weitere nimmt die Wissenschaft derzeit nur für Langfort an, wo ent-sprechende Flechtreisigbündel in der Nähe des AWO-Altenheims entdeckt wurden.

Zur weiteren Bauweise: Auf den „schwimmenden“ Flechtreisigbündeln wurde die Anlage mit Holz und Erde errichtet. Der Aushub der Gräben wurde zu Wällen aufgeworfen und als Boden in die Motte verbracht. Die Wälle wurden mit Palisaden oder holzsparend als Flechtwerk mit den dicken Ästen der gefällten Bäume ausgeführt. In einer größeren Vorburg standen die Gebäude für Mensch und Vieh. Wahrscheinlich eher seltener lebte der Burgherr in dem Turmhügel hinter der Schildmauer zur Vorburg. Meist war dies die letzte Zuflucht vor einem herannahenden Feind.

Zur Gesellschaft: Die fränkische Gesellschaft kannte unfreie Bauern auf dem Hof des Grundherrn sowie sogenannte Hufenbauern in Dörfern nahebei. Erstere mussten ihre Arbeitskraft voll in den Dienst des Grundherren stellen, letztere durften drei Tage die Woche auf „eigener Scholle“ wirtschaften. Der Sonntag war in einer zumindest oberflächlich bereits christianisierten Gesellschaft arbeitsfrei.

Zur Kapelle: Unser Mottenmodell zeigt eine kleine, nordwärts ausgerichtete Kapelle. Dazu angemerkt, wurde der Chor in altchristlicher Zeit ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und war nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Die Apsis, als halbkreisförmiger Abschluss des Chorraums findet sich selten in einfachen Holzkirchen. Die Ausrichtung des Chors nach Osten ist keine zwingende Bauvorschrift. Sie setzte sich mit dem „Toleranzedikt von Mailand“ ab dem Jahre 313 nach Christus allmählich durch und wurde in Renaissance und Barock wieder liberal gehandhabt.

Der heutige Befund im Wald: Von der mutmaßlich ehemaligen Motte im Galkhauser Wald, am Rande des heutigen Restmoores „Further Moor“, am „Neandersteig“, blieb nur die Vorburg mit drei Hügelresten erhalten. Der westliche der beiden Schildmauertürme ist nach Osten an den Ostturm „versetzt“. Der Vorburgwall weist an seiner Stelle eine Eindellung auf. Die oben stehende Skizze soll die heutige Form verdeutlichen, das nachfolgende Bild deren ursprüngliches Erscheinungsbild.

Möckenburg-Modell im Winter

Das fast fertige Modell (ohne Belaubung) zeigt, wie sich die Burg im Winter zeigte

Die im Modell gezeigte Burg: Die Anlage wurde in den mutmaßlichen Zustand zurück gedacht, die sie womöglich einstmals hatte. Ob es eine Schildmauer ganz im Süden gab, ist unbekannt, wird nur aufgrund der Befunde in der Motte Schwanenmühle für diese Motte ebenfalls angenommen. Vielleicht war dieser Schutz aufgrund der Lage schon fast im Moor nicht notwendig. Der im Nordwesten (nördlich der Gänse-Insel) befindliche Trockengraben hätte die Katastrophe mutmaßlich verhindern helfen. Ihn gab es wohl daher nicht. Ein tödlicher Baumangel, wie sich herausstellte.

Zum Untergangsszenario: Den Untergang mitbewirkte, wenn es denn eine Motte gewesen ist, hat die Errichtung der Anlage auf Flechtreisigbündeln. Wochenlange Regenfälle führten zu einer Aufweichung der Wallanlagen. Ein Blitz fällte dann einen Baum oberhalb der Motte in Hapelrath, der ins Wasser kippte und zu einer Stauung führte. Als der Druck groß genug war, sprengte es den Baum auf einer Wasserwelle talwärts, wo er sich in der Bachstauung der Motte verfing und sodann das Wasser in der Motte steigen ließ. Der eingedrückte Wall in der Skizze oben links zeigt, wo sich der meiste Druck entfaltete. Deshalb riss es den westlichen Turm ab, der vor den östlichen Turm gedrückt wurde. Als schließlich auch die Stauung des Bachs für die Gräben der Burg gesprengt wurde, zog es den Turmhügel, der nur auf Flechtreisigbündeln „schwamm“ in seinem Sog talwärts. Daher versank in dieser Burg nur die Herrschaft. Die Menschen in der Vorburg überlebten, obwohl auch diese mit Wasser vollief. An drei Stellen in Süd- und Westwall wurde daher die Anlage geöffnet, um das Wasser ablaufen zu lassen. Die Überlebenden der Katastrophe siedelten anschließend auf einem Sandhügel auf der anderen Seite der Bahnlinie, bevor sie die Motte am Blockbach (erste Dückeburg) errichteten. Dieser Sandhügel blieb im Übrigen der Anknüpfungspunkt an die Sage in Langenfeld und ist aus rundherum zusammen gescharrtem Sand errichtet worden. Er erinnert ganz daran, dass hier „ein erster Turm“ für die Überlebenden der Katastrophe entstanden sein könnte.

Zur Sage vom versunkenen Schloss: An keinem anderen Ort in Mitteleuropa ließe sich ein Untergangsszenario, wie von mir beschrieben, an Bodenzeichnungen, die vorgeblich für ein versunkenes Schloss herhalten müssen, entwickeln. Für mich ist deshalb diese Motte das tatsächliche „Versunkene Schloss“. Weil zudem über die Jahrhunderte verloren ging, dass es einst „im langen Feld“ gestanden hatte, verlegten es die Menschen in ihre Umgebung. Einen Goldschatz gab es dort im Übrigen nie. Die in der Sage berichteten Grabungstätigkeiten galten allein der Alltagshabe.

Der wahre Schatz: Der wahre Schatz der Sage ist die Übermittlung von Kenntnissen aus der Beobachtung von Gegebenheiten vor, während und nach dem Untergang der Burg, die mit „göttlichem Eingriff“ in Verbindung gebracht wurden. Dabei erhellt sich, dass „Die Sage vom versunkenen Schloss“ eine mystische Überlieferung darstellt, die eine von christlichen Vorstellungen abweichende Auffassung vermittelt.

Der Name der Burg: Baron von Galera, der erste Langenfelder Stadtchronist, nahm 1963 als Keimzelle der Besiedlung zu Zeiten der rückläufigen fränkischen Landnahme (Rückkehr der Franken in ihr altes Siedlungsgebiet) eine Markgrafschaft und darin eine „Virneburg“ an. Eine alte Burganlage findet sich in der Fortführung der Virneburgstraße auf Leichlingen zu. Weder hinsichtlich des heutigen Bauernhofs „Virneburg“ noch der heutigen „Möckenburg“ darf man von ehemaligen Burgen ausgehen. Vielmehr werden einstige Burgnamen dorthin übertragen worden sein. Daher bliebe der Name „Möckenburg“ für diese Motte offen. Und wenn man sich die großen Wasserflächen am Rande des Further Moores betrachtet, könnte die Anlage tatsächlich einstmals „Mückenburg“ geheißen haben. Der Link zur Rheinischen Post.

Die Motte Möckenburg

RP und lokale Presse berichteten ausführlich vom Crossover-Projekt

(Autor des Textes und „Erbauer“ des Mottenmodells: Claus-Peter Peters. Weitere Infos zum Crossover-Projekt der Künstlergruppe Falter sowie Bilder aus der Entstehungszeit des Modells finden Sie auf der Webseite der Gruppe IG-KLM.de)

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