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Zufallsfunde?

06.03.2016 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Privates, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches 2 Kommentare

Die „Rheinische Post“ berichtete am 30.Januar 2016 von einem Sensationsfund, den man auf der Baustelle zwischen „Blumenstraße“ und „Düsseldorfer Straße“ gemacht habe. Archäologen fanden nach Hinweis durch den ehrenamtlich in der Denkmalpflege tätigen Ratsherrn „Andreas Krömer“ Urnenteile und Scherben aus einem circa 2500 Jahre alten Gräberfeld. Vergegenwärtigt man sich, dass bereits „Philipp Wyrich“ hinsichtlich der Straßen in unserem Gebiet den Begriff „bäuerlicher Totenstraßen“ prägte, darf nun aufgrund des Fundes an der heutigen B 8 auch bei dieser Straße von einer echten Altstraße ausgegangen werden. Diese wird dann womöglich ähnlich früh bestanden haben, wie der Mauspfad, eine bekanntere Altstraße, die über den „Rosendahlsberg“, „Schnepprath“, „Kämpe“, „Hagelkreuz“, „Talstraße“, „Ganspohl“, „Richrather Straße“ und „Hildener Straße“ nach Hilden und dort als „Butenweg“ weiter zum „Hellweg“ in „Duisburg“ führte.

Zur „Bundesstraße 8“, der ehemaligen „Via Publica“, die von Brüssel nach Prag verlief, führt die Online-Enzyklopädie Wikipedia aus: Die Volksstraße, spätere Poststraße und Handelsstraße wurde erstmals urkundlich im Jahre 839 in einem Diplom Kaiser Ludwig des Frommen erwähnt. Sie führte von Brüssel über Frankfurt und Würzburg nach Nürnberg und ist weitgehend identisch mit der heutigen B 8. Ganz offenbar muss es dennoch hinter Frankfurt auf einer Verlängerung von Süden nach Norden weiter stromabwärts in Richtung Köln und von da weiter zum Hellweg gegangen sein und dies bereits deutlich früher, als bislang angenommen. Denn ein 2500 Jahre altes Gräberfeld, in dessen Nähe zudem eine Siedlung vermutet wird, ist im Angesicht bäuerlicher Totenstraßen (damit die Seelen es einfacher hatten, nach Wallhall zu ziehen), deutliches Indiz für eine bereits 2500 Jahre währende Existenz dieser Straße. Zudem gibt es damit Hinweise auf eine Besiedlung Berghausens bereits vor eben 2500 Jahren und das bedeutet dann tatsächlich einen echten Sensationsfund. Das solche Funde scheinbar „zufällig“ anlässlich von Bodenarbeiten für ein neues Wohngebiet gemacht werden, allerdings ist traurig. Denn Begehungen der Äcker rund um die Stadt hätten längst gemacht werden können. Wer weiß, wieviele „Sensationsfunde“ hier mal eben abgeräumt und überbaut werden und schon wurden, wie etwa das Gräberfeld in Fischform in Richrath, die Reiterbestattung vom „Götscher Weg“ usw. Hier bewahrheitet sich wieder einmal die Einschätzung des ehemaligen Bürgermeisters Friedhelm Görgens (in Rheinische Post vom 25. Oktober 2005, „Hier liegt Urur…uroma“), dass Langenfeld leider eine geschichtslose Stadt sei.

Ihr „Klekih Petra“

(Nachtrag: Wenn Sie den nicht kennen, so hieß – verballhornt – der wohl aus Deutschland stammende Lehrmeister der Apachen in „Karl Mays“ „Winnetou I“, der mir seit meiner Kindheit immer wieder einmal durch den Kopf geht. „Klekih Petra“ erinnerte mich nämlich schon damals sogleich und deutlich an meinen Vornamen. Vielleicht gab es ja tatsächlich einen „Klaus-Peter“ in „Karl Mays“ Umgebung, der ihn zu der Person des buckligen Alten und dessen eigenwilliger Interpretation des Christentums inspirierte. – Natürlich, es interessiert Sie und mich nicht wirklich. Man mag jedoch erkennen, dass man nicht nur als Semiprofi für ein Bodendenkmalamt, sondern auch mit einer gehörigen Portion Phantasie gelegentlich etwas „zufällig“ entdecken kann. Insoweit fühlen Sie sich bitte ermuntert, auf eigene Entdeckungsreise zu gehen oder mit „Marcel Proust“ Ihnen Bekanntes einmal mit anderen Augen zu betrachten. Es gibt sicher noch viel zu entdecken.)

Flyer für Künstlergruppe Falter

05.09.2015 Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Der „Flyer für Künstlergruppe Falter“ stellte ab 2015 das Werk (für die Gruppe Falter enstanden) sowie den Autor vor. Zunächst einmal kurz zum Autor selbst:

Claus-Peter Peters, geboren 1960 in Langenfeld, arbeitet nach Abitur und Jura-/BWL-Studium als Schadensachbearbeiter. Er fotografiert seit seinem 8. Lebensjahr und schreibt seit gut 20 Jahren vorwiegend Sachbücher. Aus mehr als 60 Lemmas zur Stadtgeschichte im Wikipedia entstand auf Bitten und Anregung der Falter-Kollegen 2013 das Buch „Langenfeld im Wandel der Zeiten“. Schwerpunkt der Tätigkeit, neben Kurzgeschichten und Stadtkrimis, bleibt jedoch das Thema „Mystik“. Ritter-Pitter.de hat allerdings im Wesentlichen Stadtgeschichte zum Inhalt.

Neben Bildern, Bildbänden und Installationen für die Künstlergruppe Falter verfasst der Autor oft Blog-Artikel, so zugleich für seine weiteren Webseiten
forum-freie-mystik.de (Mystik)
nektar-ambrosia-consult.de (Politik, Entwicklung)
und ig-klm.de (Kunst).
Daneben entstehen für einzelne „Falter-Künstler“ Pressetexte sowie auch Interpretationen zu deren Werken. Als Gründer der Interessengemeinschaft leitet er zudem die „Gruppe Falter“ und beschäftigt sich ebenso mit organisatorischen, strategischen und künstlerischen Aufgaben.

Flyer für Künstlergruppe Falter

Werbung im Zuge der Eigen-Präsentation in der „Künstlergruppe Falter“

Neben den vielen Aktivitäten für die „Künstlergruppe Falter“ enstanden „nebenbei“ sogar weitere Bücher in Zusammenhang mit Aktionen der Interessengemeinschaft, nicht allein das bereits angesprochene „Langenfeld im Wandel der Zeiten“. Verfasst wurden nämlich vier Bände „Falter-Texte“ aufgrund der Resonanz bei Lesungen und Vorträgen in Gruppenaktionen. Letztere erschienen ebenso bei Amazon wie das Hauptwerk „Die Wahre Tetralogie“ und zwar erneut als Druckwerke wie als Ebooks. Neben der bebilderten Stadtgeschichte„Langenfeld im Wandel der Zeiten“ galt es daher, auch diese Veröffentlichungen im „Flyer für Künstlergruppe Falter“ zu bewerben. Die Stadtgeschichte ist übrigens nur bei „Falter“ im Marktkarree in Langenfeld erhältlich. Sie kostet preiswerte 30.- EUR und bietet auf 200 Seiten im DIN-A-4-Format fundiert recherchierte Texte sowie Bilder von städtischen Alt und Neu in Hochglanz.

Damit noch zu den sowohl geschichtsträchtigen wie teils mystischen „Falter-Texten“: Sie beschäftigen sich mit der Mystik Grimmscher Märchen, mit Kunst und Kultur, mit Stadtgeschichte, mit den vielen Sage(n) um versunkene Schlösser und mit Wirtschaftsgeschichte. Sie haben zudem Erläuterungen, neue Ansichten, Kurzgeschichten und Stadtkrimis sowie die Neuveröffentlichung älterer Texte zum Inhalt. Im Einzelnen sind dies in der Reihe „Falter-Texte“ die Bücher:

Die Falter-Skripte – Vorlesungen zur Mystik Grimmscher Märchen, eine Petition
sowie Kurzgeschichten für die Gruppe Falter
Die 5 Wege zur Weisheit – Ergänzungen zu den Vorlesungen –
sowie meist ältere. erprobte Texte, neu veröffentlicht
Kurze Fuffzehn – 15 kurze Krimis, Texte zum Kunstbegriff
sowie Kurzgeschichten für die Gruppe Falter
Wendezeit Geschichte – Stadtentwicklung als Wirtschaftsgeschichte,
sowie Stadtgeschichte aus Persönlichkeitsentwicklung

(Band 1 kostet 3,99 EUR als Ebook und 5.99 EUR als Buch. Die drei weiteren Titel kosten je 4,99 EUR als Ebook und je 9,99 EUR als Druckwerk – wie gesagt, alle erhältlich bei Amazon.)

 

Stadtkrimis aus Langenfeld

09.08.2015 Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Der Autor gemeuchelt

Zum kroatischen Jahr der passende Binder…

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… Frische und kurze Stadtkrimis aus Langenfeld präsentiert das „Grüne Sofa“ am 08.09.2015 um 19 Uhr 30 im Haus Arndt. Auf dem Plakat sehen Sie im Übrigen den Autor selbst, dahin gemeuchelt mittels eines Gürtels, passend zum kroatischen Jahr und der kroatischen Erfindung der Krawatte als Modeobjekt.

Zum Inhalt des Buches der Rückseitentext:

Den Zuhörern erster Belletristik-Lesungen gefielen meine beiden Kurzgeschichten, die den Abschluss in „Die Falter-Skripte“ bildeten. Eigentlich war nur daran gedacht, gelegentlich eine weitere Geschichte für gemeinsame Auftritte zuzusteuern. Ich wurde jedoch bedrängt, mehr davon zu schreiben: „Deine Geschichten sind echt Klasse. Ich hab’ mich beömmelt“, und Ähnliches bekam ich zu hören. Daneben gab es seit Jahren schon regelrechte Quengler, die um Stadtkrimis bettelten, weil ich mich mit der Stadt Langenfeld und deren Geschichte gut auskenne. Deshalb habe ich mich schließlich für den hier veröffentlichten Sprengel an Stadtkrimis hingesetzt. Damit mir sowohl das Schreiben wie das spätere Vorlesen ebenfalls Spaß bereiten, wurde natürlich die eine oder andere Anekdote eingestreut. Zudem einmal ganz andere Möglichkeiten bot der Ansatz: „Die Leiche immer die Gleiche“. Damit konnten Running Gags platziert sowie Rätsel zum Toten in den 15 Krimis versteckt werden. Wer sie denn finden möchte… An diesen ersten Teil schließt sich übrigens noch eine Betrachtung zur „Falter“-Gruppe mit dem gemeinsamen Ringen der Künstler an. Es geht um: „Was darf Kunst?“ und „Wie muss Kunst sein?“ Zu guter Letzt gibt es noch zwei, drei lustige, bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten als Zugabe obenauf.

Ihr Bestell-Link zu Amazon.

Die Möckenburg im Modell

17.05.2015 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare


Die Künstlergruppe Falter bot mir die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des Marktkarrees die Möckenburg im Modell („Das versunkene Schloss“) zu fertigen. Dazu habe ich die mutmaßlich ehemalige Motte erstmals vermessen können, weil die Fläche inzwischen aufgrund des teils über den alten Zugangswall geführten Wanderweges „Neandersteig“ vom Unterholz befreit wurde. Dabei stellte sich im Übrigen heraus, dass die Anlage weit weniger lang gestreckt ist, als ursprünglich beim Abschreiten zwischen den Bäumen hindurch, von mir vermutet wurde.

DieMöckenburg neu vermessen

Grundriss der vermuteten Möckenburg-Motte

Den nachfolgenden Text fertigte ich zur Erläuterung des Modells, an dem sich zugleich die von mir vermutete Untergangskatastrophe nachzeichnen lässt.

Erläuterungen zur „Möckenburg“, für den Autor das „Versunkene Schloss“

Grundsätzliches: Das Modell einer mittelalterlichen Turmhügelburg (in der Wissenschaft „Motte“ genannt) soll die Bauweise von Niederungsburgen im Flachland verdeutlichen. Solche Burgen gab es zwar bis hinein in den Alpenraum, dennoch sind diese eher typisch für unsere Landschaft. Insbesondere in Sumpfgebieten wurden solche Anlagen auf einer Packlage von Flechtreisigbündeln errichtet, die miteinander verbunden wurden. Die Burgen „schwam-men“ somit förmlich auf dem Morast. Für Langenfeld sind zwei dieser Turmhügelburgen verbürgt, nämlich die „Motte Schwanenmühle“ in Wiescheid sowie die „Motte Flachenhof“ in Immigrath. Eine weitere nimmt die Wissenschaft derzeit nur für Langfort an, wo ent-sprechende Flechtreisigbündel in der Nähe des AWO-Altenheims entdeckt wurden.

Zur weiteren Bauweise: Auf den „schwimmenden“ Flechtreisigbündeln wurde die Anlage mit Holz und Erde errichtet. Der Aushub der Gräben wurde zu Wällen aufgeworfen und als Boden in die Motte verbracht. Die Wälle wurden mit Palisaden oder holzsparend als Flechtwerk mit den dicken Ästen der gefällten Bäume ausgeführt. In einer größeren Vorburg standen die Gebäude für Mensch und Vieh. Wahrscheinlich eher seltener lebte der Burgherr in dem Turmhügel hinter der Schildmauer zur Vorburg. Meist war dies die letzte Zuflucht vor einem herannahenden Feind.

Zur Gesellschaft: Die fränkische Gesellschaft kannte unfreie Bauern auf dem Hof des Grundherrn sowie sogenannte Hufenbauern in Dörfern nahebei. Erstere mussten ihre Arbeitskraft voll in den Dienst des Grundherren stellen, letztere durften drei Tage die Woche auf „eigener Scholle“ wirtschaften. Der Sonntag war in einer zumindest oberflächlich bereits christianisierten Gesellschaft arbeitsfrei.

Zur Kapelle: Unser Mottenmodell zeigt eine kleine, nordwärts ausgerichtete Kapelle. Dazu angemerkt, wurde der Chor in altchristlicher Zeit ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und war nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Die Apsis, als halbkreisförmiger Abschluss des Chorraums findet sich selten in einfachen Holzkirchen. Die Ausrichtung des Chors nach Osten ist keine zwingende Bauvorschrift. Sie setzte sich mit dem „Toleranzedikt von Mailand“ ab dem Jahre 313 nach Christus allmählich durch und wurde in Renaissance und Barock wieder liberal gehandhabt.

Der heutige Befund im Wald: Von der mutmaßlich ehemaligen Motte im Galkhauser Wald, am Rande des heutigen Restmoores „Further Moor“, am „Neandersteig“, blieb nur die Vorburg mit drei Hügelresten erhalten. Der westliche der beiden Schildmauertürme ist nach Osten an den Ostturm „versetzt“. Der Vorburgwall weist an seiner Stelle eine Eindellung auf. Die oben stehende Skizze soll die heutige Form verdeutlichen, das nachfolgende Bild deren ursprüngliches Erscheinungsbild.

Möckenburg-Modell im Winter

Das fast fertige Modell (ohne Belaubung) zeigt, wie sich die Burg im Winter zeigte

Die im Modell gezeigte Burg: Die Anlage wurde in den mutmaßlichen Zustand zurück gedacht, die sie womöglich einstmals hatte. Ob es eine Schildmauer ganz im Süden gab, ist unbekannt, wird nur aufgrund der Befunde in der Motte Schwanenmühle für diese Motte ebenfalls angenommen. Vielleicht war dieser Schutz aufgrund der Lage schon fast im Moor nicht notwendig. Der im Nordwesten (nördlich der Gänse-Insel) befindliche Trockengraben hätte die Katastrophe mutmaßlich verhindern helfen. Ihn gab es wohl daher nicht. Ein tödlicher Baumangel, wie sich herausstellte.

Zum Untergangsszenario: Den Untergang mitbewirkte, wenn es denn eine Motte gewesen ist, hat die Errichtung der Anlage auf Flechtreisigbündeln. Wochenlange Regenfälle führten zu einer Aufweichung der Wallanlagen. Ein Blitz fällte dann einen Baum oberhalb der Motte in Hapelrath, der ins Wasser kippte und zu einer Stauung führte. Als der Druck groß genug war, sprengte es den Baum auf einer Wasserwelle talwärts, wo er sich in der Bachstauung der Motte verfing und sodann das Wasser in der Motte steigen ließ. Der eingedrückte Wall in der Skizze oben links zeigt, wo sich der meiste Druck entfaltete. Deshalb riss es den westlichen Turm ab, der vor den östlichen Turm gedrückt wurde. Als schließlich auch die Stauung des Bachs für die Gräben der Burg gesprengt wurde, zog es den Turmhügel, der nur auf Flechtreisigbündeln „schwamm“ in seinem Sog talwärts. Daher versank in dieser Burg nur die Herrschaft. Die Menschen in der Vorburg überlebten, obwohl auch diese mit Wasser vollief. An drei Stellen in Süd- und Westwall wurde daher die Anlage geöffnet, um das Wasser ablaufen zu lassen. Die Überlebenden der Katastrophe siedelten anschließend auf einem Sandhügel auf der anderen Seite der Bahnlinie, bevor sie die Motte am Blockbach (erste Dückeburg) errichteten. Dieser Sandhügel blieb im Übrigen der Anknüpfungspunkt an die Sage in Langenfeld und ist aus rundherum zusammen gescharrtem Sand errichtet worden. Er erinnert ganz daran, dass hier „ein erster Turm“ für die Überlebenden der Katastrophe entstanden sein könnte.

Zur Sage vom versunkenen Schloss: An keinem anderen Ort in Mitteleuropa ließe sich ein Untergangsszenario, wie von mir beschrieben, an Bodenzeichnungen, die vorgeblich für ein versunkenes Schloss herhalten müssen, entwickeln. Für mich ist deshalb diese Motte das tatsächliche „Versunkene Schloss“. Weil zudem über die Jahrhunderte verloren ging, dass es einst „im langen Feld“ gestanden hatte, verlegten es die Menschen in ihre Umgebung. Einen Goldschatz gab es dort im Übrigen nie. Die in der Sage berichteten Grabungstätigkeiten galten allein der Alltagshabe.

Der wahre Schatz: Der wahre Schatz der Sage ist die Übermittlung von Kenntnissen aus der Beobachtung von Gegebenheiten vor, während und nach dem Untergang der Burg, die mit „göttlichem Eingriff“ in Verbindung gebracht wurden. Dabei erhellt sich, dass „Die Sage vom versunkenen Schloss“ eine mystische Überlieferung darstellt, die eine von christlichen Vorstellungen abweichende Auffassung vermittelt.

Der Name der Burg: Baron von Galera, der erste Langenfelder Stadtchronist, nahm 1963 als Keimzelle der Besiedlung zu Zeiten der rückläufigen fränkischen Landnahme (Rückkehr der Franken in ihr altes Siedlungsgebiet) eine Markgrafschaft und darin eine „Virneburg“ an. Eine alte Burganlage findet sich in der Fortführung der Virneburgstraße auf Leichlingen zu. Weder hinsichtlich des heutigen Bauernhofs „Virneburg“ noch der heutigen „Möckenburg“ darf man von ehemaligen Burgen ausgehen. Vielmehr werden einstige Burgnamen dorthin übertragen worden sein. Daher bliebe der Name „Möckenburg“ für diese Motte offen. Und wenn man sich die großen Wasserflächen am Rande des Further Moores betrachtet, könnte die Anlage tatsächlich einstmals „Mückenburg“ geheißen haben. Der Link zur Rheinischen Post.

Die Motte Möckenburg

RP und lokale Presse berichteten ausführlich vom Crossover-Projekt

(Autor des Textes und „Erbauer“ des Mottenmodells: Claus-Peter Peters. Weitere Infos zum Crossover-Projekt der Künstlergruppe Falter sowie Bilder aus der Entstehungszeit des Modells finden Sie auf der Webseite der Gruppe IG-KLM.de)

Fehler zum ältesten Knochen

20.11.2014 Buchvorstellung Keine Kommentare

Fehler zum ältesten Knochen

Langenfeld im Wandel der Zeiten

Warum der Fehler zum ältesten Knochen nicht auffiel, ist eine tatsächlich sehr spannende Frage. Als ich das Buch Langenfeld im Wandel der Zeiten (Link zur Beschreibung) verfasste, hatte ich das Jahr 796 als das Jahr im Kopf, dass bei der C-14 Analyse zum ersten, nachweislich in Richrath, Bestatteten ermittelt wurde. Also: Es war mir bekannt, dass die früheste Grablege an St. Martin in Richrath im Jahr 796 nach Christus erfolgte. Dennoch fühlte ich mich irgendwie unsicher und ich hätte vom PC aufstehen und nachgucken müssen, ob es tatsächlich das Jahr 796 war. Habe ich aber nicht, sondern habe weiter geschrieben, weil ich ohnehin noch einmal alles zu kontrollieren gedachte und deshalb das Jahr 779 genommen. Das, so glaubte ich, würde mir auffallen und deshalb könnte auch nichts schiefgehen.

Es ging aber schief. Dabei habe ich fast jeden Tag in Richtung Düsseldorf das Schild mit der Nummer 779 bei der deutschen Bahn vor Augen, das ausweist, dass der S-Bahnhof Langenfeld bei Kilometer 20/8 an der Köln-Mindener Eisenbahn liegt. Also: Schild 779 gibt an, dass der Mast, an dem es montiert ist, 20 Kilometer und 800 Meter vom Kölner Hauptbahnhof entfernt steht. Wie an jeder anderen Strecke der Bahn, finden sich alle 200 Meter von einem jeden Ausgangspunkt Schilder mit dicken Ziffern, bei uns am Bahnhof das mit den dicken Ziffern 20/8 und einer kleinen Nummer 779 in der Ecke. Übrigens hatte ich einmal vermutet, es gäbe eine Bestellnummer 779 für alle Schilder mit den dicken Ziffern 20/8, ist aber nicht der Fall. Die Bahn macht es sich nicht so einfach. In Fahrtrichtung Köln hängt das Schild 20/8 mit der Nummer 780. Ist aber hinten am Bahnsteig und ich fahre nicht oft nach Köln. Dennoch, wenn man jeden Tag auf die 779 schaut, hätte es doch – verdammt nochmal – klingeln müssen.

Fehler zum ältesten Knochen

Schild 779 am Bahnhof

Es hat aber nicht geklingelt. Der Fehler fiel mir erst auf, als das Buch gedruckt vor mir lag. Ich habe sofort nachgeschaut und – mich bestätigt gefunden. Ein fetter Fehler zum ältesten Knochen: Er datiert in das Jahr 796. Ich hätte einfach nur 796 schreiben müssen und es wäre nichts passiert. Dass ich mich an diesem Punkt nicht mehr selbst kontrollierte, wäre nie aufgefallen. Verzeihlich, mag mancher denken, vor allem wenn  der Autor keinen Korrektor und keinen Lektor hat. Auch ich würde es jedem anderen nachsehen, es mir selber nachsehen, konnte ich dagegen lange nicht.

Denn ich bin ja dumm aufgefallen. Und jetzt kann ein Jeder, der die Langenfelder Geschichte kennt, auf mich zeigen: „Der schrieb ein Buch zur Stadtgeschichte mit dem Jahr 779 vom ersten Knochen, wo doch jeder weiß, dass es 796 hätte heißen müssen.“ Was soll ich sagen, ich habe mich deshalb lange geschämt, unendlich geschämt – und daher diesen, im Jahr 2018 verfassten Blogartikel vordatiert. So kann ich zur Not darauf verweisen und dennoch hoffen, dass den Artikel – irgendwo hinten unten – niemand findet. Denn es ist ein so unverzeihlicher Fehler, Richrath 17 Jahre älter zu machen, als es ist.

In diesem Zusammenhang fiel mir dann irgendwann noch etwas auf: Die Zahlen „7“ und „9“ werden als heilige Zahlen im Katholizismus (war einst meine Religion) der Muttergottes zugeordnet. Und da ich für die „Mutter der Welt“ als Mystiker tätig bin, kam mir womöglich neben dem Bahnhofsschild aus einem zweiten Grund die Zahl 779 in den Sinn. Ich halte es nämlich für sehr wahrscheinlich, dass ich nur deshalb an den Ausgangspunkt aller Sagen um versunkene Schlösser geboren wurde, weil ich das Rätsel um den Tod der Mystikerin der Sage zu lösen hatte. Dazu notiert, munkelt man unter Mystikern, dass SIE ihre Schäfchen immer besonders im Blick hält und dass SIE wegen der Sage(n) vom versunkenen Schloss – gerade auf Langenfeld – seit Jahrhunderten ein besonderes Auge wirft. Dann hätte die Chefin bei meinem, eigentlich unverzeihlichen Irrtum zum Jahr 779, noch selbst ihre Finger im Spiel gehabt.  Selbstredend reine Spekulation – natürlich! Dennoch könnte ich dazu noch einen draufsetzen:  Als am 24.07.1774 kein Geringerer als (Rätselmeister) Johann Wolfgang von Goethe – womöglich neugierig – durch Langenfeld ritt, mag er sich vielleicht gedacht haben: „Na denn, von hier berichtete (Rätselmeister) Dante in der Komödie und ein Nachfolger von uns beiden muss dereinst das Rätsel lösen. Hier also ist der Wald im langen Feld, wohin einst ein Ritter seine Braut verschleppte…“ – Sie halten das für spinnert? Finden Sie doch einmal heraus, was Dante über meine Bücher dachte und – lesen Sie sein Urteil dazu nach in der „Göttlichen Komödie“.

Der Hinweis zum Buch: Das ehemals mit 30 EUR veranschlagte Buch Langenfeld im Wandel der Zeiten kostet mittlerweile, in den letzten Exemplaren preisreduziert, nur noch 20 EUR. Damit liegt es sogar inzwischen satte 2 EUR 50 im VK unter dem Gestehungspreis. Das rechne ich als echtes Schnäppchen für ein zeitgeschichtliches Dokument.

 

Fehler zum ältesten Knochen und zu zeitgeschichtlichen Dokumenten

Die Seelenfibel – das künftige Elementarlehrbuch für die Welt, wenn sie es denn mag.

Ebenfalls ein zeitgeschichtliches Dokument und ebenso als Schnäppchen für nur 20 statt einst 25 EUR angeboten, wird der 940 Seiten dicke Schmöker Die Seelenfibel – „Elementarlehrbuch über den gemeinsamen Urgrund von hoher Literatur, Philosophie, Märchen, Sagen, Metaphysik und zur Persönlichkeitsentwicklung“. Erhältlich ist auch dieses Werk wie Langenfeld im Wandel der Zeiten in den Räumlichkeiten der Künstlergruppe Falter im Marktkarree, Solinger Str. 20 in Langenfeld.

Zur Entstehungsgeschichte beider Werke: Von der Gruppe Falter angestoßen, ich möchte nämlich meine Arbeiten statt nur bei Amazon (Link zur Plattform), doch auch zum Bratapfelmarkt 2013 in Buchform präsentieren, entstanden beide Druckwerke. Während Langenfeld im Wandel der Zeiten meine Arbeit zu mündlichen Überlieferungen, insbesondere ausgesuchte, von mir verfassten Wikipedia-Lemmas zur Stadtgeschichte vereint, präsentiert Die Seelenfibel ausgesuchte mystischen Arbeiten um Literatur, Philosophie, Märchen und Sagen aus meiner Feder. Dazu notiert, fiel es mir leicht, Märchen aufzulösen, weil ich mich zuvor intensiv mit der Mystik einer Sage beschäftigte. Denn eine Sage spiegelt die Erlebnisse aus der Sicht von Betrachtern wieder, die oft das Gesehene nur interpretierten, während Märchen zwar von inneren Prozessen berichten, doch von denjenigen verfasst wurden, die selbst das Erlebte zu Geschichten verarbeiteten. Beide Überlieferungsformen werden im Werk umfänglich gewürdigt, ohne dass Literatur, Religionsstifter oder auch Anleitungen zu eigenen Wegen zu kurz kämen. Ich möchte Ihnen jedenfalls Die Seelenfibel ebenso ans Herz legen, die in dieser ersten Auflage zwar noch als ein Versuchsballon gelten darf, die künftig jedoch, womöglich einmal als Bibel- und Koranersatz, die Welt verzücken könnte (kommt allerdings noch drauf an, ob man mir zuhören möchte).

Langenfeld im Wandel der Zeiten

17.11.2014 Allgemein, Buchvorstellung, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Langenfeld im Wandel der Zeiten

Langenfeld im Wandel der Zeiten

Langenfeld im Wandel der Zeiten – Charme und Geschichte einer Stadt im Rheinland.

Noch ein Buch zur Stadtgeschichte, wird mancher fragen. Tut das denn Not, wo sich keiner mehr für Geschichte interessiert und hier fast nur noch Zugezogene leben. Ja, weil es nicht ausschweifend, sondern kurzweilig ist. Weil es viele neue Ansätze bereithält und nicht über Adelige und Pfaffen schwafelt. Weil es tolle Bilder hat und nicht den alten verstaubten Mist präsentiert, den sowieso keiner mehr kennt. Weil es die Kulturbeauftragten ärgert und die Bürger freut. Weil es aus Wikipedia heraus angestoßen einen Kontrapunkt setzt gegen dröge Historiker. Deshalb war das Buch richtig und wichtig. Langenfeld im Wandel der Zeiten ist überdies ein zeitgeschichtliches Werk, das ab 2017 in Wendezeit Geschichte (Link zum Verkäufer Amazon) einen kleinen Ableger gefunden hat – darin im Übrigen auch „Die Sage(n) vom versunkenen Schloss“.

Rückblick: Das Grüne Sofa präsentierte das Buch Langenfeld im Wandel der Zeiten sowie dessen Autor, den Betreiber dieser Webseite, am 09.12.2014 um 19 Uhr 30 im Haus Arndt. In der genannten Veranstaltung wurde aus dem Werk vorgelesen, was der Unterzeichner durch Erläuterungen und Vertiefendes zu ergänzen wusste. Die erschienenen 25 Zuhörern (voll besetztes Haus) im Dachstübchen von Haus Arndt erlebten jedenfalls einen spannenden Abend zur Geschichte der Stadt Langenfeld. In einem zweiten Teil präsentierte der Autor darüber hinaus Einblicke in das Werden eines metaphysisch-philosophischen Werks. Ein Schaffen, dass es ohne Langenfeld, ohne „die Sage(n) vom versunkenen Schloss“ und ohne manchen Mitmenschen hier so nicht gegeben hätte. Ein dritter Teil mit einigen amüsanten Kurzgeschichten rundete seinen Vortrag ab.

Nun waren Sie nicht beim Vortrag (den es in dieser Form auch nicht mehr geben wird) und überlegen, Langenfeld im Wandel der Zeiten zu erwerben. Meine Meinung ist, es lohnt sich in jedem Falle. Der Grund dafür: Das Buch wurde von Julius von Bukowski, inzwischen verstorbener Buchhändler (und Weinfest-Initiator/Organisator mit immer großem Einsatz für die Lokalgeschichte) 2012/13 der Stadt vorgelegt. Julius von Bukowski fand das Werk der Veröffentlichung und Unterstützung durch die Stadt wert, doch wurde es von dort zurückgewiesen. Als Begründung gab man an, nicht in allen Teilen mit der Meinung des Autors konform zu gehen. Was manchem als ein Makel erschiene, ist schlichtweg ein Ritterschlag, es nämlich richtig gemacht zu haben.

Dazu am Rande ergänzt: Es gibt nicht nur eine Geschichte. Wenn zwei Menschen etwas erleben, wird es in vielen Teilen ähnlich berichtet werden. Doch schon mit den Schwerpunkten, die die beiden Berichterstatter setzen, verändern sich auch Verständnis und Blickwinkel eines jeden Zuhörers. Gehen wir über die Jahrhunderte hinweg, finden sich über viele Köpfe und Generationen hinweg – das System der stillen Post – unterschiedliche Darstellungen bei den Nachfahren. Und doch gehen die unterschiedlichen Darstellungen auf zwei Berichterstatter und zu guter Letzt auf nur ein Ereignis zurück. Meine Frage: Wer hat da eigentlich recht – oder dürfen es am Ende nicht mehrere Wahrheiten bleiben? Aber das sind Überlegungen, die Historikern nie in den Sinn kämen.

Wie dem auch sei, das Buch gab es in der Bratapfelmarkt-Sonderausgabe 2013 für früher 30 EUR. Inzwischen werden die letzten Exemplare preisreduziert für 20 EUR in den Räumen der Künstlergruppe Falter, Marktkarree, erstes Obergeschoss, angeboten. Greifen Sie also zu, es lohnt sich und Nachdrucke wird es nicht mehr geben. Trotz eines kleinen Fehlers, der Sie nicht stören sollte, weil ohnehin kaum der Rede wert, sollten Sie zugreifen. Denn Langenfeld im Wandel der Zeiten ist und bleibt ein zeitgeschichtliches Dokument.

Die Wikinger und eine Markgrafschaft?

28.09.2014 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Wikingerhäuser in Haithabu

Nachbau einiger Häuser der Haupthandels-Metropole der Wikinger

Von den sogenannten Fachleuten gerne in Abrede gestellt, wird die Annahme des ersten Stadtchronisten Langenfelds, der 1963 behauptete, Richrath sei einst Markgrafschaft gewesen. Baron von Galera wird wohl auf ihm zugängliche Quellen bzw. Privatarchive des lokalen Adels zurückgegriffen haben. Vielleicht hatte er auch Informationen, die mündlich in seiner Familie weitergegeben wurden. Wir wissen es nicht. Jedenfalls nahm er nicht nur eine Markgrafschaft für Richrath an, sondern zugleich war die Motte Virneburg für ihn eine vor 960 existierende Größe, wie es die Karte in seiner Schrift zur Stadtgeschichte aus eben dem Jahr 1963 ausweist. Die Virneburg war meines Erachtens eine in eine germanische Ringwallanlage in Hapelrath hineingebaute Turmhügelburg, die möglicherweise planvoll versenkt wurde. Zu den Herren von Virneburg erfahren Sie überdies auf Interessantes auf der Seite „Argumente für einen Fundschatz„. Doch sei an dieser Stelle nicht zu viel und zu weit ausgeholt, ich möchte nicht gleich überfrachten. Meine Bilder aus Haithabu jedenfalls mögen Ihnen zunächst einen Eindruck von den mittelalterlichen Wohnverhältnissen außerhalb der römischen Einfluss-Sphäre vermitteln. Selbstredend bleibt es nicht bei der einfachen Darstellung der Häuser aus Hathabu, dafür schwirren mir bei jedem Häppchen Stadtgeschichte gleich weitere Informationen durch den Kopf (wie eben jene zur Markgrafschaft Richrath, zu Wikingerüberfällen bis nach Köln etc.). Lassen Sie sich auf dieser Webseite von den Bildern animieren und – besuchen Sie einmal Haithabu, Schleswig und vor allem das Schloss Gottorf mit seiner archäologischen Sammlung. Zu meinem „Besuch in Haithabu„.

Autor besucht Motte Lütjenburg

28.09.2014 Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Frühmittelalterliche Festungskunst

Der Wehrturm der Motte Lütjenburg im Kreis Plön

Der Autor und Betreiber dieser Webseite nutzte seinen Jahresurlaub in Schleswig-Holstein, den Nachbau der Turmhügelburg Lütjenburg im Kreis Plön zu besuchen. Jede Menge Bilder und interessante Einblicke in das Leben der Burgherren des frühen Hochmittelalters waren als Ausbeute zu verzeichnen. Was es mit Motten (Turmhügelburgen) und der hiesigen Sage vom versunkenen Schloss auf sich hat, warum die Namen Möckenburg und Virneburg wohl keine Bauernhöfe bezeichneten und was wir für die Stadtgeschichte deshalb mitnehmen dürfen, erläutert der Artikel „Ritter Pitter in der Lütjenburg„.

Haus Arndt

13.09.2014 Allgemein, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches Keine Kommentare

Unser Stammquartier der IG-KLM

Das Domizil der Künstlergruppe Falter, die vom Betreiber der Webseite am 5.9.2012 gegründet wurde.

Obwohl sich am Haus die Jahreszahl 1667 fand, ist die Existenz des Hauses Arndt erst aus einer Karte aus dem Jahre 1810 gesichert. Es wird zumindest bereits 1809/10 bestanden haben. Die Annalen der Besitzerfamilien indes reichen weiter zurück, sodass ein längeres Bestehen am Ort nicht auszuschließen ist. Ursprünglich war das Haus landwirtschaftlich genutzt. Heute ist im Haupthaus ein gatronomischer Betrieb, in einem Seitengebäude (zeitweilig Schreinerei / Pferdestall) eine Weinhandlung untergebracht. Die rechts des Hauses gelegenen ehemaligen Stallgebäude mussten bereits in den 1960er Jahre Garagen weichen. Sie sind seit 1984 nicht mehr vorhanden und bieten somit einen Durchgang zum Marktplatz. Der heutige gastromische Betrieb „Haus Arndt“ verfügt über zwei Terrassen, rückwärtig über eine gepflasterte, vor dem Haus liegt sie im ehemaligen Vorgarten und stellt damit eine der wenigen nicht versiegelten Flächen in der Innenstadt dar.

Haus Arndt lag im Übrigen an einer von nur vier Bachbrücken im Stadtgebiet und zugleich an einem der drei alten Fernhandelswege. Der älteste war der Mauspfad, ein in Langenfeld seit der Bronzezeit nachgewiesener Fußpfad durch das Stadtgebiet, der etwa Köln über weiter Butenweg, Hellweg und weitere Hansestraßen mit der Küste verband. Ab dem Mittelalter verband die spätere B 229 den Hitdorfer Rheinhafen mit Solingen. Solinger Stahlwaren traten ihren Siegeszug somit an Haus Arndt vorbei in die weite Welt an. Bei Haus Arndt war daher auch „zum Abkassieren“ des früher üblichen Wegezolls eine der Stationen im Stadtgebiet eingerichtet, an der das sogenannte „Barriere-Geld“ erhoben wurde und sich nur bei Zahlung die Schranke hob.

Verwundern darf es uns daher nicht, dass die Verbindung Bergisches Land und Hitdorfer Hafen (tatsächlich einst das Tor zur großen weiten Welt) uns dann wohl einen waschechten Solinger als Gastwirt im Haus Arndt beschert hat: Olaf Kohler. Einmal gar nicht am Rande notiert, sei ihm an dieser Stelle einmal für seine vielfältigen Unterstützungen der Künstlergruppe Falter gedacht, ohne die sich der Erfolg der Gruppe bei Weitem nicht so einfach gestaltet hätte.

Hennes im Kreisverkehr

12.09.2013 Allgemein, Nonsens Keine Kommentare

Kreisverkehr mit Hennes

Hennes im Kreisverkehr

Manch einer vermutete bereits, dass dem inzwischen eingeschläferten FC-Maskottchen Hennes VII im Kreisverkehr an der Metzmacherstraße / Talstraße ein Denkmal gesetzt wurde, weil fast alle FC-Abstiege aus der Bundesliga in seine Ära fallen. Andere vermuteten gar, hier würde an Hennes II erinnert, um den Schmerz um die Vergiftung des Vereinssymbols – so glaubten es damals eingefleischte FC-Fans – durch die verfeindeten Anhänger von Borussia Mönchengladbach wach zu halten. Wieder andere erinnerten daran, dass mancherorts der Teufel im Geißbock gesehen werde (vergleiche das Bild), wie etwa im Falle der Schwarzwald-Gemeinde Bad Teinach-Zavelstein und betrachteten das Abbild bislang mit dem größten Argwohn. Und noch andere hielten, wie im Falle der Teufelsbrücke in der Schweiz über die Schöllenenschlucht, einen Triumph über den Teufel für die wahre Ursache dieses obskuren „Denkmals“.

Nichts von alledem ist wahr, liebe Leser. Dennoch verkörpert der Geißbock, wie es die Seitenansicht schon vermuten lässt, den Teufel, allerdings nicht die Personifizierung des Zweifels, sondern den „Bösen Menschen“ schlechthin. Er steht deshalb im Kreisverkehr, weil dort der Hucklenbruch beginnt, der in der frühen Neuzeit Schauplatz einer traurigen Geschichte wurde. Denn dort wurde eine wohl Unschuldige, eine Adelige(?), offenbar als Hexe aufgegriffen und zu vermutend auf dem Galgenplatz „Am Galhaus(en)er Bach“ enthauptet. Ihr Schädel wurde hernach an der heutigen B 8 angenagelt zur Schau gestellt (der so genannte „Genagelte Schädel aus Langenfeld„), bevor er an Ort und Stelle verscharrt wurde. Vor diesem Hinterrund warnt der Geißbock auf dem Rondell heutzutage jeden, der sich auf dem einstigen Mauspfad befindet, dass er auf dem Hucklenbruch seinen Kopf verlieren kann. Überdies sollte jeder weiblichen Person auf dem Weg nach Köln bewusst sein, in welche Gefahr sie sich begibt. Man muss nämlich keine Engländerin sein, um zusammen mit elftausend anderen Jungfrauen im Gebeinhaus der Kölner Kirche St. Ursula zu landen (Nähe Bahnhof und gegenüber dem Brauhaus „Zur Schreckenskammer“).

Und sollte der Geißbock andererseits – dies völlig wider Erwarten – dennoch auf das FC-Maskottchen und damit auf aktuell den Bock Hennes VIII verweisen, mag der Hennes als Maskottchen dem Verein genau so viel Glück bescheren wie sein unmittelbarer Vorgänger.

 

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