Kategorie: Allgemein

Feedback zur Kirmes 2013

schrieb am 08.09.2013 - Allgemein, Nonsens, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Liebe Kirmesjonge,

Eure Schürreskarren-Rennen 2013 waren wieder erste Sahne. Nur in Stichworten: Vater (im Großvateralter) schlägt seinen Sohn (im guten Mannesalter) im Rennen allein durch Routine. Insgesamt 4 spannende Vorläufe und ein geiles Finale, daneben ein Altherrenlauf, wieder einmal ein Jugendlauf, drei spannende Kettcar-Rennen, ein Kettcar-Rennen nur mit Mädels sowie ein Schürreskarr-Rennen nur mit Mädels, drei Gästerennen und vier „Unfälle“ haben eine unglaubliche Dynamik erkennen lassen. Selbst wenn heute wegen des miesen Wetters nur wenige in die Baumberger Straße kamen, in den gut 15 Jahren, die ich nach Berches komme, war das ein Besuch, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. Leider hatte ich Eure Kirmes viel zu lange „nicht auf dem Schirm“, kenne zwar noch die Treibstraße aber die Sandbahnrennen allein aus Erzählungen. Darüber könnte ich mir heute in den Hintern beißen. Deswegen schreibe ich jedoch nicht.

Startvorbereitungen

Vor dem Start das Kölsch herabgespült und dann geht’s los.

Wenn es auch so schön war wie schon lange nicht mehr, meine ich, eine Unregelmäßigkeit melden zu müssen. Wenn ich das richtig beobachtet habe, wurde Achim im dritten Gästelauf zunächst der Start vorgegaukelt, worauf er sein Bier austrank und loslief. Dann hat man ihm einen Frühstart vorgehalten, sodass er gleich noch ein zweites Bier hinterher kippen musste. Das hat ihn natürlich zurückgeworfen, weshalb er das Rennen dann auch nicht gewinnen konnte. Durch eine „peinliche Befragung“ mittels Kölsch und „intravenöser Zugabe“ von härteren Drogen wird man bei seinen Mitläufern die Wahrheit ans Licht bringen können. Höchst vorsorglich: Ich lasse mir nicht entgegenhalten, dass ich wegen der Aufregung bei den Rennen wenigstens bei jedem zweiten ein Kölsch getrunken habe. Das mit Achim habe ich mal ganz genau mitbekommen. Deshalb, so meine ich, müssten seine Mitläufer disqualifiziert werden oder aber Achim nächstes Jahr eine neue Chance bekommen.

Wie dem auch sei, in jedem Fall Grüße aus Immigrath und eine restliche schöne Kirmes wünscht Euch  – der Ritter Pitter vom versunkenen Schloss.

Was feiern nach Wegfall der Religionen?

schrieb am 27.12.2012 - Allgemein, Namen und Deutungen, Privates - Noch keine Kommentare

Nicht nur die Grünen machten sich zu diesem Thema Gedanken. Schon 2012 hatte ich so einige Ideen zu dem Thema, ob nun sinnig oder unsinnig, will ich nicht entscheiden. Es war in erster Linie einmal nur eine reine Sammlung von Überlegungen.

Der Wegfall der Religionen hat bedauerlicherweise den Wegfall einiger Feste und Feiertage zur Folge, wenn diese nicht entsprechend umgewidmet werden. Damit es in Deutschland keine gravierenden Änderungen im Feiertagskalender gibt, hier meine Vorschläge: Unproblematisch sind ja ohnehin die gesetzlichen Feiertage wie Sylvester, Neujahr, der Maifeiertag oder der Tag der deutschen Einheit. Da mir die ersten Drucke der Bücher „Göttliche Erkenntnis“ am 23.12.1999 sowie „Die Reise in die Seele“ am 23.12.2009 zugestellt wurden, plädiere ich für einen Bescherungsabend am 23. Dezember eines jeden Jahres, anschließend einem Fest der Freude und Versöhnung für zwei weitere Tage. An Ostern wird bereits jetzt des Friedens gedacht, sodass das Osterfest künftig als Friedensfest über weiterhin vier Tage gefeiert werden sollte. Pfingsten war bislang das „Fest des Heiligen Geistes“ und würde zukünftig als „Fest der Erleuchtung“ Bestand haben können. Aus Christi Himmelfahrt würde der gesetzliche „Vatertag“ und aus Fronleichnam der gesetzliche „Muttertag“, denn Sonntags ist ein solcher Gedenktag albern und darüber hinaus will der Blumenhandel weiterhin florieren. Allerheiligen sowie der Buß- und Bettag könnten dagegen locker durch neue gesetzliche Feiertage wie Weiberfastnacht und Rosenmontag ersetzt werden. Anstatt also die Totenruhe durch Andachten und bunte Lämpchen zu stören, müsste dann ebenfalls in bislang unkarnevalistischen Gegenden Deutschlands der Winter ausgetrieben werden. Bei einem derart sonnenhungrigen Volk wie dem der Deutschen sollte dieser Vorschlag allerdings auf ungeteilte Zustimmung stoßen können.

Damit zu den „unchristlichen“ Festen: Ramadan sowie das abschließende Fastenbrechenfest lassen sich problemlos integrieren, wobei es sowieso freigestellt sein sollte, zwischen Karneval und dem Friedensfest oder eben nach alter islamischer Sitte zu fasten. In dieser Zeit ehemaligen Christen die Vorzüge der orientalischen Küche vorzustellen, ist aber in jedem Falle eine gute Idee. Das Opferfest, der Geburtstag des Propheten Mohammed, das islamische Neujahr sowie das Ashura-Fest (Fasten- und Rettungstag des Propheten Moses) lassen sich naturgemäß schwieriger umwidmen. Hier hilft vielleicht das Bewusstsein weiter, sich einstens aus dem Christentum entwickelt zu haben. Für das jüdische Pessachfest als Erinnerung an den Auszug aus Ägypten fällt mir spontan nichts ein. Die Matzen (eine jüdische Fastenspeise) des Matzenfestes (so erzählte es mir meine Großmutter) sollen allerdings auch mit Butter und Marmelade gut schmecken. Hier fehlt es mir jedoch bislang an den entsprechenden Erfahrungen. Wie man es darüber hinaus weltweit mit den Festen halten will, muss man einfach mal sehen. Zur Not übernimmt man unsere Feste und macht bezüglich der eigenen gute Vorschläge zur Umwidmung. Wenn es Sinn macht, sollten die Feste dann weltweit übernommen werden.

Geschichtliches zum Karneval / Hahnenparade

schrieb am 11.09.2011 - Allgemein, Nonsens, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus…

Brigitte Förster und Heinrich Klassen von der KG Postalia werden als Prinzessin Brigitte I und Prinz Heinrich I das Narrenvolk in die Session 2011/12 führen. Das berichtet die Wochenpost in der Ausgabe vom 5.7.2011 mit Hinweis auf ungewöhnlich gut informierte karnevalistische Kreise. Da mutmaßlich vor genau 100 Jahren der erste Karnevalszug durch Langenfeld ging, organisiert übrigens von den Aehnse Käls, aufgegangen in der KG Spießratzen 1952, ist der Entscheid für die beiden von historischer Tragweite. Nimmt man dagegen die offizielle karnevalistische Position aufgrund des nachgewiesenen ersten närrischen Lindwurms 1913 als die Geburtsstunde närrischer Straßenumzüge in Langenfeld an, so regieren die beiden das Narrenvolk immerhin im 99. Jahr (!) nach dem ersten Rosenmontagszug. Wie dem auch sei, entbieten wir den beiden unseren karnevalistischen Gruß mit einem dreifachen „Trari-Trara“ – „Postalia“, „Rösroth“ – „Alaaf“ und „Langenfeld“ – „Helau“. Freuen wir uns auf eine rattenscharfe Session mit Prinzessin Brigitte sowie unserem karnevalistischen Nordlicht, Prinz Hein.

… und das gemeine karnevalistische Volk ??

Hat schon mal am 8.7.2011 „trocken“ mit einer Hahnenparade anlässlich des portugisischen Jahres üben können. 65 bemalte Hähne von 2,10 Meter Höhe und 90 Ein-Meter-Hähne zeigte die Parade ohne Kamelle und Strüssjer auf der Haupt- und Solinger Straße. Hahnenparadeplatz war der Parkplatz vor der Hauptstelle der Stadtsparkasse. Gedacht wurde übrigens dem Wappenvogel Portugals, dem „Galo de Barcelo“. Dazu die Geschichte, die der Wochenanzeiger mit Ausgabe vom 8.7.2011 erzählte:
Ein des Silberdiebstahls Beschuldigter verlangte vor der Hinrichtung noch einmal den Richter zu sprechen. Dieser aß gerade einen gebratenen Hahn, als ihm der Verurteilte eröffnete, dieser Hahn würde während der Hinrichtung zum Zeichen seiner Unschuld vom Teller hüpfen und zu krähen beginnen. Tatsächlich geschah es, dass der (gebratene) Hahn während der Hinrichtung zu krähen begann. Da eilte der Richter zum Richtplatz, um die Hinrichtung zu stoppen. Doch ohne jemandes Zutun hatte sich dort die Schlinge um den Hals des Verurteilten von selbst gelöst.
Eine schöne Geschichte und eine insgesamt interessante Veranstaltung. Allerdings trübten lauwarmes Früh aus Plastikbechern und abgezählt kaltes Sagres aus der Flasche die Freude bei diesem mutmaßlich einmaligen „Event“ (Das Wort „iwent“ ist neudeutsch für Veranstaltung).

Ein Ausblick auf die Session 2012/13

In der Session 2012/13 werden die Langenfelder Karnevalisten ihres ersten Karnevalszuges vor rund 100 Jahren gedenken. Dank meiner Erinnerung geht das denkwürdige Ereignis nicht unter. Tatsächlich könnte sich der Zug übrigens schon zum 101ten Male jähren, denn der Zeitungsbericht aus dem Jahre 1913 spricht von einer (wenigstens) zweiten Veranstaltung der Karnevalsgesellschaft „Aehnse Käls“ auf dem Hucklenbruch. Damit wird ein erster Umzug am Rosenmontag des Jahres 1911 oder 1912 wahrscheinlich. Wegen einer möglichen Pause damals ist es natürlich nachvollziehbar, dass das Ereignis erst (deshalb ganz sicher mit dem Zeitungsartikel aus 1913) dann im Jahre 2013 entsprechend gefeiert wird.
Allerdings läge mit dieser Überlegung soeben die 99. Wiederkehr dieses Ereignisses vor uns, ohne dass der närrischen „99“ gedacht würde (obwohl Brigitte und Hein gemeinsam 111 Jahre alt sind und am 11.11.11 inthronisiert wurden). Aber wat soll’et? Der Karneval wird nachweislich in Langenfeld bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gefeiert, selbst wenn die Stadt als Ganzes nicht eben zu einer seiner Hochburgen gerechnet wird. Vielleicht liegt es am Altbier/Kölsch-Äquator, der auf die alten Dekanatsgrenzen (Norden und Mitte: Neuss, Süden: Deutz) zurückgeht, dass hier das gemeinsame Feiern aller Stadtteile noch immer etwas schwer zu fallen scheint. Auf einen solchen tiefen Grund würden im Übrigen auch die Veedelszüge in Berches und seit 6 Jahren in Reusrath, dort der Lichterzug, verweisen.
Egal! Erst einmal Hein und Brigitte alles Gute für die Session 2011/12. Zudem viel Erfolg den beiden mit ihrer Karnevalshymne, die Hein bereits auf dem Gänsemarkt mit wunderbarer Stimme zum Besten gab, und uns allen viel Spaß in der Session mit Alaaf und Helau.

(Nachtrag 2013: Es gab keine Feier. Auch die Karnevalisten haben ihre Geschichte vergessen)

 

Alt oder Kölsch im Karneval

schrieb am 01.03.2011 - Allgemein, Nonsens, Privates - Noch keine Kommentare

Qual der Wahl oder gibt es Argumente für und gegen eines der Biere?

Als Bewohner eines Städtchens zwischen Köln und Düsseldorf (oder umgekehrt) kennt man Alt und Kölsch zur Genüge, schließlich führen Ausflugs- und Einkaufswege nicht selten noch in eines der Brauhäuser der Nachbarstädte. Um den grundsätzlichen Entscheid vorweg zu nehmen: Alt ist herber und enthält mehr Bitterstoffe (gut für die Verdauung). Dazu ist es besser geeignet für das Durchspülen der Nieren. Kölsch ist von wässerigerer Konsistenz (der eine oder andere spricht abwertend von Maurerpisse), kann aber gegenüber Alt in größerer Menge problemlos vom Körper verkraftet werden. Und – sofern man zu einem „guten“ Kölsch greift – bereitet es keine Kopfschmerzen. Also lautet die Wahl: Trinke besser „KÖLSCH“ im Karneval. (An dieser Stelle mag über Selbstverständliches wie ein gutes Frühstück, Essen zwischendurch, keinen Schnaps und ein wenig Selbstdisziplin nicht gesprochen werden.)

Was aber ist ein „gutes“ Kölsch? Der Bier- und Ortskundige vertraut hier auf die alte Faustformel: Kein Kölsch mit „S“ am Anfang. Also kein Sion, Sester oder Sünner, denn das sind Biere ausschließlich für Kölschgewohnte Kölner, vorsichtig formuliert. Ausdrücklich auszunehmen von dieser Regel ist das ohnehin seltene Schreckenskammer, fängt ja auch mit „Sch“ an. Leverkusener stellen oft eine Regel über „G“ auf, also Ganser, Gaffel oder Gereons, doch schießt hier der Unmut über das eigene „Ganser“ übers Ziel hinaus. Zugegeben kann man mit Ganser sicher gut die Haare kuren oder sich die Füße waschen, aber Gaffel oder Gereons sind noch genießbar und mit Garde steht zudem ein ordentliches Kölsch am Start. Was über Zunft, Rats, Peters, Maximilians oder Dom zu sagen wäre? Es kommt immer drauf an, liebe Leute, wo man ist und was man kriegt. Und statt das Pferd vom Schwanz her aufzuzäumen, geht man es besser gleich von oben her an: Gib Früh oder Mühlen, Päffgen oder Reissdorf ins Glas, denn die Vier können was! Und sinnvoller Weise sollte es immer zwischendurch ein Wasser sein, um das Bier nicht gegen den Durst zu trinken. Zudem ist auf frische Luft statt auf Glimmstengel geschwängerte Luft zu achten, dann sind Kopfschmerzen selbst mit mehreren Litern Kölsch (über den Tag verteilt) kein Thema.

Dennoch zum Alt, das manchem schon allein wegen seiner Schwebstoffe „eine dicke Rübe“ bereitet. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, (im Karneval) Alt zu trinken, sollte in jedem Falle eine längere Rekonvaleszenszeit eingeplant werden. Hastiges Trinken verbietet sich mit Alt noch mehr als mit Kölsch und es sollten Wasserpausen eingehalten werden. Zu den Sorten an sich, greife man zu den Bieren aus den kleinen Privatbrauereien, also zu Schlüssel, Füchschen, Schumacher oder Üriges, wobei das erste das mildeste, das letztgenannte das herbste ist. Frankenheim hat inzwischen von Fass zu Fass eine unterschiedliche Qualität und Schlösser oder Diebels leben mehr von ihrem einstigen Ruf. Düssel, bis zum zweiten Weltkrieg das Namensgebende Pendant zum Kölsch, ist mit Untergang der Hirschbrauerei als Tochter der Monheimer Brauerei vom Markt verschwunden. Darüber hinaus spielen das malzig, dunkle Wienges wie das hellere, süffige Gleumes nur in ihrer Herkunftsstadt Krefeld eine bescheidene Rolle.

Ein Wort zu Pilsener Bieren: „Abends Bit, morgens fit“ gilt noch immer uneingeschränkt. Zudem lässt sich über Krombacher und Veltins nichts Negatives sagen: Die Urteile reichen von genießbar bis lecker und beide sind unproblematisch. Warsteiner taucht in der Gastronomie hierzulande häufig gemeinsam mit Frankenheim auf. Meine Empfehlung: Nach Kölsch fragen, gegebenenfalls die Kneipe wechseln. In diesem Zusammenhang angemerkt, verwundert es nicht, dass manches Kölsch gegenüber manchem Pils in der Blindverkostung zu trumpfen vermag. Denn während die großen Vier aus der Domstadt tatsächlich geschmackliche Qualitäten aufweisen, taugt anderes nur dazu, einem Esel ins Ohr gekippt zu werden.

Bezüglich der Braun- und Schwarzbiere, die hier nur während Bierbörsen zur Verkostung gelangen, somit für die Karnevalszeit ohne Bedeutung sind, kommt der Autor dann im Spätsommer 2011 auf die Angelegenheit zurück. Bis dahin sei um Geduld gebeten, denn die Erinnerung an die Aromen der vorwiegend ostdeutschen und tschechischen Biere ist inzwischen zu schwach, um heute über deren Vorzüge zu philosophieren.

(Karnevalsfreitag nach Weiberfastnacht (mit Kölsch) im Jahre 2011)

 

Ans Rheinische Landesmuseum

schrieb am 11.09.2010 - Allgemein, Archäologisches, Privates, Regionalgeschichte - Noch keine Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich gestern zum ersten Male in Ihrem Hause eingefunden, zugegeben, um mich in erster Linie einmal über die Ur- und Frühgeschichte des Rheinlandes sowie das Mittelalter zu informieren. Vieles über die römisch-germanische Zeit hält ja schon das Römisch-Germanische Museum in Köln bereit, sodass ich mir deshalb eine andere Gewichtung in Bonn erhoffte. Auch die Themenausstellungen an sich, fanden nicht alle meinen Gefallen.

Vorab bemerkt, ist meine persönliche Herangehensweise an die Exponate eines Museums von einer möglichst wertneutralen Betrachtung getragen, weil ich mir ohne wissenschaftliche Interpretationen zunächst ein eigenes Bild verschaffen möchte. In einem zweiten Schritt lese ich Begleittexte, um meine Ideen bestätigt zu finden oder aber Anregungen für ein anderes Sehen und Denken zu erhalten. Mangels einer chronologischen Darstellung allerdings stieß Ihr Ausstellungskonzept auf mein Unverständnis, weil sich scheinbar zusammenhanglos Exponate aller Epochen nebeneinander finden und in den Begleittexten nur auf die historischen, nicht aber auf die Ausstellungszusammenhänge verwiesen wird. Ich muss dazu sagen, dass ich in Ihrem Hause bewusst auf technische oder sonstige Hilfsmittel zur Begleitung der Ausstellungen verzichtete und wegen der tobenden Schulkinder in der obersten Etage startete.

So wurde mir nicht klar, wie etwa das Thema Herrschaft bei den wenigen und nicht sehr aussagefähigen Exponaten aus Altertum, Mittelalter und NS-Zeit erläutert wird, weil eben Begleittexte fehlen und sich ein innerer Zusammenhang nicht herstellen lässt. Ohnehin leben wir ja heute in einer Zeit ohne gefühlte Herrschaft, weil Politiker Sachzwänge vorschieben, wenn Lobbyisten ihnen ihre Handlungsanleitungen aufgeben. Nehmen wir hier als Beispiel die Bundeskanzlerin heraus, die nach der Verfassung die Richtlinien der Politik bestimmt, jedoch dann selbst in einer Frage wie der der Atompolitik weder ihr geballtes Fachwissen als Physikerin einbringt noch ein so genanntes Machtwort spricht, sondern sich hinter einer Entscheidung des Kabinetts verschanzt. So gewinnt der Bürger, anders als zu früheren Zeiten mit ihren im Christentum verwurzelten Herrscherpersönlichkeiten, eher den Eindruck einer Politik von austauschbaren Köpfen. Wie also wird Herrschaft überhaupt erfahren?

Auch das Thema des sich wandelnden Gottesbildes, das aufgrund der Vielzahl römischer Altäre sowie der christlich, sakralen Exponate breiteren Raum einnimmt, ist in dieser Form keineswegs selbsterklärend. Was war denn vor den Römern? Karls erster Sachsenfeldzug 772 mit der Zerstörung der Irminsul auf der Eresburg wäre ein Aufhänger gewesen. Woran glaubten die Germanen? Warum konnte sich das Christentum durchsetzen? Dass es einen Wechsel von der römischen wie germanischen Vielgötterei zum Eingottglauben gegeben hat, sich Rudimente der Vielgötterei in der katholischen Heiligenverehrung erhalten haben, das wird zumindest in den Begleittexten der Ausstellung nicht deutlich. Auch die schamhafte Darstellung einer jüdischen Thora in einer Gebäudeecke finde ich wenig gelungen. Gänzlich fehlen mir Exponate zu den zugewanderten Muslimen, obwohl über die aufgenommene Kultur eine Verbindung hergestellt werden könnte.

Theoretisch müsste beim Thema Gottesbild natürlich mit dem Streben des Menschen nach seelischer Reife begonnen werden, bekannt aus Goethes Hauptwerk, dem Faust, der in der Urfassung dieses Thema mit der Schüler-Mephistopheles-Szene unmittelbar anspricht und dieses metaphysische Streben der (humanistischen) Bildung entgegenstellt. Die beiden Wege, Schamanentum im Faust Teil 1 und Mystik im Faust Teil 2 wären anzusprechen, daneben Okkultismus, Philosophie und Riten. Aus welchen Quellen der Erkenntnis bedienten sich die Römer, aus welchen die Germanen? Welche Parallelen, welche Unterschiede zu anderen frühen Völkern sind zu erkennen? Auch ohne nennenswert in die Tiefe zu gehen, würde ich mir hier eine strukturierte Darstellung wünschen, wohl erkennend, dass statische Gründe des Hauses ebenso Einfluss auf die Ausstellung haben könnten.

Gefallen hat mir neben der Vor- und Frühgeschichte (Neandertaler) die Teilausstellung zur Renaissance mit den Glaubensstreitigkeiten. Die halte ich wegen der verschiedenen Aspekte bürgerlichen, adeligen und geistlichen Lebens für gelungen. An dieser Stelle erwartet auch niemand eine Betrachtung des bäuerlichen Lebens, zumal sich dort seit dem frühen Mittelalter nicht viel verändert hatte. Auch die Animationen zur Kölner Stadtbefestigung oder zu Mercators Genauigkeit bei der Kartenherstellung, gezeigt am Beispiel Kölns, sind richtig gut. Zumindest ohne Ton und Text verbesserungswürdig ist die Animation zur Entwicklung eines Adelssitzes. Wurde das mutmaßlich einzige „hölzerne Fort“ in Mitteleuropa überbaut und durch einen steinernen Wohnturm ersetzt, der sich dann Motte nannte?

Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht, wie ich eine solche Ausstellung aufziehen würde. Ich würde in jedem Falle in der Chronologie bleiben, weil sich daran Entwicklung besser aufzeigen lässt. Es wäre zudem sinnvoll, den Wandel auf dem Lande sowie in den Städten getrennt voneinander darzustellen. Auch Herrschaft aus Landgütern und kleinen Burganlagen heraus zu erläutern, dürfte ohne sinnvolle Alternative sein. Zudem eine  Entwicklung der religiösen Anschauungen zu geben, finde ich grundsätzlich richtig. Bliebe die Vernetzung aller Bereiche bei einem Überfluss an römischen Exponaten und wenigen Artefakten aus keltischer, germanischer und fränkischer Zeit.

Ich hätte ich keine Probleme damit, nach einer Ur- und landwirtschaftlichen Frühgeschichte dieses Buch zuzuklappen und auf die mit aller Macht einfallenden Römer gleich so mit einer Wucht an Exponaten zu reagieren. Daran anknüpfend bliebe die Frage, wie sich Germanen und Franken nach dem Abzug der Römer entwickelten. Wie wandelte das Christentum das Denken der hier Lebenden und musste ganz Europa mit kultureller weiterer Entwicklung bis zur Renaissance warten, weil Zentraleuropa (eben damit auch das Rheinland) nachhinkte? Absolutismus und bürgerliche Freiheit wären eine Thema. Danach könnte das Thema Verfolgung und Zwangsherrschaft aufgegriffen werden.

Ohne Historiker zu sei, ohne ihren Fundus oder die statischen Besonderheiten Ihres Hauses zu kennen, maße ich mir also Kritik an, wo sich bereits mutmaßlich viele Köpfe über die Präsentation der Exponate Gedanken machten. Vielleicht hätte ich Ihnen erst gar nicht geschrieben, wenn ich nicht mittendrin einmal richtig geflucht hätte über Ihre Unordnung, und das nur, weil ich vermutlich ihre Ordnung nicht verstanden habe. Ich wollte dann auch nicht zur Information gehen und mir Hilfe besorgen, weil es meinen Naturell widersprochen hätte. Also: Selbst Schuld. Dennoch hoffe ich, dass ich Ihnen Anregungen geben darf und konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Nachtrag: Der Brief blieb ohne Antwort.

 

EPOC / Wikipedia /Wissensspende

schrieb am 10.08.2010 - Allgemein, Privates - Noch keine Kommentare

Hinsichtlich ihres gemeinsamen Aufrufes mit Wikipedia, Fachwissen zu spenden, seien mir einige Anmerkungen gestattet.

Gerne genommen wurde mein Wissen um die Stadtgeschichte Langenfelds, dazu Fotos zur Illustration. Abgefunden habe ich mich zudem von vornherein, dass meine Arbeiten „Gemeineigentum“ werden und nun von jedem X-beliebigen weiter bearbeitet werden dürfen. Was mich allerdings verärgerte, war, dass meine Ausarbeitungen zum Thema Mystik als „Substanzlos“ verworfen wurden. Immerhin bin ich Mystiker, habe meine existenzielle Sinnkrise mit mir alleine ausgefochten und dabei den Weg mancher Dichter und Denker sowie einiger Religionsstifter beschritten. Um nun keinesfalls in den Verdacht zu geraten, völlig spinnerte Thesen zu vertreten, belegte ich meine Ausführungen mit Textfundstellen. Darüber hinaus zeigte ich auf, wie Religionen aus Wegen zur vertieften Selbsterkenntnis entwickelt wurden und sich das Wissen der Religionsstifter in einem Kontext begreifen lässt. Zudem legte ich dar, dass bereits die alten Chinesen dieses Wissen besaßen. „Substanzlos“ war das kurze Urteil, meine Beiträge wurden vernichtet, sogar meine private Benutzerseite wurde nicht verschont.

Dabei hilft Borniertheit nicht, die Angesprochenen schneiden sich nur ins eigene Fleisch. Goethe im Faust, 2. Teil: „Sprich nur Dich selbst aus, wird schön Rätsel sein. Versuch einmal, Dich innigst aufzulösen, dem frommen Manne nötig wie dem Bösen. Dem ein Plastron, asketisch zu rapieren, Kumpan dem anderen, Tolles zu vollführen und beides nur, um Zeus zu amüsieren.“ „Dem frommen Manne nötig wie dem Bösen“, wenige Worte, die den Verstand jedes halbwegs denkenden Lesers erreichen sollten. Natürlich bedarf es in einem Lemma dann hierzu noch einiger Erläuterung. Wer aber bitte soll das leisten, wenn nicht jemand, der das Beschriebene selbst erlebt hat?

Wikipedia hat sich auf die Fahne geschrieben, alles Wissen allen zugänglich zu machen. Das ist eine in jedem Falle unterstützenswerte Idee, weshalb ich mich gerne bemühte, mein (sehr seltenes) Spezialwissen einzubringen. Auch auf meinen Websites gebe ich diese Einsichten kostenfrei weiter. Die derzeitige Situation bei Wikipedia jedoch ist, dass einige Einfältige vor Ihren PC’s hocken, weder mit sich noch mit den Themen etwas anzufangen wissen und „Artikel bewachen“, die aus zwei, drei dümmlichen Sätzen bestehen. Mit ist natürlich klar, dass man bei Wikipedia das Problem erkannt hat und sich deshalb an das Fachpublikum wendet. Allerdings darf man sich dort nicht der trügerischen Hoffnung hingeben, dass damit die selbsternannten Gralshüter ihr nichtsnutziges Tun einstellen werden.

Ich für meinen Teil werde jedenfalls keine Arbeiten mehr Wikipedia zur Verfügung stellen.  (Hinweis aus 2012: Da hatte ich nach viel Arbeit ohne Anerkennung „den Papp auf“.)

 

Zeitleichen – Vom täglichen S 6 – Wahnsinn

schrieb am 01.07.2010 - Allgemein, Nonsens, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Täglich pendeln etwa 800-1000 Fahrgäste in der Hauptverkehrszeit pro S-Bahn nach Düsseldorf, macht bei 15-20 Bahnen 15.000 Leute. Nach Langenfeld und in Richtung Köln sind es knapp halb so viele, also 7000 Leute. Jeder verliert pro Woche durch verspätete S-Bahnen etwa eine halbe Stunde, durch verpasste Anschlüsse noch einmal eine halbe Stunde, macht 22.000 Stunden insgesamt. Im Monat sind das gerundet 90.000 Stunden und bei 45 Wochen Arbeit pro Jahr 4 Millionen und 50.000 Stunden. Ergibt zusammen 168.750 Tage oder 462, 3 Jahre. Bei einer Lebenserwartung von 75-80 Jahren liegen somit pro Jahr nicht nur 2-3 Leichen unter den Zügen, sondern noch einmal 6 „Zeitleichen“ im Zug. Wohl gemerkt: In nur einem Jahr nur auf der Linie S 6 ohne Streiks, Personenunfälle, Oberleitungsschäden, Gleisbauarbeiten usw.

Zum 50. von Ritter-Pitter

schrieb am 15.05.2010 - Allgemein, Privates - Noch keine Kommentare

Rede zum 50. Erdenjubiläum des Autors Ritter-Pitter

Liebe Freunde und Verwandte,

50 Jahre Erdenjubiläum erlauben es, zurück zu schauen aber auch nach vorne zu blicken. Als ich noch jünger war, glaubte ich fest, mit 50 Jahren wäre alles in trockenen Tüchern: Ehe, Kinder, Haus, finanzielle Absicherung und man wüsste, wo es im Leben langgeht. Vielleicht habe ich das Wichtigste davon für mich erreicht: Ich habe mir Klarheit über mein Leben und meine Person verschaffen können. Dazu habe ich ein Buch geschrieben, das ich mit 21 Jahren bereits im Traum gezeigt bekam. Es war ein Buch in Form einer Collage aus Texten, Gedichten, Landkarten, Bildern und Grafiken. Auf meine erstaunte Frage, ob das denn tatsächlich alles von mir sei, antwortete die Person, die mir das Buch zeigte: „Ja, das alles ist von Dir.“ Und als ich daraufhin erwachte, um sofort mit dem Schreiben loszulegen, wusste ich nicht, womit ich hätte beginnen sollen.

Heute weiß ich natürlich, was in dem Buch drinsteht. Es ist ein Buch über den Sinn des Lebens, über Schlüsselerlebnisse, wie man diese angeht und sie in Erkenntnisse für sich umwandelt. Es ist ein Buch vom gleichen, alten Weg, von dem uns viele Märchen berichten und den Dichter, Denker und sogar die Religionsstifter für sich genommen haben. Deshalb war das Buch für mich wichtig, ist mein Leben so verlaufen, habe ich Euch kennen gelernt und stehe da, wo ich heute stehe.

So wie dieses Buch eine Collage darstellt, ist die heute hier versammelte Gästeschar ganz ähnlich einer Collage. Manche von Euch kenne ich schon mein ganzes Leben, manche von Euch einige Jahrzehnte und manche von Euch erst einige Jahre. Euch allen ist gemeinsam, dass ich Euch als Menschen schätze und Euch deshalb heute eingeladen habe. Selbst wenn sich unsere Lebenswege teils nach Jahrzehnten aufgrund unterschiedlicher Lebensentwürfe völlig anders entwickelt haben, ist immer das Zwischenmenschliche geblieben: Respekt voreinander sowie die Fähigkeit, sich gut miteinander zu unterhalten. Wer im Übrigen existenzielle Sinnkrisen und/oder wirtschaftliche Schwierigkeiten zu meistern hat, weiß alternative Lebensentwürfe auch als Anregung für sich selbst zu nutzen, wenn eine Neu- oder Umorientierung im Leben ansteht.

Nehmen wir zum Dritten die Musik des heutigen Abends heraus, so ist wiederum das Bild der Collage hilfreich. Da haben wir einerseits die Motelkings, eine Bluesband aus der Nähe von Bonn, die ich vor gut einem Jahrzehnt bei einer verkaufsoffenen Nacht in Langenfeld erleben durfte. Sie spielten damals vor dem heutigen Café „New York“ und begeisterten mit Songs im Stil der von mir geschätzten und geliebten „Fabulous Thunderbirds“ soviel Publikum, dass sich auf der Hauptstraße der Verkehr staute. Zum Anderen ist es Teneja, die vor knapp einem Jahr für einen erkrankten Kollegen einsprang, und meine Konzertfreunde und mich im Schützenhof in Reusrath begeisterte. Übrigens verabschiedete die nachfolgende Band Teneja mit den Worten: „Den Haupt-Act des Abends habt Ihr gerade gesehen.“ Sie wird uns Rock- und Popsongs darbringen und uns auf Ihrer Gitarre begleiten. Den restlichen Abend wird uns Götz Neumann, Musik von Blues bis Rock von DVD und CD präsentieren. Zu ihm am Rande notiert: Er ist eben jener Götz Neumann, den bereits lobend die Stadtchronik Rolf Müllers erwähnt, weil er als 9-jähriger den Fund einer Merkur-Statuette den Behörden anzeigte und damit die Handelsreisen römischer Kaufleute durch das heutige Langenfeld nachzuweisen half.

Bleibt nach vorne zu sehen: Was die Zukunft bringen wird, ist in den Zeiten des Umbruchs ungewiss. Es gab allerdings in meinem Leben schon öfter Zeiten, in denen ich mir nicht sicher war, ob und wie es weitergehen soll. Es ist immer weitergegangen und es war nicht zu meinem Nachteil. Deshalb sehe ich mit einiger Gelassenheit in meine Zukunft und möchte den heutigen Tag mit Euch genießen. Lasst es Euch schmecken, labt Euch an den Getränken, freut Euch über gute Musik und hoffentlich gute Gespräche. Nehmt im Herzen von hier mit, was es mitzunehmen gibt und erholt Euch von der Last des Alltags. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen rundum gelungenen Abend und danke Euch von Herzen, dass Ihr erschienen seid.

„Schreibwettbewerb“ zum genagelten Schädel

schrieb am 11.02.2010 - Allgemein, Archäologisches, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einiger Verwunderung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Vermutungen des  den Schädel untersuchenden Forensikers Dr. Peter Pieper zu dem Objekt mit keinem Wort erwähnt werden. Der hat bei Vorstellung seiner Ergebnisse zu dem vom Nagel durchbohrten Kopf klar und deutlich geäußert, dass wir es mutmaßlich mit dem Relikt einer Hexenverfolgung zu tun haben. Zumindest wäre da doch zu erwarten gewesen, dass mit dem Start des Schreibwettbewerbs um die Geschichte hinter dem Schädel auch eine solche, nicht ganz unerhebliche Tatsache angesprochen worden wäre. Stattdessen wird vorab eine Mär präsentiert, die eine mutmaßlich junge Adelige als Schwerverbrecherin dastehen lässt, die natürlich ihren Tod selbst verschuldet und verdient hat.

Meine Herrschaften, es tut mir leid, Ihnen hiermit einen schlechten journalistischen Stil bescheinigen zu müssen, auch wenn Sie sich von dem Vorsitzenden des Fördervereins Stadtmuseum, Initiator des Schreibwettbewerbs und Verzällchen-Tour-Hobbyautor Manfred Stuckmann haben in die falsche Richtung leiten lassen. Mir ist schon klar, dass eine Hexenverfolgung nicht in das beschauliche Langenfeld passen will, doch sollte man sich nicht vor einen Karren spannen lassen, dessen Ziel allein die Geschichtsklitterung ist.

Wo kämen wir denn hin, wenn wir – wie mutmaßlich im Falle der jungen, als Hexe hingerichteten Frau – aus jedem Opfer einen Täter konstruieren, nur damit unsere Stadtgeschichte ohne Makel ist. Vielleicht haben wir demnächst noch einen Wettbewerb, wie sich die 71 von der Gestapo getöteten Häftlinge in einer Schlucht des Wenzelnbergs am 13. April 1945 erst gegenseitig umbrachten und dann frecher weise auch noch selbst verscharrten. Dies alles natürlich nur, um – boshaft – die hiesige NS-Prominenz in Misskredit zu bringen. Von den 6 Millionen – selbst schuld – vergasten  Juden einmal ganz zu schweigen.  Das wäre dann vielleicht ein Thema für einen dritten Schreibwettbewerb.

Nein, Leute, so läuft das nicht. Es gehört zu den vornehmsten Pflichten eines Menschen mit Vorbildcharakter, dazu zähle ich selbstverständlich auch stellvertretende Bürgermeister, sich der Geschichte zu stellen und klar Position zu beziehen. Wenn es in Langenfeld Menschen gab, die andere als Ketzer, Hexen oder wie auch immer denunzierten, zum Tode verurteilten und anschließend den Kopf der Getöteten annagelten, dann haben wir das zu akzeptieren und insbesondere unseren Kindern diese grausame Geschichte lehrend zur Kenntnis zu geben. Mit einem wie geplanten Schreibwettbewerb wird eine solche Zielsetzung jedoch konterkariert.

Und damit meine Ansicht nicht „in Vergessenheit gerät“, werde ich zudem den WDR informieren. – Mit freundlichen Grüßen (02/2011)

 

Die neue Feuerwache

schrieb am 29.06.2009 - Allgemein, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

15,5 Mio. für die Wache, aber am 26. und 27.6.2009 zur Einweihung statt Ochs am Spieß nur Pommes, Bauchfleisch und Bratwurst. Dazu schlecht gekühltes Bier und schlechte Musik. Schade. Die neue Wache in Zahlen (Quelle: Langenfeld Aktuell, Ausgabe 2/2009): Nutzfläche: 6.171 qm, Brottogrundfläche: 9.202 qm, Bruttorauminhalt: 34.573 qm, Bauzeit: 21 Monate, Hallenstellplätze: 24 Stück, Höhe Schlauchturm: 24 m (108 Stufen), Verbaute Materialien: Stahlbeton: 3.510 qm, Baustahl: 381 t, Betonfassadenelemente: 825 Stück, Rüttelklinker: 2.685 qm, ca. 141.320 Platten,  Pflaster: 6.200 qm, ca. 210.507 Stück, Fliesen: 803 qm, ca. 40.180 Stück, Innentüren: 230 Stück, Glasfassade/Fenster 2.165 qm, Fahrzeugtore: 32 Stück

 

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