Kategorie: Archäologisches

Zufallsfunde?

schrieb am 06.03.2016 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Privates, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - 2 Kommentare

Die „Rheinische Post“ berichtete am 30.Januar 2016 von einem Sensationsfund, den man auf der Baustelle zwischen „Blumenstraße“ und „Düsseldorfer Straße“ gemacht habe. Archäologen fanden nach Hinweis durch den ehrenamtlich in der Denkmalpflege tätigen Ratsherrn „Andreas Krömer“ Urnenteile und Scherben aus einem circa 2500 Jahre alten Gräberfeld. Vergegenwärtigt man sich, dass bereits „Philipp Wyrich“ hinsichtlich der Straßen in unserem Gebiet den Begriff „bäuerlicher Totenstraßen“ prägte, darf nun aufgrund des Fundes an der heutigen B 8 auch bei dieser Straße von einer echten Altstraße ausgegangen werden. Diese wird dann womöglich ähnlich früh bestanden haben, wie der Mauspfad, eine bekanntere Altstraße, die über den „Rosendahlsberg“, „Schnepprath“, „Kämpe“, „Hagelkreuz“, „Talstraße“, „Ganspohl“, „Richrather Straße“ und „Hildener Straße“ nach Hilden und dort als „Butenweg“ weiter zum „Hellweg“ in „Duisburg“ führte.

Zur „Bundesstraße 8“, der ehemaligen „Via Publica“, die von Brüssel nach Prag verlief, führt die Online-Enzyklopädie Wikipedia aus: Die Volksstraße, spätere Poststraße und Handelsstraße wurde erstmals urkundlich im Jahre 839 in einem Diplom Kaiser Ludwig des Frommen erwähnt. Sie führte von Brüssel über Frankfurt und Würzburg nach Nürnberg und ist weitgehend identisch mit der heutigen B 8. Ganz offenbar muss es dennoch hinter Frankfurt auf einer Verlängerung von Süden nach Norden weiter stromabwärts in Richtung Köln und von da weiter zum Hellweg gegangen sein und dies bereits deutlich früher, als bislang angenommen. Denn ein 2500 Jahre altes Gräberfeld, in dessen Nähe zudem eine Siedlung vermutet wird, ist im Angesicht bäuerlicher Totenstraßen (damit die Seelen es einfacher hatten, nach Wallhall zu ziehen), deutliches Indiz für eine bereits 2500 Jahre währende Existenz dieser Straße. Zudem gibt es damit Hinweise auf eine Besiedlung Berghausens bereits vor eben 2500 Jahren und das bedeutet dann tatsächlich einen echten Sensationsfund. Das solche Funde scheinbar „zufällig“ anlässlich von Bodenarbeiten für ein neues Wohngebiet gemacht werden, allerdings ist traurig. Denn Begehungen der Äcker rund um die Stadt hätten längst gemacht werden können. Wer weiß, wieviele „Sensationsfunde“ hier mal eben abgeräumt und überbaut werden und schon wurden, wie etwa das Gräberfeld in Fischform in Richrath, die Reiterbestattung vom „Götscher Weg“ usw. Hier bewahrheitet sich wieder einmal die Einschätzung des ehemaligen Bürgermeisters Friedhelm Görgens (in Rheinische Post vom 25. Oktober 2005, „Hier liegt Urur…uroma“), dass Langenfeld leider eine geschichtslose Stadt sei.

Ihr „Klekih Petra“

(Nachtrag: Wenn Sie den nicht kennen, so hieß – verballhornt – der wohl aus Deutschland stammende Lehrmeister der Apachen in „Karl Mays“ „Winnetou I“, der mir seit meiner Kindheit immer wieder einmal durch den Kopf geht. „Klekih Petra“ erinnerte mich nämlich schon damals sogleich und deutlich an meinen Vornamen. Vielleicht gab es ja tatsächlich einen „Klaus-Peter“ in „Karl Mays“ Umgebung, der ihn zu der Person des buckligen Alten und dessen eigenwilliger Interpretation des Christentums inspirierte. – Natürlich, es interessiert Sie und mich nicht wirklich. Man mag jedoch erkennen, dass man nicht nur als Semiprofi für ein Bodendenkmalamt, sondern auch mit einer gehörigen Portion Phantasie gelegentlich etwas „zufällig“ entdecken kann. Insoweit fühlen Sie sich bitte ermuntert, auf eigene Entdeckungsreise zu gehen oder mit „Marcel Proust“ Ihnen Bekanntes einmal mit anderen Augen zu betrachten. Es gibt sicher noch viel zu entdecken.)

Die Möckenburg im Modell

schrieb am 17.05.2015 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare


Die Künstlergruppe Falter bot mir die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des Marktkarrees die Möckenburg im Modell („Das versunkene Schloss“) zu fertigen. Dazu habe ich die mutmaßlich ehemalige Motte erstmals vermessen können, weil die Fläche inzwischen aufgrund des teils über den alten Zugangswall geführten Wanderweges „Neandersteig“ vom Unterholz befreit wurde. Dabei stellte sich im Übrigen heraus, dass die Anlage weit weniger lang gestreckt ist, als ursprünglich beim Abschreiten zwischen den Bäumen hindurch, von mir vermutet wurde.

DieMöckenburg neu vermessen

Grundriss der vermuteten Möckenburg-Motte

Den nachfolgenden Text fertigte ich zur Erläuterung des Modells, an dem sich zugleich die von mir vermutete Untergangskatastrophe nachzeichnen lässt.

Erläuterungen zur „Möckenburg“, für den Autor das „Versunkene Schloss“

Grundsätzliches: Das Modell einer mittelalterlichen Turmhügelburg (in der Wissenschaft „Motte“ genannt) soll die Bauweise von Niederungsburgen im Flachland verdeutlichen. Solche Burgen gab es zwar bis hinein in den Alpenraum, dennoch sind diese eher typisch für unsere Landschaft. Insbesondere in Sumpfgebieten wurden solche Anlagen auf einer Packlage von Flechtreisigbündeln errichtet, die miteinander verbunden wurden. Die Burgen „schwam-men“ somit förmlich auf dem Morast. Für Langenfeld sind zwei dieser Turmhügelburgen verbürgt, nämlich die „Motte Schwanenmühle“ in Wiescheid sowie die „Motte Flachenhof“ in Immigrath. Eine weitere nimmt die Wissenschaft derzeit nur für Langfort an, wo ent-sprechende Flechtreisigbündel in der Nähe des AWO-Altenheims entdeckt wurden.

Zur weiteren Bauweise: Auf den „schwimmenden“ Flechtreisigbündeln wurde die Anlage mit Holz und Erde errichtet. Der Aushub der Gräben wurde zu Wällen aufgeworfen und als Boden in die Motte verbracht. Die Wälle wurden mit Palisaden oder holzsparend als Flechtwerk mit den dicken Ästen der gefällten Bäume ausgeführt. In einer größeren Vorburg standen die Gebäude für Mensch und Vieh. Wahrscheinlich eher seltener lebte der Burgherr in dem Turmhügel hinter der Schildmauer zur Vorburg. Meist war dies die letzte Zuflucht vor einem herannahenden Feind.

Zur Gesellschaft: Die fränkische Gesellschaft kannte unfreie Bauern auf dem Hof des Grundherrn sowie sogenannte Hufenbauern in Dörfern nahebei. Erstere mussten ihre Arbeitskraft voll in den Dienst des Grundherren stellen, letztere durften drei Tage die Woche auf „eigener Scholle“ wirtschaften. Der Sonntag war in einer zumindest oberflächlich bereits christianisierten Gesellschaft arbeitsfrei.

Zur Kapelle: Unser Mottenmodell zeigt eine kleine, nordwärts ausgerichtete Kapelle. Dazu angemerkt, wurde der Chor in altchristlicher Zeit ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und war nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Die Apsis, als halbkreisförmiger Abschluss des Chorraums findet sich selten in einfachen Holzkirchen. Die Ausrichtung des Chors nach Osten ist keine zwingende Bauvorschrift. Sie setzte sich mit dem „Toleranzedikt von Mailand“ ab dem Jahre 313 nach Christus allmählich durch und wurde in Renaissance und Barock wieder liberal gehandhabt.

Der heutige Befund im Wald: Von der mutmaßlich ehemaligen Motte im Galkhauser Wald, am Rande des heutigen Restmoores „Further Moor“, am „Neandersteig“, blieb nur die Vorburg mit drei Hügelresten erhalten. Der westliche der beiden Schildmauertürme ist nach Osten an den Ostturm „versetzt“. Der Vorburgwall weist an seiner Stelle eine Eindellung auf. Die oben stehende Skizze soll die heutige Form verdeutlichen, das nachfolgende Bild deren ursprüngliches Erscheinungsbild.

Möckenburg-Modell im Winter

Das fast fertige Modell (ohne Belaubung) zeigt, wie sich die Burg im Winter zeigte

Die im Modell gezeigte Burg: Die Anlage wurde in den mutmaßlichen Zustand zurück gedacht, die sie womöglich einstmals hatte. Ob es eine Schildmauer ganz im Süden gab, ist unbekannt, wird nur aufgrund der Befunde in der Motte Schwanenmühle für diese Motte ebenfalls angenommen. Vielleicht war dieser Schutz aufgrund der Lage schon fast im Moor nicht notwendig. Der im Nordwesten (nördlich der Gänse-Insel) befindliche Trockengraben hätte die Katastrophe mutmaßlich verhindern helfen. Ihn gab es wohl daher nicht. Ein tödlicher Baumangel, wie sich herausstellte.

Zum Untergangsszenario: Den Untergang mitbewirkte, wenn es denn eine Motte gewesen ist, hat die Errichtung der Anlage auf Flechtreisigbündeln. Wochenlange Regenfälle führten zu einer Aufweichung der Wallanlagen. Ein Blitz fällte dann einen Baum oberhalb der Motte in Hapelrath, der ins Wasser kippte und zu einer Stauung führte. Als der Druck groß genug war, sprengte es den Baum auf einer Wasserwelle talwärts, wo er sich in der Bachstauung der Motte verfing und sodann das Wasser in der Motte steigen ließ. Der eingedrückte Wall in der Skizze oben links zeigt, wo sich der meiste Druck entfaltete. Deshalb riss es den westlichen Turm ab, der vor den östlichen Turm gedrückt wurde. Als schließlich auch die Stauung des Bachs für die Gräben der Burg gesprengt wurde, zog es den Turmhügel, der nur auf Flechtreisigbündeln „schwamm“ in seinem Sog talwärts. Daher versank in dieser Burg nur die Herrschaft. Die Menschen in der Vorburg überlebten, obwohl auch diese mit Wasser vollief. An drei Stellen in Süd- und Westwall wurde daher die Anlage geöffnet, um das Wasser ablaufen zu lassen. Die Überlebenden der Katastrophe siedelten anschließend auf einem Sandhügel auf der anderen Seite der Bahnlinie, bevor sie die Motte am Blockbach (erste Dückeburg) errichteten. Dieser Sandhügel blieb im Übrigen der Anknüpfungspunkt an die Sage in Langenfeld und ist aus rundherum zusammen gescharrtem Sand errichtet worden. Er erinnert ganz daran, dass hier „ein erster Turm“ für die Überlebenden der Katastrophe entstanden sein könnte.

Zur Sage vom versunkenen Schloss: An keinem anderen Ort in Mitteleuropa ließe sich ein Untergangsszenario, wie von mir beschrieben, an Bodenzeichnungen, die vorgeblich für ein versunkenes Schloss herhalten müssen, entwickeln. Für mich ist deshalb diese Motte das tatsächliche „Versunkene Schloss“. Weil zudem über die Jahrhunderte verloren ging, dass es einst „im langen Feld“ gestanden hatte, verlegten es die Menschen in ihre Umgebung. Einen Goldschatz gab es dort im Übrigen nie. Die in der Sage berichteten Grabungstätigkeiten galten allein der Alltagshabe.

Der wahre Schatz: Der wahre Schatz der Sage ist die Übermittlung von Kenntnissen aus der Beobachtung von Gegebenheiten vor, während und nach dem Untergang der Burg, die mit „göttlichem Eingriff“ in Verbindung gebracht wurden. Dabei erhellt sich, dass „Die Sage vom versunkenen Schloss“ eine mystische Überlieferung darstellt, die eine von christlichen Vorstellungen abweichende Auffassung vermittelt.

Der Name der Burg: Baron von Galera, der erste Langenfelder Stadtchronist, nahm 1963 als Keimzelle der Besiedlung zu Zeiten der rückläufigen fränkischen Landnahme (Rückkehr der Franken in ihr altes Siedlungsgebiet) eine Markgrafschaft und darin eine „Virneburg“ an. Eine alte Burganlage findet sich in der Fortführung der Virneburgstraße auf Leichlingen zu. Weder hinsichtlich des heutigen Bauernhofs „Virneburg“ noch der heutigen „Möckenburg“ darf man von ehemaligen Burgen ausgehen. Vielmehr werden einstige Burgnamen dorthin übertragen worden sein. Daher bliebe der Name „Möckenburg“ für diese Motte offen. Und wenn man sich die großen Wasserflächen am Rande des Further Moores betrachtet, könnte die Anlage tatsächlich einstmals „Mückenburg“ geheißen haben. Der Link zur Rheinischen Post.

Die Motte Möckenburg

RP und lokale Presse berichteten ausführlich vom Crossover-Projekt

(Autor des Textes und „Erbauer“ des Mottenmodells: Claus-Peter Peters. Weitere Infos zum Crossover-Projekt der Künstlergruppe Falter sowie Bilder aus der Entstehungszeit des Modells finden Sie auf der Webseite der Gruppe IG-KLM.de)

Die Wikinger und eine Markgrafschaft?

schrieb am 28.09.2014 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Wikingerhäuser in Haithabu

Nachbau einiger Häuser der Haupthandels-Metropole der Wikinger

Von den sogenannten Fachleuten gerne in Abrede gestellt, wird die Annahme des ersten Stadtchronisten Langenfelds, der 1963 behauptete, Richrath sei einst Markgrafschaft gewesen. Baron von Galera wird wohl auf ihm zugängliche Quellen bzw. Privatarchive des lokalen Adels zurückgegriffen haben. Vielleicht hatte er auch Informationen, die mündlich in seiner Familie weitergegeben wurden. Wir wissen es nicht. Jedenfalls nahm er nicht nur eine Markgrafschaft für Richrath an, sondern zugleich war die Motte Virneburg für ihn eine vor 960 existierende Größe, wie es die Karte in seiner Schrift zur Stadtgeschichte aus eben dem Jahr 1963 ausweist. Die Virneburg war meines Erachtens eine in eine germanische Ringwallanlage in Hapelrath hineingebaute Turmhügelburg, die möglicherweise planvoll versenkt wurde. Zu den Herren von Virneburg erfahren Sie überdies auf Interessantes auf der Seite „Argumente für einen Fundschatz„. Doch sei an dieser Stelle nicht zu viel und zu weit ausgeholt, ich möchte nicht gleich überfrachten. Meine Bilder aus Haithabu jedenfalls mögen Ihnen zunächst einen Eindruck von den mittelalterlichen Wohnverhältnissen außerhalb der römischen Einfluss-Sphäre vermitteln. Selbstredend bleibt es nicht bei der einfachen Darstellung der Häuser aus Hathabu, dafür schwirren mir bei jedem Häppchen Stadtgeschichte gleich weitere Informationen durch den Kopf (wie eben jene zur Markgrafschaft Richrath, zu Wikingerüberfällen bis nach Köln etc.). Lassen Sie sich auf dieser Webseite von den Bildern animieren und – besuchen Sie einmal Haithabu, Schleswig und vor allem das Schloss Gottorf mit seiner archäologischen Sammlung. Zu meinem „Besuch in Haithabu„.

Autor besucht Motte Lütjenburg

schrieb am 28.09.2014 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Frühmittelalterliche Festungskunst

Der Wehrturm der Motte Lütjenburg im Kreis Plön

Der Autor und Betreiber dieser Webseite nutzte seinen Jahresurlaub in Schleswig-Holstein, den Nachbau der Turmhügelburg Lütjenburg im Kreis Plön zu besuchen. Jede Menge Bilder und interessante Einblicke in das Leben der Burgherren des frühen Hochmittelalters waren als Ausbeute zu verzeichnen. Was es mit Motten (Turmhügelburgen) und der hiesigen Sage vom versunkenen Schloss auf sich hat, warum die Namen Möckenburg und Virneburg wohl keine Bauernhöfe bezeichneten und was wir für die Stadtgeschichte deshalb mitnehmen dürfen, erläutert der Artikel „Ritter Pitter in der Lütjenburg„.

Ans Rheinische Landesmuseum

schrieb am 11.09.2010 - Allgemein, Archäologisches, Privates, Regionalgeschichte - Noch keine Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich gestern zum ersten Male in Ihrem Hause eingefunden, zugegeben, um mich in erster Linie einmal über die Ur- und Frühgeschichte des Rheinlandes sowie das Mittelalter zu informieren. Vieles über die römisch-germanische Zeit hält ja schon das Römisch-Germanische Museum in Köln bereit, sodass ich mir deshalb eine andere Gewichtung in Bonn erhoffte. Auch die Themenausstellungen an sich, fanden nicht alle meinen Gefallen.

Vorab bemerkt, ist meine persönliche Herangehensweise an die Exponate eines Museums von einer möglichst wertneutralen Betrachtung getragen, weil ich mir ohne wissenschaftliche Interpretationen zunächst ein eigenes Bild verschaffen möchte. In einem zweiten Schritt lese ich Begleittexte, um meine Ideen bestätigt zu finden oder aber Anregungen für ein anderes Sehen und Denken zu erhalten. Mangels einer chronologischen Darstellung allerdings stieß Ihr Ausstellungskonzept auf mein Unverständnis, weil sich scheinbar zusammenhanglos Exponate aller Epochen nebeneinander finden und in den Begleittexten nur auf die historischen, nicht aber auf die Ausstellungszusammenhänge verwiesen wird. Ich muss dazu sagen, dass ich in Ihrem Hause bewusst auf technische oder sonstige Hilfsmittel zur Begleitung der Ausstellungen verzichtete und wegen der tobenden Schulkinder in der obersten Etage startete.

So wurde mir nicht klar, wie etwa das Thema Herrschaft bei den wenigen und nicht sehr aussagefähigen Exponaten aus Altertum, Mittelalter und NS-Zeit erläutert wird, weil eben Begleittexte fehlen und sich ein innerer Zusammenhang nicht herstellen lässt. Ohnehin leben wir ja heute in einer Zeit ohne gefühlte Herrschaft, weil Politiker Sachzwänge vorschieben, wenn Lobbyisten ihnen ihre Handlungsanleitungen aufgeben. Nehmen wir hier als Beispiel die Bundeskanzlerin heraus, die nach der Verfassung die Richtlinien der Politik bestimmt, jedoch dann selbst in einer Frage wie der der Atompolitik weder ihr geballtes Fachwissen als Physikerin einbringt noch ein so genanntes Machtwort spricht, sondern sich hinter einer Entscheidung des Kabinetts verschanzt. So gewinnt der Bürger, anders als zu früheren Zeiten mit ihren im Christentum verwurzelten Herrscherpersönlichkeiten, eher den Eindruck einer Politik von austauschbaren Köpfen. Wie also wird Herrschaft überhaupt erfahren?

Auch das Thema des sich wandelnden Gottesbildes, das aufgrund der Vielzahl römischer Altäre sowie der christlich, sakralen Exponate breiteren Raum einnimmt, ist in dieser Form keineswegs selbsterklärend. Was war denn vor den Römern? Karls erster Sachsenfeldzug 772 mit der Zerstörung der Irminsul auf der Eresburg wäre ein Aufhänger gewesen. Woran glaubten die Germanen? Warum konnte sich das Christentum durchsetzen? Dass es einen Wechsel von der römischen wie germanischen Vielgötterei zum Eingottglauben gegeben hat, sich Rudimente der Vielgötterei in der katholischen Heiligenverehrung erhalten haben, das wird zumindest in den Begleittexten der Ausstellung nicht deutlich. Auch die schamhafte Darstellung einer jüdischen Thora in einer Gebäudeecke finde ich wenig gelungen. Gänzlich fehlen mir Exponate zu den zugewanderten Muslimen, obwohl über die aufgenommene Kultur eine Verbindung hergestellt werden könnte.

Theoretisch müsste beim Thema Gottesbild natürlich mit dem Streben des Menschen nach seelischer Reife begonnen werden, bekannt aus Goethes Hauptwerk, dem Faust, der in der Urfassung dieses Thema mit der Schüler-Mephistopheles-Szene unmittelbar anspricht und dieses metaphysische Streben der (humanistischen) Bildung entgegenstellt. Die beiden Wege, Schamanentum im Faust Teil 1 und Mystik im Faust Teil 2 wären anzusprechen, daneben Okkultismus, Philosophie und Riten. Aus welchen Quellen der Erkenntnis bedienten sich die Römer, aus welchen die Germanen? Welche Parallelen, welche Unterschiede zu anderen frühen Völkern sind zu erkennen? Auch ohne nennenswert in die Tiefe zu gehen, würde ich mir hier eine strukturierte Darstellung wünschen, wohl erkennend, dass statische Gründe des Hauses ebenso Einfluss auf die Ausstellung haben könnten.

Gefallen hat mir neben der Vor- und Frühgeschichte (Neandertaler) die Teilausstellung zur Renaissance mit den Glaubensstreitigkeiten. Die halte ich wegen der verschiedenen Aspekte bürgerlichen, adeligen und geistlichen Lebens für gelungen. An dieser Stelle erwartet auch niemand eine Betrachtung des bäuerlichen Lebens, zumal sich dort seit dem frühen Mittelalter nicht viel verändert hatte. Auch die Animationen zur Kölner Stadtbefestigung oder zu Mercators Genauigkeit bei der Kartenherstellung, gezeigt am Beispiel Kölns, sind richtig gut. Zumindest ohne Ton und Text verbesserungswürdig ist die Animation zur Entwicklung eines Adelssitzes. Wurde das mutmaßlich einzige „hölzerne Fort“ in Mitteleuropa überbaut und durch einen steinernen Wohnturm ersetzt, der sich dann Motte nannte?

Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht, wie ich eine solche Ausstellung aufziehen würde. Ich würde in jedem Falle in der Chronologie bleiben, weil sich daran Entwicklung besser aufzeigen lässt. Es wäre zudem sinnvoll, den Wandel auf dem Lande sowie in den Städten getrennt voneinander darzustellen. Auch Herrschaft aus Landgütern und kleinen Burganlagen heraus zu erläutern, dürfte ohne sinnvolle Alternative sein. Zudem eine  Entwicklung der religiösen Anschauungen zu geben, finde ich grundsätzlich richtig. Bliebe die Vernetzung aller Bereiche bei einem Überfluss an römischen Exponaten und wenigen Artefakten aus keltischer, germanischer und fränkischer Zeit.

Ich hätte ich keine Probleme damit, nach einer Ur- und landwirtschaftlichen Frühgeschichte dieses Buch zuzuklappen und auf die mit aller Macht einfallenden Römer gleich so mit einer Wucht an Exponaten zu reagieren. Daran anknüpfend bliebe die Frage, wie sich Germanen und Franken nach dem Abzug der Römer entwickelten. Wie wandelte das Christentum das Denken der hier Lebenden und musste ganz Europa mit kultureller weiterer Entwicklung bis zur Renaissance warten, weil Zentraleuropa (eben damit auch das Rheinland) nachhinkte? Absolutismus und bürgerliche Freiheit wären eine Thema. Danach könnte das Thema Verfolgung und Zwangsherrschaft aufgegriffen werden.

Ohne Historiker zu sei, ohne ihren Fundus oder die statischen Besonderheiten Ihres Hauses zu kennen, maße ich mir also Kritik an, wo sich bereits mutmaßlich viele Köpfe über die Präsentation der Exponate Gedanken machten. Vielleicht hätte ich Ihnen erst gar nicht geschrieben, wenn ich nicht mittendrin einmal richtig geflucht hätte über Ihre Unordnung, und das nur, weil ich vermutlich ihre Ordnung nicht verstanden habe. Ich wollte dann auch nicht zur Information gehen und mir Hilfe besorgen, weil es meinen Naturell widersprochen hätte. Also: Selbst Schuld. Dennoch hoffe ich, dass ich Ihnen Anregungen geben darf und konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Nachtrag: Der Brief blieb ohne Antwort.

 

„Schreibwettbewerb“ zum genagelten Schädel

schrieb am 11.02.2010 - Allgemein, Archäologisches, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einiger Verwunderung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Vermutungen des  den Schädel untersuchenden Forensikers Dr. Peter Pieper zu dem Objekt mit keinem Wort erwähnt werden. Der hat bei Vorstellung seiner Ergebnisse zu dem vom Nagel durchbohrten Kopf klar und deutlich geäußert, dass wir es mutmaßlich mit dem Relikt einer Hexenverfolgung zu tun haben. Zumindest wäre da doch zu erwarten gewesen, dass mit dem Start des Schreibwettbewerbs um die Geschichte hinter dem Schädel auch eine solche, nicht ganz unerhebliche Tatsache angesprochen worden wäre. Stattdessen wird vorab eine Mär präsentiert, die eine mutmaßlich junge Adelige als Schwerverbrecherin dastehen lässt, die natürlich ihren Tod selbst verschuldet und verdient hat.

Meine Herrschaften, es tut mir leid, Ihnen hiermit einen schlechten journalistischen Stil bescheinigen zu müssen, auch wenn Sie sich von dem Vorsitzenden des Fördervereins Stadtmuseum, Initiator des Schreibwettbewerbs und Verzällchen-Tour-Hobbyautor Manfred Stuckmann haben in die falsche Richtung leiten lassen. Mir ist schon klar, dass eine Hexenverfolgung nicht in das beschauliche Langenfeld passen will, doch sollte man sich nicht vor einen Karren spannen lassen, dessen Ziel allein die Geschichtsklitterung ist.

Wo kämen wir denn hin, wenn wir – wie mutmaßlich im Falle der jungen, als Hexe hingerichteten Frau – aus jedem Opfer einen Täter konstruieren, nur damit unsere Stadtgeschichte ohne Makel ist. Vielleicht haben wir demnächst noch einen Wettbewerb, wie sich die 71 von der Gestapo getöteten Häftlinge in einer Schlucht des Wenzelnbergs am 13. April 1945 erst gegenseitig umbrachten und dann frecher weise auch noch selbst verscharrten. Dies alles natürlich nur, um – boshaft – die hiesige NS-Prominenz in Misskredit zu bringen. Von den 6 Millionen – selbst schuld – vergasten  Juden einmal ganz zu schweigen.  Das wäre dann vielleicht ein Thema für einen dritten Schreibwettbewerb.

Nein, Leute, so läuft das nicht. Es gehört zu den vornehmsten Pflichten eines Menschen mit Vorbildcharakter, dazu zähle ich selbstverständlich auch stellvertretende Bürgermeister, sich der Geschichte zu stellen und klar Position zu beziehen. Wenn es in Langenfeld Menschen gab, die andere als Ketzer, Hexen oder wie auch immer denunzierten, zum Tode verurteilten und anschließend den Kopf der Getöteten annagelten, dann haben wir das zu akzeptieren und insbesondere unseren Kindern diese grausame Geschichte lehrend zur Kenntnis zu geben. Mit einem wie geplanten Schreibwettbewerb wird eine solche Zielsetzung jedoch konterkariert.

Und damit meine Ansicht nicht „in Vergessenheit gerät“, werde ich zudem den WDR informieren. – Mit freundlichen Grüßen (02/2011)

 

Reusrath viel älter als vermutet

schrieb am 26.10.2008 - Archäologisches, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

titelte die Rheinische Post am 25.Oktober 2008 und berichtete über die ersten Grabungsergebnisse von der abgebrochenen früheren St. Barbara-Kirche am alten Markt in Reusrath. Siedlungsansätze gäbe es dort bereits für das neunte nachchristliche Jahrhundert, sodass auch Reusrath rund zweihundert Jahre älter sei, als bisher angenommen. (Den Rosendahlsberg kennt wohl niemand mehr, weil die Grabungen dort schon mehrere Jahrzehnte zurückliegen!) Damit, so die Rheinische Post, bestätige sich im Übrigen der Befund aus Richrath, mit der Folge, dass alle Orte mit der Endung „-rath“ nicht als Gründungen des zehnten, sondern möglicherweise als (Rückbe-)Siedlungen des achten und neunten Jahrhunderts zu gelten haben. Dies könnte dann noch zu weitreichenden Umdatierungen in den geschichtlichen Abläufen des Hochmittelalters führen und überdies weitere Erkenntnisse bedingen. Erst einmal jedoch werden insbesondere die Ortsnamenforschung sowie die Annahme der Besiedlung des Bergischen Landes durch die Franken durch die Grabungsergebnisse aus Langenfeld entscheidende neue Impulse erhalten.
Zur Kirche selbst, deren Grundmauernverlauf – wie in Richrath – durch farbiges Pflaster nach Abschluss der Grabungsarbeiten dargestellt wird: Die alte St.Barbara-Kirche wurde 1791 errichtet und 1913 abgebrochen. Sie war nicht das erste Gotteshaus an diesem Ort sondern sie wurde über den Fundamenten einer in das elfte Jahrhundert datierten Kapelle erbaut. Skelettfunde lassen zudem auf eine noch frühere Besiedlung, mutmaßlich rund um ein (hölzernes?) Gotteshaus Bestatteter, schließen, wobei jedoch nicht von einer solchen hölzernen Kapelle berichtet wird. Hinsichtlich der Bestattungen wurde der bereits im Mai 2008 von mir hier angesprochene Baumsarg als besonderer Fund herausgestellt. Er war im Übrigen nicht im Kirchenschiff positioniert, sondern neben dem himmelwärts strebenden Teil der Kirche, dem Turm in die geweihte Erde gegeben worden. Vielleicht ein Zeichen, dass hier ein Mensch seine letzte Ruhe gefunden hat, dem man den Eintritt in das Himmelreich zutraute. Doch seien hier noch weitere Untersuchungen und Überlegungen der Archäologen abgewartet, So etwa steht noch eine C-14-Datierung des Sarges aus. Die Ergebnisse hierzu werden allerdings erst für das Frühjahr 2009 erwartet.
Sobald mir zu den Grabungsergebnissen neue Erkenntnisse vorliegen, werden Sie auf dieser Seite umgehend informiert. [26.Oktober 2008]

Inzwischen liegen die Ergebnisse vor. Der im Baumsarg bestattete Mann wurde offenbar um das Jahr 1000 in die Erde gegeben. Eine frühere Besiedlung als die Jahrtausendwende ist somit nicht nachweisbar, was nicht bedeutet, dass sie nicht früher stattgefunden haben könnte. Die erhobene Frage jedoch, ob nun Richrath oder Reusrath älter sei, kann sich nur auf die Zeit der rückläufigen fränkischen Landnahme beziehen. Denn mit den altsteinzeitlichen Funden vom Rosendahlsberg und einer durchgehend nachweisbaren Besiedlung bis ins Jahr 360 nach Christus ist die Frage im Grunde bereits seit langem für Reusrath entschieden. Da würden den Richrathern selbst die mutmaßlich in den 1930er bis 1960er Jahren durch Überbauung nicht dokumentierten und deshalb unwiederbringlich zerstörten Relikte merowingischer Besiedlung nicht helfen, denn vergleichbare altsteinzeitliche Funde oder eine durchgehende Besiedlung sind dort nicht nachweisbar.

Ausgrabungen in Reusrath / Urkundenvernichtung in Richrath

schrieb am 31.05.2008 - Archäologisches, Namen und Deutungen, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Zu Reusrath: Nachdem Ausgrabungen an der Kirche in Richrath im Jahre 2003 ergaben, dass der Stadtteil bis zu 200 Jahre älter sein könnte, als bisher angenommen, werden seit Beginn des Jahres 2008 Grabungen an der Kirche in Reusrath durchgeführt. Erste Schlussfolgerung aus den Grabungsbefunden in Richrath: Orte mit der Endung -rath seien womöglich nicht erst im zehnten Jahrhundert, sondern vielleicht bereits bis zu 200 Jahre früher gegründet worden. Denkbar wäre allerdings ebenso eine spätere Umbenennung wie im Falle „Overrath“.
Bestätigung für die erste Vermutung ergeben möglicherweise auch die Grabungsergebnisse in Reusrath. Unterhalb der 1913 abgebrochenen alten Kirche aus dem elften Jahrhundert fand sich im Langhaus ein in einem Baumsarg bestatteter Mensch, skelettiert natürlich. Beides, Skelett und Sarg, sind allerdings noch nicht untersucht und daher ebenfalls noch undatiert. Meine sich an die Untersuchungen des Alters anschließenden Fragen:
Wurde die Kirche auf einem alten Friedhof errichtet oder der Sarg bewusst im Kirchenschiff platziert?
Handelt es sich um ein männliches oder ein weibliches Skelett?
Welche Grabbeigaben sind zu identifizieren (Stoffreste) und welche Rückschlüsse lassen diese zu?
Besteht (weibliches Skelett vorausgesetzt) ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Grab und Namenspatronin (Die heilige Barbara wurde in einen Turm gesperrt und starb einen qualvollen Martertod)?
(Sehr frommer Wunsch:) Lässt sich die Person damit identifizieren oder kann mithilfe meiner Lösung der Sage vom versunkenen Schloss eine Identität vermutet werden?

Zu Richrath: Von einem ehemaligen Leviten aus St. Martinus in Richrath wurde mir berichtet, man habe dort bei Abbruch der alten Kirche 1968 tonnenweise Papier vom Dach der Kirche sowie aus dem Turm herausgeschafft und vernichtet. Handelte es sich hierbei um die schriftlichen Hinterlassenschaften aus eintausend Jahren „Kirchspiel“ und „Herrschaft“ Richrath? Was wurde dort angerichtet, lässt man das Gerücht einmal außer Acht, man habe das Dach der Kirche zur Schädigung der Mauern abgedeckt, um damit den Neubau eines modernen Gotteshauses zu erreichen? [31. Mai 2008]

Der genagelte Schädel aus Langenfeld

schrieb am 21.02.2008 - Archäologisches, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Am 21. Februar 2008 hielt Dr. phil. Peter Pieper, erster Archäologe (weltweit) in forensischen Diensten, im Flügelsaal des Kulturzentrums einen Vortrag über den genagelten Schädel aus Langenfeld. Dieser wurde am 16.4.1964 bei Baggerarbeiten auf dem Gelände der Firma Keller in Langenfeld, Kölner Straße 50 entdeckt. In diesem steckte noch ein fast 50 cm langer Eisennagel, der auf das Annageln des zuvor enthaupteten Kopfes hinweist.
Der Fundort des Schädels wird aber nicht der eigentliche Ort der Hinrichtung, sondern nur der Ausstellungsort an der historischen Nord-Süd-Verbindung, der heutigen B8 gewesen sein. Als Richtstätte kommen mehrere Örtlichkeiten in Betracht, etwa der Galgendriesch, der Katzberg, insbesondere aber das rückwärtige Gelände in Galkhausen. Dort lassen nämlich Luftaufnahmen der Amerikaner aus dem zweiten Weltkrieg auf einen ehemaligen Hinrichtungsplatz schließen.
Die bisherigen Untersuchungen weisen auf eine etwa bis 30 Jahre alte Frau hin, die im 17 Jahrhundert getötet worden sein könnte. Beifunde, feinste Gold- und Silber durchwebte Textilreste, lassen eine Dame höheren Standes vermuten. Auch der Zahnbefund ohne Karies und Parodontose lasse die Vermutung einer adlige Abkunft zu, so der Forensiker. Grund der Hinrichtung könne eine Tötung als Hexe gewesen sein. Allerdings ständen Untersuchungen, insbesondere zum Geschlecht noch aus. Dass die vermutlich (auch nach den Beifunden) weibliche Getötete dennoch nicht lange angenagelt blieb, sei aus dem Umstand zu schließen, dass der Unterkiefer zum Zeitpunkt des Fundes noch vorhanden war. Der Schädel sei nämlich, mutmaßlich auf Betreiben der Familienangehörigen, um der Raben willen, abgenommen worden.
An dieser Stelle sei jedoch zu beklagen, dass die etwas lieblose Behandlung und Lagerung des sehr seltenen Fundes, zuletzt in einem Magazin in Meckenheim, zum Verlust des Unterkiefers geführt habe. Abschließend verlieh er seiner Hoffnung Ausdruck, gegebenenfalls im Privatarchiv der Grafen von Mirbach, die viele Urkunden und Gerichtsakten hüten, möglicherweise noch etwas zu finden, um zum Schädel eines Tages auch noch die Geschichte der Person erzählen zu können. [21. Februar 2008]