Kategorie: Stadtgeschichtliches

Stadtkrimis aus Langenfeld

schrieb am 09.08.2015 - Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Der Autor gemeuchelt

Zum kroatischen Jahr der passende Binder…

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… Frische und kurze Stadtkrimis aus Langenfeld präsentiert das „Grüne Sofa“ am 08.09.2015 um 19 Uhr 30 im Haus Arndt. Auf dem Plakat sehen Sie im Übrigen den Autor selbst, dahin gemeuchelt mittels eines Gürtels, passend zum kroatischen Jahr und der kroatischen Erfindung der Krawatte als Modeobjekt.

Zum Inhalt des Buches der Rückseitentext:

Den Zuhörern erster Belletristik-Lesungen gefielen meine beiden Kurzgeschichten, die den Abschluss in „Die Falter-Skripte“ bildeten. Eigentlich war nur daran gedacht, gelegentlich eine weitere Geschichte für gemeinsame Auftritte zuzusteuern. Ich wurde jedoch bedrängt, mehr davon zu schreiben: „Deine Geschichten sind echt Klasse. Ich hab’ mich beömmelt“, und Ähnliches bekam ich zu hören. Daneben gab es seit Jahren schon regelrechte Quengler, die um Stadtkrimis bettelten, weil ich mich mit der Stadt Langenfeld und deren Geschichte gut auskenne. Deshalb habe ich mich schließlich für den hier veröffentlichten Sprengel an Stadtkrimis hingesetzt. Damit mir sowohl das Schreiben wie das spätere Vorlesen ebenfalls Spaß bereiten, wurde natürlich die eine oder andere Anekdote eingestreut. Zudem einmal ganz andere Möglichkeiten bot der Ansatz: „Die Leiche immer die Gleiche“. Damit konnten Running Gags platziert sowie Rätsel zum Toten in den 15 Krimis versteckt werden. Wer sie denn finden möchte… An diesen ersten Teil schließt sich übrigens noch eine Betrachtung zur „Falter“-Gruppe mit dem gemeinsamen Ringen der Künstler an. Es geht um: „Was darf Kunst?“ und „Wie muss Kunst sein?“ Zu guter Letzt gibt es noch zwei, drei lustige, bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten als Zugabe obenauf.

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Die Möckenburg im Modell

schrieb am 17.05.2015 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare


Die Künstlergruppe Falter bot mir die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des Marktkarrees die Möckenburg im Modell („Das versunkene Schloss“) zu fertigen. Dazu habe ich die mutmaßlich ehemalige Motte erstmals vermessen können, weil die Fläche inzwischen aufgrund des teils über den alten Zugangswall geführten Wanderweges „Neandersteig“ vom Unterholz befreit wurde. Dabei stellte sich im Übrigen heraus, dass die Anlage weit weniger lang gestreckt ist, als ursprünglich beim Abschreiten zwischen den Bäumen hindurch, von mir vermutet wurde.

DieMöckenburg neu vermessen

Grundriss der vermuteten Möckenburg-Motte

Den nachfolgenden Text fertigte ich zur Erläuterung des Modells, an dem sich zugleich die von mir vermutete Untergangskatastrophe nachzeichnen lässt.

Erläuterungen zur „Möckenburg“, für den Autor das „Versunkene Schloss“

Grundsätzliches: Das Modell einer mittelalterlichen Turmhügelburg (in der Wissenschaft „Motte“ genannt) soll die Bauweise von Niederungsburgen im Flachland verdeutlichen. Solche Burgen gab es zwar bis hinein in den Alpenraum, dennoch sind diese eher typisch für unsere Landschaft. Insbesondere in Sumpfgebieten wurden solche Anlagen auf einer Packlage von Flechtreisigbündeln errichtet, die miteinander verbunden wurden. Die Burgen „schwam-men“ somit förmlich auf dem Morast. Für Langenfeld sind zwei dieser Turmhügelburgen verbürgt, nämlich die „Motte Schwanenmühle“ in Wiescheid sowie die „Motte Flachenhof“ in Immigrath. Eine weitere nimmt die Wissenschaft derzeit nur für Langfort an, wo ent-sprechende Flechtreisigbündel in der Nähe des AWO-Altenheims entdeckt wurden.

Zur weiteren Bauweise: Auf den „schwimmenden“ Flechtreisigbündeln wurde die Anlage mit Holz und Erde errichtet. Der Aushub der Gräben wurde zu Wällen aufgeworfen und als Boden in die Motte verbracht. Die Wälle wurden mit Palisaden oder holzsparend als Flechtwerk mit den dicken Ästen der gefällten Bäume ausgeführt. In einer größeren Vorburg standen die Gebäude für Mensch und Vieh. Wahrscheinlich eher seltener lebte der Burgherr in dem Turmhügel hinter der Schildmauer zur Vorburg. Meist war dies die letzte Zuflucht vor einem herannahenden Feind.

Zur Gesellschaft: Die fränkische Gesellschaft kannte unfreie Bauern auf dem Hof des Grundherrn sowie sogenannte Hufenbauern in Dörfern nahebei. Erstere mussten ihre Arbeitskraft voll in den Dienst des Grundherren stellen, letztere durften drei Tage die Woche auf „eigener Scholle“ wirtschaften. Der Sonntag war in einer zumindest oberflächlich bereits christianisierten Gesellschaft arbeitsfrei.

Zur Kapelle: Unser Mottenmodell zeigt eine kleine, nordwärts ausgerichtete Kapelle. Dazu angemerkt, wurde der Chor in altchristlicher Zeit ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und war nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Die Apsis, als halbkreisförmiger Abschluss des Chorraums findet sich selten in einfachen Holzkirchen. Die Ausrichtung des Chors nach Osten ist keine zwingende Bauvorschrift. Sie setzte sich mit dem „Toleranzedikt von Mailand“ ab dem Jahre 313 nach Christus allmählich durch und wurde in Renaissance und Barock wieder liberal gehandhabt.

Der heutige Befund im Wald: Von der mutmaßlich ehemaligen Motte im Galkhauser Wald, am Rande des heutigen Restmoores „Further Moor“, am „Neandersteig“, blieb nur die Vorburg mit drei Hügelresten erhalten. Der westliche der beiden Schildmauertürme ist nach Osten an den Ostturm „versetzt“. Der Vorburgwall weist an seiner Stelle eine Eindellung auf. Die oben stehende Skizze soll die heutige Form verdeutlichen, das nachfolgende Bild deren ursprüngliches Erscheinungsbild.

Möckenburg-Modell im Winter

Das fast fertige Modell (ohne Belaubung) zeigt, wie sich die Burg im Winter zeigte

Die im Modell gezeigte Burg: Die Anlage wurde in den mutmaßlichen Zustand zurück gedacht, die sie womöglich einstmals hatte. Ob es eine Schildmauer ganz im Süden gab, ist unbekannt, wird nur aufgrund der Befunde in der Motte Schwanenmühle für diese Motte ebenfalls angenommen. Vielleicht war dieser Schutz aufgrund der Lage schon fast im Moor nicht notwendig. Der im Nordwesten (nördlich der Gänse-Insel) befindliche Trockengraben hätte die Katastrophe mutmaßlich verhindern helfen. Ihn gab es wohl daher nicht. Ein tödlicher Baumangel, wie sich herausstellte.

Zum Untergangsszenario: Den Untergang mitbewirkte, wenn es denn eine Motte gewesen ist, hat die Errichtung der Anlage auf Flechtreisigbündeln. Wochenlange Regenfälle führten zu einer Aufweichung der Wallanlagen. Ein Blitz fällte dann einen Baum oberhalb der Motte in Hapelrath, der ins Wasser kippte und zu einer Stauung führte. Als der Druck groß genug war, sprengte es den Baum auf einer Wasserwelle talwärts, wo er sich in der Bachstauung der Motte verfing und sodann das Wasser in der Motte steigen ließ. Der eingedrückte Wall in der Skizze oben links zeigt, wo sich der meiste Druck entfaltete. Deshalb riss es den westlichen Turm ab, der vor den östlichen Turm gedrückt wurde. Als schließlich auch die Stauung des Bachs für die Gräben der Burg gesprengt wurde, zog es den Turmhügel, der nur auf Flechtreisigbündeln „schwamm“ in seinem Sog talwärts. Daher versank in dieser Burg nur die Herrschaft. Die Menschen in der Vorburg überlebten, obwohl auch diese mit Wasser vollief. An drei Stellen in Süd- und Westwall wurde daher die Anlage geöffnet, um das Wasser ablaufen zu lassen. Die Überlebenden der Katastrophe siedelten anschließend auf einem Sandhügel auf der anderen Seite der Bahnlinie, bevor sie die Motte am Blockbach (erste Dückeburg) errichteten. Dieser Sandhügel blieb im Übrigen der Anknüpfungspunkt an die Sage in Langenfeld und ist aus rundherum zusammen gescharrtem Sand errichtet worden. Er erinnert ganz daran, dass hier „ein erster Turm“ für die Überlebenden der Katastrophe entstanden sein könnte.

Zur Sage vom versunkenen Schloss: An keinem anderen Ort in Mitteleuropa ließe sich ein Untergangsszenario, wie von mir beschrieben, an Bodenzeichnungen, die vorgeblich für ein versunkenes Schloss herhalten müssen, entwickeln. Für mich ist deshalb diese Motte das tatsächliche „Versunkene Schloss“. Weil zudem über die Jahrhunderte verloren ging, dass es einst „im langen Feld“ gestanden hatte, verlegten es die Menschen in ihre Umgebung. Einen Goldschatz gab es dort im Übrigen nie. Die in der Sage berichteten Grabungstätigkeiten galten allein der Alltagshabe.

Der wahre Schatz: Der wahre Schatz der Sage ist die Übermittlung von Kenntnissen aus der Beobachtung von Gegebenheiten vor, während und nach dem Untergang der Burg, die mit „göttlichem Eingriff“ in Verbindung gebracht wurden. Dabei erhellt sich, dass „Die Sage vom versunkenen Schloss“ eine mystische Überlieferung darstellt, die eine von christlichen Vorstellungen abweichende Auffassung vermittelt.

Der Name der Burg: Baron von Galera, der erste Langenfelder Stadtchronist, nahm 1963 als Keimzelle der Besiedlung zu Zeiten der rückläufigen fränkischen Landnahme (Rückkehr der Franken in ihr altes Siedlungsgebiet) eine Markgrafschaft und darin eine „Virneburg“ an. Eine alte Burganlage findet sich in der Fortführung der Virneburgstraße auf Leichlingen zu. Weder hinsichtlich des heutigen Bauernhofs „Virneburg“ noch der heutigen „Möckenburg“ darf man von ehemaligen Burgen ausgehen. Vielmehr werden einstige Burgnamen dorthin übertragen worden sein. Daher bliebe der Name „Möckenburg“ für diese Motte offen. Und wenn man sich die großen Wasserflächen am Rande des Further Moores betrachtet, könnte die Anlage tatsächlich einstmals „Mückenburg“ geheißen haben. Der Link zur Rheinischen Post.

Die Motte Möckenburg

RP und lokale Presse berichteten ausführlich vom Crossover-Projekt

(Autor des Textes und „Erbauer“ des Mottenmodells: Claus-Peter Peters. Weitere Infos zum Crossover-Projekt der Künstlergruppe Falter sowie Bilder aus der Entstehungszeit des Modells finden Sie auf der Webseite der Gruppe IG-KLM.de)

Langenfeld im Wandel der Zeiten

schrieb am 17.11.2014 - Allgemein, Buchvorstellung, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Langenfeld im Wandel der Zeiten

Langenfeld im Wandel der Zeiten

Langenfeld im Wandel der Zeiten – Charme und Geschichte einer Stadt im Rheinland.

Noch ein Buch zur Stadtgeschichte, wird mancher fragen. Tut das denn Not, wo sich keiner mehr für Geschichte interessiert und hier fast nur noch Zugezogene leben. Ja, weil es nicht ausschweifend, sondern kurzweilig ist. Weil es viele neue Ansätze bereithält und nicht über Adelige und Pfaffen schwafelt. Weil es tolle Bilder hat und nicht den alten verstaubten Mist präsentiert, den sowieso keiner mehr kennt. Weil es die Kulturbeauftragten ärgert und die Bürger freut. Weil es aus Wikipedia heraus angestoßen einen Kontrapunkt setzt gegen dröge Historiker. Deshalb war das Buch richtig und wichtig. Langenfeld im Wandel der Zeiten ist überdies ein zeitgeschichtliches Werk, das ab 2017 in Wendezeit Geschichte (Link zum Verkäufer Amazon) einen kleinen Ableger gefunden hat – darin im Übrigen auch „Die Sage(n) vom versunkenen Schloss“.

Rückblick: Das Grüne Sofa präsentierte das Buch Langenfeld im Wandel der Zeiten sowie dessen Autor, den Betreiber dieser Webseite, am 09.12.2014 um 19 Uhr 30 im Haus Arndt. In der genannten Veranstaltung wurde aus dem Werk vorgelesen, was der Unterzeichner durch Erläuterungen und Vertiefendes zu ergänzen wusste. Die erschienenen 25 Zuhörern (voll besetztes Haus) im Dachstübchen von Haus Arndt erlebten jedenfalls einen spannenden Abend zur Geschichte der Stadt Langenfeld. In einem zweiten Teil präsentierte der Autor darüber hinaus Einblicke in das Werden eines metaphysisch-philosophischen Werks. Ein Schaffen, dass es ohne Langenfeld, ohne „die Sage(n) vom versunkenen Schloss“ und ohne manchen Mitmenschen hier so nicht gegeben hätte. Ein dritter Teil mit einigen amüsanten Kurzgeschichten rundete seinen Vortrag ab.

Nun waren Sie nicht beim Vortrag (den es in dieser Form auch nicht mehr geben wird) und überlegen, Langenfeld im Wandel der Zeiten zu erwerben. Meine Meinung ist, es lohnt sich in jedem Falle. Der Grund dafür: Das Buch wurde von Julius von Bukowski, inzwischen verstorbener Buchhändler (und Weinfest-Initiator/Organisator mit immer großem Einsatz für die Lokalgeschichte) 2012/13 der Stadt vorgelegt. Julius von Bukowski fand das Werk der Veröffentlichung und Unterstützung durch die Stadt wert, doch wurde es von dort zurückgewiesen. Als Begründung gab man an, nicht in allen Teilen mit der Meinung des Autors konform zu gehen. Was manchem als ein Makel erschiene, ist schlichtweg ein Ritterschlag, es nämlich richtig gemacht zu haben.

Dazu am Rande ergänzt: Es gibt nicht nur eine Geschichte. Wenn zwei Menschen etwas erleben, wird es in vielen Teilen ähnlich berichtet werden. Doch schon mit den Schwerpunkten, die die beiden Berichterstatter setzen, verändern sich auch Verständnis und Blickwinkel eines jeden Zuhörers. Gehen wir über die Jahrhunderte hinweg, finden sich über viele Köpfe und Generationen hinweg – das System der stillen Post – unterschiedliche Darstellungen bei den Nachfahren. Und doch gehen die unterschiedlichen Darstellungen auf zwei Berichterstatter und zu guter Letzt auf nur ein Ereignis zurück. Meine Frage: Wer hat da eigentlich recht – oder dürfen es am Ende nicht mehrere Wahrheiten bleiben? Aber das sind Überlegungen, die Historikern nie in den Sinn kämen.

Wie dem auch sei, das Buch gab es in der Bratapfelmarkt-Sonderausgabe 2013 für früher 30 EUR. Inzwischen werden die letzten Exemplare preisreduziert für 20 EUR in den Räumen der Künstlergruppe Falter, Marktkarree, erstes Obergeschoss, angeboten. Greifen Sie also zu, es lohnt sich und Nachdrucke wird es nicht mehr geben. Trotz eines kleinen Fehlers, der Sie nicht stören sollte, weil ohnehin kaum der Rede wert, sollten Sie zugreifen. Denn Langenfeld im Wandel der Zeiten ist und bleibt ein zeitgeschichtliches Dokument.

Die Wikinger und eine Markgrafschaft?

schrieb am 28.09.2014 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Wikingerhäuser in Haithabu

Nachbau einiger Häuser der Haupthandels-Metropole der Wikinger

Von den sogenannten Fachleuten gerne in Abrede gestellt, wird die Annahme des ersten Stadtchronisten Langenfelds, der 1963 behauptete, Richrath sei einst Markgrafschaft gewesen. Baron von Galera wird wohl auf ihm zugängliche Quellen bzw. Privatarchive des lokalen Adels zurückgegriffen haben. Vielleicht hatte er auch Informationen, die mündlich in seiner Familie weitergegeben wurden. Wir wissen es nicht. Jedenfalls nahm er nicht nur eine Markgrafschaft für Richrath an, sondern zugleich war die Motte Virneburg für ihn eine vor 960 existierende Größe, wie es die Karte in seiner Schrift zur Stadtgeschichte aus eben dem Jahr 1963 ausweist. Die Virneburg war meines Erachtens eine in eine germanische Ringwallanlage in Hapelrath hineingebaute Turmhügelburg, die möglicherweise planvoll versenkt wurde. Zu den Herren von Virneburg erfahren Sie überdies auf Interessantes auf der Seite „Argumente für einen Fundschatz„. Doch sei an dieser Stelle nicht zu viel und zu weit ausgeholt, ich möchte nicht gleich überfrachten. Meine Bilder aus Haithabu jedenfalls mögen Ihnen zunächst einen Eindruck von den mittelalterlichen Wohnverhältnissen außerhalb der römischen Einfluss-Sphäre vermitteln. Selbstredend bleibt es nicht bei der einfachen Darstellung der Häuser aus Hathabu, dafür schwirren mir bei jedem Häppchen Stadtgeschichte gleich weitere Informationen durch den Kopf (wie eben jene zur Markgrafschaft Richrath, zu Wikingerüberfällen bis nach Köln etc.). Lassen Sie sich auf dieser Webseite von den Bildern animieren und – besuchen Sie einmal Haithabu, Schleswig und vor allem das Schloss Gottorf mit seiner archäologischen Sammlung. Zu meinem „Besuch in Haithabu„.

Autor besucht Motte Lütjenburg

schrieb am 28.09.2014 - Allgemein, Archäologisches, Namen und Deutungen, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Frühmittelalterliche Festungskunst

Der Wehrturm der Motte Lütjenburg im Kreis Plön

Der Autor und Betreiber dieser Webseite nutzte seinen Jahresurlaub in Schleswig-Holstein, den Nachbau der Turmhügelburg Lütjenburg im Kreis Plön zu besuchen. Jede Menge Bilder und interessante Einblicke in das Leben der Burgherren des frühen Hochmittelalters waren als Ausbeute zu verzeichnen. Was es mit Motten (Turmhügelburgen) und der hiesigen Sage vom versunkenen Schloss auf sich hat, warum die Namen Möckenburg und Virneburg wohl keine Bauernhöfe bezeichneten und was wir für die Stadtgeschichte deshalb mitnehmen dürfen, erläutert der Artikel „Ritter Pitter in der Lütjenburg„.

Haus Arndt

schrieb am 13.09.2014 - Allgemein, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Unser Stammquartier der IG-KLM

Das Domizil der Künstlergruppe Falter, die vom Betreiber der Webseite am 5.9.2012 gegründet wurde.

Obwohl sich am Haus die Jahreszahl 1667 fand, ist die Existenz des Hauses Arndt erst aus einer Karte aus dem Jahre 1810 gesichert. Es wird zumindest bereits 1809/10 bestanden haben. Die Annalen der Besitzerfamilien indes reichen weiter zurück, sodass ein längeres Bestehen am Ort nicht auszuschließen ist. Ursprünglich war das Haus landwirtschaftlich genutzt. Heute ist im Haupthaus ein gatronomischer Betrieb, in einem Seitengebäude (zeitweilig Schreinerei / Pferdestall) eine Weinhandlung untergebracht. Die rechts des Hauses gelegenen ehemaligen Stallgebäude mussten bereits in den 1960er Jahre Garagen weichen. Sie sind seit 1984 nicht mehr vorhanden und bieten somit einen Durchgang zum Marktplatz. Der heutige gastromische Betrieb „Haus Arndt“ verfügt über zwei Terrassen, rückwärtig über eine gepflasterte, vor dem Haus liegt sie im ehemaligen Vorgarten und stellt damit eine der wenigen nicht versiegelten Flächen in der Innenstadt dar.

Haus Arndt lag im Übrigen an einer von nur vier Bachbrücken im Stadtgebiet und zugleich an einem der drei alten Fernhandelswege. Der älteste war der Mauspfad, ein in Langenfeld seit der Bronzezeit nachgewiesener Fußpfad durch das Stadtgebiet, der etwa Köln über weiter Butenweg, Hellweg und weitere Hansestraßen mit der Küste verband. Ab dem Mittelalter verband die spätere B 229 den Hitdorfer Rheinhafen mit Solingen. Solinger Stahlwaren traten ihren Siegeszug somit an Haus Arndt vorbei in die weite Welt an. Bei Haus Arndt war daher auch „zum Abkassieren“ des früher üblichen Wegezolls eine der Stationen im Stadtgebiet eingerichtet, an der das sogenannte „Barriere-Geld“ erhoben wurde und sich nur bei Zahlung die Schranke hob.

Verwundern darf es uns daher nicht, dass die Verbindung Bergisches Land und Hitdorfer Hafen (tatsächlich einst das Tor zur großen weiten Welt) uns dann wohl einen waschechten Solinger als Gastwirt im Haus Arndt beschert hat: Olaf Kohler. Einmal gar nicht am Rande notiert, sei ihm an dieser Stelle einmal für seine vielfältigen Unterstützungen der Künstlergruppe Falter gedacht, ohne die sich der Erfolg der Gruppe bei Weitem nicht so einfach gestaltet hätte.

Feedback zur Kirmes 2013

schrieb am 08.09.2013 - Allgemein, Nonsens, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Liebe Kirmesjonge,

Eure Schürreskarren-Rennen 2013 waren wieder erste Sahne. Nur in Stichworten: Vater (im Großvateralter) schlägt seinen Sohn (im guten Mannesalter) im Rennen allein durch Routine. Insgesamt 4 spannende Vorläufe und ein geiles Finale, daneben ein Altherrenlauf, wieder einmal ein Jugendlauf, drei spannende Kettcar-Rennen, ein Kettcar-Rennen nur mit Mädels sowie ein Schürreskarr-Rennen nur mit Mädels, drei Gästerennen und vier „Unfälle“ haben eine unglaubliche Dynamik erkennen lassen. Selbst wenn heute wegen des miesen Wetters nur wenige in die Baumberger Straße kamen, in den gut 15 Jahren, die ich nach Berches komme, war das ein Besuch, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. Leider hatte ich Eure Kirmes viel zu lange „nicht auf dem Schirm“, kenne zwar noch die Treibstraße aber die Sandbahnrennen allein aus Erzählungen. Darüber könnte ich mir heute in den Hintern beißen. Deswegen schreibe ich jedoch nicht.

Startvorbereitungen

Vor dem Start das Kölsch herabgespült und dann geht’s los.

Wenn es auch so schön war wie schon lange nicht mehr, meine ich, eine Unregelmäßigkeit melden zu müssen. Wenn ich das richtig beobachtet habe, wurde Achim im dritten Gästelauf zunächst der Start vorgegaukelt, worauf er sein Bier austrank und loslief. Dann hat man ihm einen Frühstart vorgehalten, sodass er gleich noch ein zweites Bier hinterher kippen musste. Das hat ihn natürlich zurückgeworfen, weshalb er das Rennen dann auch nicht gewinnen konnte. Durch eine „peinliche Befragung“ mittels Kölsch und „intravenöser Zugabe“ von härteren Drogen wird man bei seinen Mitläufern die Wahrheit ans Licht bringen können. Höchst vorsorglich: Ich lasse mir nicht entgegenhalten, dass ich wegen der Aufregung bei den Rennen wenigstens bei jedem zweiten ein Kölsch getrunken habe. Das mit Achim habe ich mal ganz genau mitbekommen. Deshalb, so meine ich, müssten seine Mitläufer disqualifiziert werden oder aber Achim nächstes Jahr eine neue Chance bekommen.

Wie dem auch sei, in jedem Fall Grüße aus Immigrath und eine restliche schöne Kirmes wünscht Euch  – der Ritter Pitter vom versunkenen Schloss.

Geschichtliches zum Karneval / Hahnenparade

schrieb am 11.09.2011 - Allgemein, Nonsens, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus…

Brigitte Förster und Heinrich Klassen von der KG Postalia werden als Prinzessin Brigitte I und Prinz Heinrich I das Narrenvolk in die Session 2011/12 führen. Das berichtet die Wochenpost in der Ausgabe vom 5.7.2011 mit Hinweis auf ungewöhnlich gut informierte karnevalistische Kreise. Da mutmaßlich vor genau 100 Jahren der erste Karnevalszug durch Langenfeld ging, organisiert übrigens von den Aehnse Käls, aufgegangen in der KG Spießratzen 1952, ist der Entscheid für die beiden von historischer Tragweite. Nimmt man dagegen die offizielle karnevalistische Position aufgrund des nachgewiesenen ersten närrischen Lindwurms 1913 als die Geburtsstunde närrischer Straßenumzüge in Langenfeld an, so regieren die beiden das Narrenvolk immerhin im 99. Jahr (!) nach dem ersten Rosenmontagszug. Wie dem auch sei, entbieten wir den beiden unseren karnevalistischen Gruß mit einem dreifachen „Trari-Trara“ – „Postalia“, „Rösroth“ – „Alaaf“ und „Langenfeld“ – „Helau“. Freuen wir uns auf eine rattenscharfe Session mit Prinzessin Brigitte sowie unserem karnevalistischen Nordlicht, Prinz Hein.

… und das gemeine karnevalistische Volk ??

Hat schon mal am 8.7.2011 „trocken“ mit einer Hahnenparade anlässlich des portugisischen Jahres üben können. 65 bemalte Hähne von 2,10 Meter Höhe und 90 Ein-Meter-Hähne zeigte die Parade ohne Kamelle und Strüssjer auf der Haupt- und Solinger Straße. Hahnenparadeplatz war der Parkplatz vor der Hauptstelle der Stadtsparkasse. Gedacht wurde übrigens dem Wappenvogel Portugals, dem „Galo de Barcelo“. Dazu die Geschichte, die der Wochenanzeiger mit Ausgabe vom 8.7.2011 erzählte:
Ein des Silberdiebstahls Beschuldigter verlangte vor der Hinrichtung noch einmal den Richter zu sprechen. Dieser aß gerade einen gebratenen Hahn, als ihm der Verurteilte eröffnete, dieser Hahn würde während der Hinrichtung zum Zeichen seiner Unschuld vom Teller hüpfen und zu krähen beginnen. Tatsächlich geschah es, dass der (gebratene) Hahn während der Hinrichtung zu krähen begann. Da eilte der Richter zum Richtplatz, um die Hinrichtung zu stoppen. Doch ohne jemandes Zutun hatte sich dort die Schlinge um den Hals des Verurteilten von selbst gelöst.
Eine schöne Geschichte und eine insgesamt interessante Veranstaltung. Allerdings trübten lauwarmes Früh aus Plastikbechern und abgezählt kaltes Sagres aus der Flasche die Freude bei diesem mutmaßlich einmaligen „Event“ (Das Wort „iwent“ ist neudeutsch für Veranstaltung).

Ein Ausblick auf die Session 2012/13

In der Session 2012/13 werden die Langenfelder Karnevalisten ihres ersten Karnevalszuges vor rund 100 Jahren gedenken. Dank meiner Erinnerung geht das denkwürdige Ereignis nicht unter. Tatsächlich könnte sich der Zug übrigens schon zum 101ten Male jähren, denn der Zeitungsbericht aus dem Jahre 1913 spricht von einer (wenigstens) zweiten Veranstaltung der Karnevalsgesellschaft „Aehnse Käls“ auf dem Hucklenbruch. Damit wird ein erster Umzug am Rosenmontag des Jahres 1911 oder 1912 wahrscheinlich. Wegen einer möglichen Pause damals ist es natürlich nachvollziehbar, dass das Ereignis erst (deshalb ganz sicher mit dem Zeitungsartikel aus 1913) dann im Jahre 2013 entsprechend gefeiert wird.
Allerdings läge mit dieser Überlegung soeben die 99. Wiederkehr dieses Ereignisses vor uns, ohne dass der närrischen „99“ gedacht würde (obwohl Brigitte und Hein gemeinsam 111 Jahre alt sind und am 11.11.11 inthronisiert wurden). Aber wat soll’et? Der Karneval wird nachweislich in Langenfeld bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gefeiert, selbst wenn die Stadt als Ganzes nicht eben zu einer seiner Hochburgen gerechnet wird. Vielleicht liegt es am Altbier/Kölsch-Äquator, der auf die alten Dekanatsgrenzen (Norden und Mitte: Neuss, Süden: Deutz) zurückgeht, dass hier das gemeinsame Feiern aller Stadtteile noch immer etwas schwer zu fallen scheint. Auf einen solchen tiefen Grund würden im Übrigen auch die Veedelszüge in Berches und seit 6 Jahren in Reusrath, dort der Lichterzug, verweisen.
Egal! Erst einmal Hein und Brigitte alles Gute für die Session 2011/12. Zudem viel Erfolg den beiden mit ihrer Karnevalshymne, die Hein bereits auf dem Gänsemarkt mit wunderbarer Stimme zum Besten gab, und uns allen viel Spaß in der Session mit Alaaf und Helau.

(Nachtrag 2013: Es gab keine Feier. Auch die Karnevalisten haben ihre Geschichte vergessen)

 

Zeitleichen – Vom täglichen S 6 – Wahnsinn

schrieb am 01.07.2010 - Allgemein, Nonsens, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Täglich pendeln etwa 800-1000 Fahrgäste in der Hauptverkehrszeit pro S-Bahn nach Düsseldorf, macht bei 15-20 Bahnen 15.000 Leute. Nach Langenfeld und in Richtung Köln sind es knapp halb so viele, also 7000 Leute. Jeder verliert pro Woche durch verspätete S-Bahnen etwa eine halbe Stunde, durch verpasste Anschlüsse noch einmal eine halbe Stunde, macht 22.000 Stunden insgesamt. Im Monat sind das gerundet 90.000 Stunden und bei 45 Wochen Arbeit pro Jahr 4 Millionen und 50.000 Stunden. Ergibt zusammen 168.750 Tage oder 462, 3 Jahre. Bei einer Lebenserwartung von 75-80 Jahren liegen somit pro Jahr nicht nur 2-3 Leichen unter den Zügen, sondern noch einmal 6 „Zeitleichen“ im Zug. Wohl gemerkt: In nur einem Jahr nur auf der Linie S 6 ohne Streiks, Personenunfälle, Oberleitungsschäden, Gleisbauarbeiten usw.

„Schreibwettbewerb“ zum genagelten Schädel

schrieb am 11.02.2010 - Allgemein, Archäologisches, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einiger Verwunderung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Vermutungen des  den Schädel untersuchenden Forensikers Dr. Peter Pieper zu dem Objekt mit keinem Wort erwähnt werden. Der hat bei Vorstellung seiner Ergebnisse zu dem vom Nagel durchbohrten Kopf klar und deutlich geäußert, dass wir es mutmaßlich mit dem Relikt einer Hexenverfolgung zu tun haben. Zumindest wäre da doch zu erwarten gewesen, dass mit dem Start des Schreibwettbewerbs um die Geschichte hinter dem Schädel auch eine solche, nicht ganz unerhebliche Tatsache angesprochen worden wäre. Stattdessen wird vorab eine Mär präsentiert, die eine mutmaßlich junge Adelige als Schwerverbrecherin dastehen lässt, die natürlich ihren Tod selbst verschuldet und verdient hat.

Meine Herrschaften, es tut mir leid, Ihnen hiermit einen schlechten journalistischen Stil bescheinigen zu müssen, auch wenn Sie sich von dem Vorsitzenden des Fördervereins Stadtmuseum, Initiator des Schreibwettbewerbs und Verzällchen-Tour-Hobbyautor Manfred Stuckmann haben in die falsche Richtung leiten lassen. Mir ist schon klar, dass eine Hexenverfolgung nicht in das beschauliche Langenfeld passen will, doch sollte man sich nicht vor einen Karren spannen lassen, dessen Ziel allein die Geschichtsklitterung ist.

Wo kämen wir denn hin, wenn wir – wie mutmaßlich im Falle der jungen, als Hexe hingerichteten Frau – aus jedem Opfer einen Täter konstruieren, nur damit unsere Stadtgeschichte ohne Makel ist. Vielleicht haben wir demnächst noch einen Wettbewerb, wie sich die 71 von der Gestapo getöteten Häftlinge in einer Schlucht des Wenzelnbergs am 13. April 1945 erst gegenseitig umbrachten und dann frecher weise auch noch selbst verscharrten. Dies alles natürlich nur, um – boshaft – die hiesige NS-Prominenz in Misskredit zu bringen. Von den 6 Millionen – selbst schuld – vergasten  Juden einmal ganz zu schweigen.  Das wäre dann vielleicht ein Thema für einen dritten Schreibwettbewerb.

Nein, Leute, so läuft das nicht. Es gehört zu den vornehmsten Pflichten eines Menschen mit Vorbildcharakter, dazu zähle ich selbstverständlich auch stellvertretende Bürgermeister, sich der Geschichte zu stellen und klar Position zu beziehen. Wenn es in Langenfeld Menschen gab, die andere als Ketzer, Hexen oder wie auch immer denunzierten, zum Tode verurteilten und anschließend den Kopf der Getöteten annagelten, dann haben wir das zu akzeptieren und insbesondere unseren Kindern diese grausame Geschichte lehrend zur Kenntnis zu geben. Mit einem wie geplanten Schreibwettbewerb wird eine solche Zielsetzung jedoch konterkariert.

Und damit meine Ansicht nicht „in Vergessenheit gerät“, werde ich zudem den WDR informieren. – Mit freundlichen Grüßen (02/2011)

 

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