Nonne und Himmel bei Dante

schrieb am 19.11.2017 - Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Was haben Nonne und Himmel bei Dante mit unserer Langenfelder Sage zu schaffen? Der Kenner der „Sage(n) vom versunkenen Schloss“ wird dazu meine Interpretation kennen: Eine Nonne wird von einem Ritter aus einem Kloster geraubt und schafft für sich himmlische Aufnahme. Beide kommen nämlich nebeneinander bei einer Flutkatastrophe zu Tode. Deshalb sahen die Betrachter von damals ihn vor einer himmlischen Strafe, sie dagegen, weil sie im Tode lächelte, vor himmlischer Aufnahme. Ich möchte weder die Geschichte noch Feinheiten der Deutung an dieser Stelle weiter vertiefen. Nur dazu noch ein Hinweis: Der interessierte Leser erfährt die vollständige Interpretation neu aufgelegt in meinem Buch „Wendezeit Geschichte„, erhältlich bei Amazon.

Nonne und Himmel bei Dante

Ganz Europa kannte womöglich die Geschichte.

Nonne und Himmel bei Dante kamen mir jedenfalls bei der Lektüre vor wie ein Dejà-vu-Erlebnis. Vor allem freut es mich, dass diese Zeilen den Kulturbeauftragten in Langenfeld genauso wenig schmecken werden, wie Dr. Peter Piepers Interpretation des genagelten Schädels von Langenfeld, den er einer Hexenverfolgung zuschreibt. Doch lassen wir die Stadt und Überlegungen zu historischen Ereignissen (auch denen bei Dante) einmal außen vor und kommen stattdessen zu seinem Bericht in der „Göttlichen Komödie“, Paradies, dritter Gesang.

„Ihr nachzufolgen, floh in jungen Jahren ich aus der Welt und hüllte in ihr Gewand mich, zu ihres Ordens Wandel mich verpflichtend. Doch Männer dann, an Böses mehr als Gutes gewöhnt, entrissen mich dem süßen Kloster; Gott weiß, wie mein Leben dann gewesen wäre. Und jener andre Glanz, der sich dir zeiget auf meiner rechten Seit‘ und mit der ganzen Lichtfülle unserer Sphäre sich entzündet, lässt, was von mir ich sprach, von sich auch gelten. => Auch sie war Nonn‘ und ihr auch ward vom Haupte der Schatten so geraubt der heiligen Binde. Doch, da sie zu der Welt gekehret worden, so ihrem Wunsch als guter Sitt‘ entgegen, warf sie doch nie von sich des Herzens Schleier.“ (Nun folgt mit der Benennung von Personen Dantes Fehlinterpretation, um wen es ging. Die Namen können wir daher vernachlässigen.) „Die Lichtgestalt ist dieser jener großen Konstanze, die von Schwabens zweitem Sturmwind den dritten, die letzte Macht, geboren. – So sprach sie zu mir und begann darauf Ave Maria zu singen, und im Singen schwand sie, gleichwie ein schweres Ding im tiefen Wasser.“

Nonne und Himmel bei Dante, der Leser wird sich nicht wundern, dass es mich elektrisierte. Die Geschichte ereignete sich womöglich in Deutschland (Schwaben wird genannt) und hat einen Brautraub, den Raub einer Nonne aus einem Kloster zum Inhalt. Die Geraubte selbst erfährt dank ihres Herzens Schleiers himmlische Aufnahme und ’stirbt‘, nach einem Ave Maria, in tiefem Wasser. Selbst wenn die Geschichte nur eine Duplizität von Ereignissen wiedergibt, beweist sie doch immerhin die Richtigkeit meiner Interpretation, denn Dante trifft die Dame im Paradies.

Dantes „Göttliche Komödie“ gehört im Übrigen zu den wenigen Werken der Weltliteratur, die von einem Rätselmeister verfasst wurde. Dantes Leitfigur war im Übrigen auch nicht der römische Dichter Vergil, sondern Augustinus, wie ich in Kürze noch im Forum-Freie-Mystik nachweisen werde. Immerhin gestattet diese neue Erkenntnis ebenfalls, eine weitere Verbindungslinie zwischen Augustinus und Dante zu ziehen, während die Linie zwischen Dante und dem Autor dieser Zeilen nicht zwangsläufig eine Einbahnstraße sein muss. Näheres zur Verbindung der Rätselmeister in der Menschheitsgeschichte enthält der neue Stadtkrimi (mit eingeklinktem Roman) im Romanausklang des 17. Kapitels. Auch dieses Buch (17+4, Kruger und die Politik) kann bei Amazon erworben werden.

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