Orte im Moor

Bergfried einer Motte

Burgturm einer Turmhügelburg, Wohnort des Burgherrn und Zufluchststätte.

Von der Blockbachmotte ist nur noch der Turmhügel erhalten und auch nur von der Bahndammseite aus, gut auszumachen. Solche Bodenstrukturen vergangener Burgen nennt der Fachmann übrigens „Burgstall“, in der Mehrzahl „Burgställe“. Die ursprünglich zwei Vorburgen sind heute kaum noch zu erkennen. Auch fällt die Anlage heutzutage öfter trocken, da inzwischen wegen Eisenbahn- und Autobahnbaus die Bachläufe vertieft und umgelegt wurden. Sie ist die kleinste Anlage, dürfte kaum mehr als ein größeres Gehöft abgegeben haben, ist aber als Bodendenkmal eingetragen und insoweit geschützt. Zu einem Fund, der dort in den 1950er Jahren gemacht wurde sowie zur möglichen Geschichte des Objektes, hier die Geschichte einer Marienfigur.

Weniger bekannt ist ein Burgstall am gleichen Bahndamm weiter südlich, wohl die Vorburg einer ehemaligen Motte. Diese, in der Regel deutlich größere und die Hauptburg schützende Anlage, wurde übrigens nach einer Begehung des Landesamtes für Bodendenkmalpflege zu einer Wasserbaumaßnahme des 18. Jahrhundert erklärt. Ihrem einzigen, einstigen Zuweg gegenüber befinden sich Reste eines ursprünglich nicht dieser Burg zuzurechnenden Turmbauwerks, vergleichbar etwa der Lütjenburg (siehe auch unter „Links“). Die versunkene Hauptburg (durch womöglich drückendes Wasser eines mittels Baums aufgestauten Bachs), die weitere Besiedlung (Blockbachmotte) fast am gleichen Ort, die Namensgebung „Dückeburg“ der steinernen Nachfolgerin beider Burgen sowie eben jener weitere Turmhügel gegenüber der mutmaßlich einst abgesoffenen Burg (erste Zuflucht der Überlebenden nach der Katastrophe) lassen jedoch den Schluss zu, es hier mit der Burg der Sage zu tun zu haben, zumal an diese Bodenstrukturen in der mündlichen Tradition auch das Schicksal der Frau geknüpft wird. Zur Geschichte der Möckenburg.

Wollgras im winterlichen Moor

Ausschnitt des Restmoores in Furth am Further Moor

Letzte und älteste der Anlagen im Moor ist eine fast eingeebnete, von mir früher als Turmhügelburg identifizierte Anlage, die von den Fachleuten als „Ringwallanlage undatiert“ bezeichnet wird. Beides dürfte zutreffen, denn ich vermute neuerdings eine in eine ehemalige (germanische) Ringwallanlage hinein gebaute Motte. In dieses Bild passen könnte auch die ursprünglich von Baron von Galera vertretene Auffassung, das heutige Langenfeld könnte einst Teil einer Markgrafschaft gewesen sein. Doch lassen wir den Gelehrtenstreit darüber dahinstehen. Die Grafik links jedenfalls zeigt das fragliche Gebiet mit dem noch heute erkennbaren früheren Bachlauf, dem heutigen Galkhauser Bach sowie einstigen Zu- und Abflusskanälen. Diese Burg wurde nach meinem Dafürhalten absichtlich versenkt und unzugänglich gemacht. Sie musste zudem erst durch einen neuen Zuweg (von rechts oben) wieder begehbar gemacht werden. Diese könnte daher der einstige Lagerort des Goldes gewesen sein, bis ihn Männer der Kirche bargen und nach Köln verbrachten. Zur Geschichte der Virneburg

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