Die Geschichte der Virneburg

Die Anlage: Der von mir als Virneburg bezeichnete, heutige Burgstall dürfte die mutmaßlich früheste der Burgen des Galkhauser Waldes gewesen sein. In eine möglicherweise germanische Ringwallanlage könnte eine Motte hineingebaut worden sein, jedenfalls lassen einige Bodenstrukturen am neuen Zuweg zu der Anlage darauf schließen. Sollte meine Vermutung zutreffen, hätten wir neben zwei Burgen in der Oberpfalz, Kallmünster und Donaustauf, eine weitere solche Anlage im Rheinland, sicher eine erste kleine Sensation. Doch kurz zur möglichen Geschichte der Befestigungsanlage, soweit die Sage wie die vorzufindenden Bodenstrukturen hierzu erhellend sein können.

Wallanlage nach rechts abgehend vom Hügel

Auf fast vier Metern über Gelände geht der Blick vom Ex-Turmhügel auf hinten nach rechts abschwenkenden Wall.

Virneburg

Womöglich in eine ehemalige germanische Ringwallanlage hinein gebaute Turmhügelburg

Die Interpretation: Auffallend sind gen Norden zum heutigen Galkhauser Bach hin natürlich entstandene „Überlaufrinnen“ und zwar talwärts an der Vorburg, sodass von einer einstmals versunkenen Anlage auszugehen ist. Da wegen einer flexiblen Holzkonstruktion mutmaßlich nicht das Erdbeben, welches möglicherweise zur Aufgabe der romanischen Vorgängerin des Kölner Doms führte, hieran Schuld war, darf von einer planvoll durchgeführten Versenkung der Anlage ausgegangen werden. Auf den Turmhügel selbst, der, bevor der Bach für die Autobahn verlegt wurde, mitten im Sumpf lag, ist zudem ein wallförmiger Zuweg hin angelegt worden. Wenn es Gold gegeben hat, so dort, das jedenfalls lassen die Bodenstrukturen vermuten. Auch sprechen die märchenhafte Version der Sage, wie zudem weitere Sagen um versunkene Schlösser von einem zeitlich getrennten Untergang der Burg wie seiner Bewohner! Da es mutmaßlich keinen von den Bewohnern geraubten Schatz und auch keinen märchenhaften Reichtum durch „Zolleintreibung“ gegeben hat, denn dann hätte man der Burg zugesetzt, sowie auch keinen Überfluss durch ehrlicher Hände Arbeit erlangt oder den armen Bauern durch hohe Abgaben abgepresst, wird es ein aufgefundener Schatz gewesen sein, der dort beherbergt wurde.

Virneburg in Hapelrath

Allmählich wurde ich besser, Maßstabstreue blieb mir jedoch ein Fremdwort.

Es könnte der Nibelungenschatz gewesen sein, der hier versteckt wurde. Denn die Nibelungen zogen offenbar an der Dhünnmündung, die mutmaßlich zum Einflussgebiet der Burg gehörte, über den Rhein, wo sie den Schatz versenkten. Am Rande notiert, wird von Pippin dem Kurzen, dem Vater Karls des Großen, berichtet, er habe sich bei seinen Reisen zwischen Köln und Kaiserswerth regelmäßig an der Dhünnmündung übersetzen lassen (vielleicht hat er seine lange Nase ins Wasser gehalten, um nach letzten Goldstücken Ausschau zu halten), obwohl man durchaus linksrheinisch über Worringen und Neuss nach Lankum zur dortigen Fähre hätte gelangen können. Weiter spricht natürlich die ehemalige Klostergründung des Jahres 973 in Langenfeld, die wegen des Mordes an einem kaiserlichen Abgesandten wieder aufgegeben wurde, die deutlichere Sprache und damit für eine solche Lösung. Es lassen sich zudem weitere Burgställe in den Sandbergen ausmachen (heute von der geplanten Verlängerung der A 542 nach Solingen bedroht), die von den Bauleuten, den – eventuell auch militanten –  Männern des Klosters oder denen des Erzbischofs von Köln sowie des kaiserlichen Abgesandten bewohnt worden sein könnten. Betrachtet man sich überdies den Kölner Dreikönigsschrein sowie die 48 Könige, die aus den Fenstern des Chores auf den Schrein hinabblicken, möchte man sich denken, wer einen solchen Mord um das Gold begangen haben könnte und wo sich sein mutmaßlicher, heutiger Aufenthaltsort befindet.

Ein sicher überflüssiger Hinweis am Rande: Die vielen Grabungstätigkeiten verraten, dass heute tatsächlich nur noch Erde vorhanden ist. Das Gold ist vollständig ausgeräumt. Dafür hatten frühere Generationen genügend Zeit, im Übrigen, als es noch kein Fernsehen gab und man die Botschaften von Märchen und Sagen noch zu verstehen wusste.

Die Fotostrecke zur Virneburg:

Zurück zur Seite „Orte im Moor