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Von der Motte zum Schloss

schrieb am 26.04.2018 - Archäologisches, Kleine Burgenkunde, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Starker Titel – Von der Motte zum Schloss – doch was wurde geboten?

Unter dem Titel Von der Motte zum Schloss führte der Filmkreis der Stadt Langenfeld am 25.04.2018 im Flügelsaal des Kulturzentrums zwei Kurzfilme vor. Selbst für das übrige Publikum offenbar überraschend, wurde die Veranstaltung nach der Vorführung abrupt beendet, ohne nur eine einzige Rückfrage zuzulassen. Der mutmaßliche Grund dafür, so interpretiere ich zumindest den Gesichtsausdruck eines der drei Filmemacher: Man hatte den Ritter-Pitter im Publikum entdeckt. Schade… Am Rande notiert, kann ich mich noch daran erinnern, wie sich ein namhafter Lokalhistoriker vor Jahren an gleicher Stelle als „Mottenkönig von Langenfeld“ (?) oder so ähnlich, zu profilieren, trachtete (man kann auch sagen: entblödete). Hat das vielleicht mit einer „negativen Aura des Flügelsaals“ zu tun? Ich weiß es nicht. Doch zu den Vorträgen selbst:

Der Film zur Motte Schwanenmühle

Von der Motte zum Schloss

Die Motte Schwanenmühle, Vorgängerin von Graven

Der erste Film zur „Motte Schwanenmühle“ bot einige Aufnahmen der auf einem Erdhügel errichteten Turmhügelburg, bis auf die „Luftaufnahmen“ mir allesamt bekannt. Keine Angaben gab es zur mutmaßlichen Entstehungszeit. Die Motte (von frz. la motte, Erdklumpen) sei jedoch zu vermutend die Vorgängerin von Haus Graven gewesen. Sie sei zudem ein Beleg der frühesten Besiedelung im Raum Richrath / Wiescheid, wobei ein nicht aus Langenfeld stammender Besucher durchaus den Eindruck gewinnen konnte, Wiescheid läge mitten in Richrath. Hinzugegeben, wurden noch ein paar Bilder sowie einige Worte zur Ausgrabung an St. Martin, etwa zum ältesten dort gefundenen Knochen (796 nach Christus) und dessen Bedeutung, weiter zur Verbindung beider Stadtteile über hier herrschende Adelsgeschlechter, zuletzt noch einige knappe Worte zur ehemaligen Wassermühle Schwanenmühle, das war es.

Motte und früheste Besiedlung  

Von der Motte zum Schloss

Rest der Turmhügelburg „Dückeburg“

Meine Kritik: Wenn man schon auf die früheste Besiedlung in Langenfeld abhebt, hätte man zu den Funden am Rosendahlsberg ausführen und bei den Motten auf die Bevölkerungsstrukturen des Hochmittelalters eingehen müssen. Ich sage bewusst Motte(n) in der Mehrzahl, denn die Benennung weiterer Adelssitze in Langenfeld, zumindest die Erwähnung der Dückeburg, hätte man erwarten dürfen. In einem Vortrag über Motten als Vorläuferinnen von Wasserburgen, gehören in Langenfeld selbstredend Worte zum eingetragenen Bodendenkmal „Motte am Flachenhof“ und Scherbenfunde dort aus dem 12. Jahrhundert. Einziger, für mich ersichtlicher Grund, warum das unterblieb, ist die Nähe zur „Sage vom versunkenen Schloss“ (Link zum Buch bei Amazon), wobei man mir einmal im Rathaus erklärte, dass man vom dem Scheiß nichts hören will (O-Ton MAin). In diesem Fall hätte man es schlicht nicht dürfen, weil niemand etwas von mir hören darf, denn es handelte sich um einen Vortrag des städtischen Filmclubs, was dann bei meiner Anwesenheit auch den Rausschmiss am Filmende erklärt. Dennoch sei von mir ergänzend zum Thema vorgetragen, hätte man mit Langfort und einer möglichen Motte im Bereich des Karl-Schroeder-Hauses oder auch mit Widdauen und zur Aussagekraft mittelalterlicher Urkunden eine vollständigere Präsentation gestalten können. Einige Sätze zur Hangburg am Spürklenberg, zur Talburg am Kellerhansberg, zur Möckenburg, zur Virneburg oder Baron von Galeras Vermutungen zu einer Markgrafschaft (wie immer man das bewertet), wären mir darüber hinaus noch eingefallen. Ganz zu schweigen von der mittelalterlichen Weiternutzung der germanischen Ringwallanlage in Hapelrath sowie der Weiternutzung des mutmaßlichen römischen Sommerstandlagers in Immigrath. Nun denn, wenn man mich nicht fragen möchte und meine Überlegungen im Rathaus derart verhasst sind…

Der Film zur Wasserburg Haus Graven

Von der Motte zum Schloss

Die „neue“ Burg in Wiescheid: Haus Graven

Der zweite Film zur Wasserburg Haus Graven fiel deutlich gehaltvoller aus, wenn man denn ein dröger Urkundenhansel ist. Hier hätte jeder Historiker „Pipi in den Augen gehabt“, denn kein Landadeliger des hiesigen Raumes blieb unerwähnt. Allein, dass man bei den von der Pest dahingerafften Kindern der Grafen von „Weißnichtwie“ nicht alle Namen erwähnte… Es blieb in den Augen der Geschichtskundler sicher der einzige, dennoch mutmaßlich verzeihliche Fehler.

 

Von der Motte zum Schloss ??

Meine Kritik: Gewünscht hätte ich mir detailliertere Informationen zur Baugeschichte der Wasserburg, deren Grundrisspläne, Erkenntnisse aus der Forschung zur (untergegangenen) Hauptburg, Angaben zu den Gründen des Brandes während des dreißigjährigen Krieges und so weiter. Dass es sich bei Haus Graven um die mutmaßliche Nachfolgerin der Schwanenmühle handelte, wurde zwar erwähnt, die weitere Entwicklung von der Burg zum Schloss jedoch nicht beleuchtet. Die einzige Verbindung zwischen Motte und Schloss, die der Film herstellte, war, dass einer Herren von Velbrück gerne auf Schloss Garath lebte, obwohl er eigentlich von der Wasserburg stammte, deren Vorgängerin bekanntlich die Motte Schwanenmühle gewesen sein soll. Bei einem Vortrag Von der Motte zum Schloss hätte ich diesbezüglich mehr erwartet. Das fiel jedoch den meisten Zuschauern offenbar nicht auf, denn ein, nach mir den Raum verlassender Mann, lobte den Inhalt des zweiten Streifens, der ihm deutlich mehr Informationen geboten hätte als der Film zur Motte. Nah denn… Ich verkniff es mir, ihn abzufragen.

Gab es den Fluchttunnel von Haus Graven ?

schrieb am 21.03.2018 - Archäologisches, Kleine Burgenkunde, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Gab es den Fluchttunnel von Haus Graven oder knüpft die Sage an einen Erdstall an? Eine spannende Frage, die sich nur mithilfe der Archäologie lösen ließe.

Gab es den Fluchttunnel von Haus Graven ?

Die „neue“ Burg, Haus Graven

In meinem Buch „Die Sage(n) vom versunkenen Schloss“ berichte ich von einer mündlichen Überlieferung in Langenfeld, speziell im Stadtteil Wiescheid. Dort habe es einen Fluchttunnel von Haus Graven in die alte Burg gegeben. Mancher vermutet sogar, einen solchen Verbindungsgang zwischen den beiden dort befindlichen Burgen gäbe es noch heute. Dieses unterirdische Bauwerk soll jedenfalls nach Fertigstellung von Haus Graven noch längere Zeit Bestand gehabt haben, um die alte Motte als Fliehburg nutzen zu können.

Ist der Fluchttunnel bei Burg Villigst eine Parallele?

Zu dieser Thematik konnte ich bislang als mögliche Stütze der Theorie nur eine ähnliche Überlieferung für die Burg Villigst in Schwerte ins Feld führen. Zur ihrer Entstehungsgeschichte als Vorläuferin des Schlosses Haus Villigst wird im Internet (Burg Villigst) ausgeführt: Einst bildete eine wuchtige Turmhügelburg, eine sogenannte Hochmotte, das Kernwerk der Burg Villigst. Diese zählte zu den Größten ihrer Art in Westfalen. Die von der Bergseite her besonders gefährdete Lage der Vorburg könnte durch eine kleinen Ringwall mit Graben einen zusätzlichen Schutz erfahren haben. Dieser Ringwall soll früher durch einen unterirdischen Gang (Fluchttunnel?) mit dem Haus Villigst verbunden gewesen sein. Sogar Reste des Tunnels sollen sich vor einigen Jahren bei Tiefbauarbeiten gefunden haben. Märchen oder Realität?, fragt der Autor des Beitrags, man wisse es nicht.

Ich fand jetzt bei einer Recherche zum Thema Erdstallforschung eine neue Deutung zu einem Fluchttunnel von Haus Graven, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Erdställe fänden sich, wenn auch lückenhaft, so wird berichtet, von Ungarn über Österreich und Böhmen nach Bayern, zudem vom Rheinland über Frankreich bis nach Südengland und Irland. Dazu gäbe es Erdställe teils im Mittelmeerraum, besonders in Israel. Erdställe kämen in jedem geologischen Untergrund vor und verwiesen auf den historischen Bergbau. Ihre Verwendung und Bedeutung gäbe jedoch Rätsel auf. So habe das Fehlen von Belegen für eine erklärbare Verwendung der Erdställe eine Vielzahl von Sagen und darüber hinaus phantasiereiche Hypothesen angestoßen. Die einfachste Deutung als Versteck werde allerdings wegen der verwendeten Architektur abgelehnt. Diese Ablehnung habe im Nachgang zu der Überlegung geführt, dass die Erdställe Kultstätten gewesen sein könnten. Vieles deute nämlich darauf hin, dass diese nach ihrer Fertigstellung nicht genutzt wurden. Wenn allerdings, so konstatiert man, die mühsame Arbeit unter Tage nur zu einem rituellen Zweck diente, dann wäre die Anlage solcher Stollen von einer Symbolik, die wir heute nicht mehr verstehen würden.

Was sagt uns das hinsichtlich eines möglichen Fluchttunnels von Haus Graven hinein in die Motte Schwanenmühle?

Gab es einen Fluchttunnel von Haus Graven ?

Die Motte Schwanenmühle, Vorgängerin von Graven

Ich kannte bislang Erdställe nur aus TV-Berichten von solchen in Bayern und Österreich. Daher waren Erdställe für mich weit weg und nicht zur Sache gehörend. Jetzt lernte ich, dass ich daneben liege, denn es gab Erdställe offenbar ebenso im Rheinland. Diese wurden – wie alle anderen – in historischen Schriften zwar nirgends erwähnt, doch habe das, so die Forscher, nur dazu geführt, dass sich um die alten (oft mittelalterlichen) Stollen zahlreiche Sagen ranken. So berichten manche von unglaublich langen, unterirdischen Gängen, die Klöster, Burgen oder Schlösser untereinander verbanden. Doch anstelle einer Verbindung fände sich an dem überlieferten Ort dann nicht selten tatsächlich statt eines Ganges nur ein Erdstall. Ob wir also in Langenfeld eine unterirdische Verbindung oder einen Erdstall fänden oder uns am Ende doch nur die Sage um einen Tunnel bliebe, wissen wir ohne Grabungen nicht.

Allerdings könnten historische Interpretationen um eben jene Erdställe, so die Forscher, zumindest als immaterielle Funde zur Lösung der Rätsel beitragen. Und das wiederum, nämlich aus mündlichen Überlieferungen Geschichte zu erlesen oder zu rekonstruieren, schließt den Kreis über mündliche Berichte aus Langenfeld, insbesondere zu den „Sage(n) vom versunkenen Schloss“. Denn auch hier werden Sagen zur Deutung von Bodenzeichnungen im Moor und in den Sandbergen herangezogen.

Exkurs – Die Langenfelder Sagen, sieben an der Zahl

Zu nennen, wären (dunkelrot im neuer Browser) die beiden  Nacherzählungen der „Sage vom versunkenen Schloss“; zudem die Sage vom Weißenstein und vom „Gemarkenhund von Richrath„. Eine kleinere Überlieferungen ist die vom Möncherderweg (soll durch die Mönche bei der Klostergründung angelegt worden sein, vielleicht ursprünglich ein Mönch Heralder Weg?). Sodann wäre es der Bericht, dass die Klostergründung im Jahre 973/974 aufgegeben wurde, weil ein kaiserlicher Abgesandter in Langenfeld ermordet wurde und man das als böses Omen auffasste. Die Klostergründung wurde übrigens danach 975 in Mönchengladbach noch einmal vollzogen. Und als Letztes ist es die Sage vom Fluchttunnel zwischen Haus Graven und der Motte Schwanenmühle, die hier besprochen wird und die als mündliche Überlieferung zu nennen wäre.

Wendezeit Geschichte

schrieb am 25.02.2018 - Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches, Weltgeschichte - Noch keine Kommentare

Warum Wendezeit Geschichte?

Wendezeit Geschichte

Wendezeit Geschichte – Harte Fakten sowie die Mystik der Oral-Historie

Der Eine oder Andere wird sich bereits gefragt haben, was dieser Titel soll und was sich hinter diesem Buch verbirgt. Wendezeit Geschichte enthält zum Einen die überarbeitete Fassung der „Sage(n) vom versunkenen Schloss“, deren vierte Auflage (500 Exemplare) mittlerweile ausverkauft ist. Übrigens dürften es damit rund 1000 Bücher zum Thema gewesen sein, was ich bei einer derart Kleinstadt-bezogenen Ausarbeitung schon recht ordentlich finde. Das neue Buch Wendezeit Geschichte ist im Gegensatz zur Vorläufer-Ausgabe im On-Demand-Verfahren jederzeit einzeln gedruckt erhältlich, schließt also die Lücke nach Abverkauf der letzten Exemplare der „Sage(n) vom versunkenen Schloss“. Es bietet zusätzlich einem Abriss zur Stadtgeschichte und ist mit den weiteren Themen eine runde Sache für Leute, die sich über das Werden der Stadt Langenfeld ein Bild machen möchten. Man muss somit nicht gleich zu Rolf Müllers 990 Seiten dickem Standardwerk „Stadtgeschichte Langenfeld“ greifen. Am Rande notiert, das steckte es mir einst der Buchhändler Julius von Bukowski, wurden ohnehin nicht alle von Müller verfassten Kapitel veröffentlicht. Man habe einige zurückgehalten und der Kenner der Stadt darf vermuten, dass es den Verantwortlichen nicht schmeckte, die dunklen Jahre und/oder dunklen Seiten der städtischen Geschichte beleuchtet zu sehen.

Wie dem auch sei, Wendezeit Geschichte – Untertitel: Harte Fakten sowie die Mystik der Oral-Historie nimmt im Titel das angloamerikanische Oral-History auf, das im dortigen Sprachraum einen hohen Stellenwert genießt, anders als in Deutschland. Deshalb also ein sperriges >Oral-Historie<, das die Ausarbeitung zur Lösung der Sage vom versunkenen Schloss kennzeichnen soll. Es handelt sich um eine Untersuchung auf Basis von harten Fakten, von Bodenzeichnungen im Moor und in den Sandbergen, bei denen alleine die Sagenversionen das Geschehene verdeutlichen sollen. In dem selben Zuge sollte der mystische Teil der überlieferten Vorkommnisse unter Einbeziehung der Auswertung zum Thema passender Lebensgeschichten von Dichtern, Denkern, Märchenerzählern und Religionsstiftern in einer auf das Schlüsselerlebnis Vergewaltigung bezogenen mystischen Erörterung erhellt werden. Dies umzusetzen, wäre übrigens für einen gewöhnlichen heiligen Mann aus Indien, nicht zu leisten gewesen. Deshalb hatte es der Unterzeichner als Rätselmeister (wie Goethe oder Nietzsche) und mittlerer Meister (wie Buddha) zu richten. In diesem Zusammenhang bemerkt, halte ich es nicht für zufällig, dass es jemanden wie mich, mit meiner Kenntnissen und Fähigkeiten, nach Langenfeld verschlug. Denn nur hier, am Ort der Sage, war das mystische Rätsel in der Überlieferung auflösbar.

Damit wissen Sie nun schon, warum Wendezeit Geschichte tatsächlich eine Wendezeit in der Geschichte abbildet. Zum ersten Mal wird nämlich in Deutschland mündlich Tradiertes in derart umfassender Art und Weise untersucht. Womöglich könnte es sogar weltweit das erste Mal sein, dass eine Ausarbeitung derart viele „geistige“ Väter hat. Selbst hinsichtlich der Stadtgeschichte im Abriss blieb es nicht bei einem Abspulen der Überlegungen eines Rolf Müller oder eines Friedhelm Görgens. Jüngere Forschungsergebnisse etwa zu Urkunden, meine Recherche in alten Karten zur Flur- oder besser Raumbezeichnung „Im langen Feld“ oder jüngste Überlegungen zur „Völkerwanderung“ (lassen wir den Begriff für etwas stehen, das es so nie gab) fanden gleich so Eingang in „meine“ Stadtgeschichte. „Meine Stadtgeschichte“ natürlich, weil es nie nur eine Version von Geschichte geben kann, eine Einsicht, die manchem etablierten Lokalhistoriker gut zu Gesicht stände (oder besser stünde, so verbohrt sich mancher darstellt).

Daneben steht Wendezeit Geschichte noch für etwas, dass aus Langenfeld stammt, weil es von mir verfasst wurde: Mein Gesamtwerk. Bücher, von denen ich hoffe, das diese einmal jenseits der Stadtgrenzen Anklang finden werden. Meine Untersuchungen, meine Ausarbeitungen, meine Überlegungen und Anregungen sollen dereinst zu einem weltweit friedlicheren Miteinander führen, aus dem hier in Langenfeld erklärten Ende der Religionen heraus.

Zu unguter Letzt gab es leider noch einen Fehler zum Datum 796 (erster Knochen in Richrath) in dem Werk „Langenfeld im Wandel der Zeiten“ einzugestehen, der mir irgendwie – verflucht nochmal –  unterlaufen ist. Gesehen habe ich den Mist erst, nachdem der Druck durch war. Ich hätte brechen können. Aber so etwas gehört offenbar zu solchen Kraftleistungen dazu, dass es am Ende doch nicht 100%ig, sondern nur 99,5%ig gut wird.

Zu guter Letzt bleibt nachzutragen, dass Sie das Buch Wendezeit Geschichte zum gleichen Preis wie einst „Die Sage(n) vom versunkenen Schloss“ erwerben können, nämlich für 9,99 EUR bei Amazon. Falls dagegen nur an einer Ausarbeitung der Sagenlösung Interesse besteht, eine gekürzte Fassung zuzüglich vieler Märchenlösungen hält der Band Mystisches Deutschland aus der „Wahren Tetralogie“ bereit, für 12,80 EUR zu erwerben, ebenfalls bei Amazon. Am Rande nachgetragen, die Ebooks gibt es dort übrigens schon für 4,99 EUR.

Nonne und Himmel bei Dante

schrieb am 19.11.2017 - Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Was haben Nonne und Himmel bei Dante mit unserer Langenfelder Sage zu schaffen? Der Kenner der „Sage(n) vom versunkenen Schloss“ wird dazu meine Interpretation kennen: Eine Nonne wird von einem Ritter aus einem Kloster geraubt und schafft für sich himmlische Aufnahme. Beide kommen nämlich nebeneinander bei einer Flutkatastrophe zu Tode. Deshalb sahen die Betrachter von damals ihn vor einer himmlischen Strafe, sie dagegen, weil sie im Tode lächelte, vor himmlischer Aufnahme. Ich möchte weder die Geschichte noch Feinheiten der Deutung an dieser Stelle weiter vertiefen. Nur dazu noch ein Hinweis: Der interessierte Leser erfährt die vollständige Interpretation neu aufgelegt in meinem Buch „Wendezeit Geschichte„, erhältlich bei Amazon.

Nonne und Himmel bei Dante

Ganz Europa kannte womöglich die Geschichte.

Nonne und Himmel bei Dante kamen mir jedenfalls bei der Lektüre vor wie ein Dejà-vu-Erlebnis. Vor allem freut es mich, dass diese Zeilen den Kulturbeauftragten in Langenfeld genauso wenig schmecken werden, wie Dr. Peter Piepers Interpretation des genagelten Schädels von Langenfeld, den er einer Hexenverfolgung zuschreibt. Doch lassen wir die Stadt und Überlegungen zu historischen Ereignissen (auch denen bei Dante) einmal außen vor und kommen stattdessen zu seinem Bericht in der „Göttlichen Komödie“, Paradies, dritter Gesang.

„Ihr nachzufolgen, floh in jungen Jahren ich aus der Welt und hüllte in ihr Gewand mich, zu ihres Ordens Wandel mich verpflichtend. Doch Männer dann, an Böses mehr als Gutes gewöhnt, entrissen mich dem süßen Kloster; Gott weiß, wie mein Leben dann gewesen wäre. Und jener andre Glanz, der sich dir zeiget auf meiner rechten Seit‘ und mit der ganzen Lichtfülle unserer Sphäre sich entzündet, lässt, was von mir ich sprach, von sich auch gelten. => Auch sie war Nonn‘ und ihr auch ward vom Haupte der Schatten so geraubt der heiligen Binde. Doch, da sie zu der Welt gekehret worden, so ihrem Wunsch als guter Sitt‘ entgegen, warf sie doch nie von sich des Herzens Schleier.“ (Nun folgt mit der Benennung von Personen Dantes Fehlinterpretation, um wen es ging. Die Namen können wir daher vernachlässigen.) „Die Lichtgestalt ist dieser jener großen Konstanze, die von Schwabens zweitem Sturmwind den dritten, die letzte Macht, geboren. – So sprach sie zu mir und begann darauf Ave Maria zu singen, und im Singen schwand sie, gleichwie ein schweres Ding im tiefen Wasser.“

Nonne und Himmel bei Dante, der Leser wird sich nicht wundern, dass es mich elektrisierte. Die Geschichte ereignete sich womöglich in Deutschland (Schwaben wird genannt) und hat einen Brautraub, den Raub einer Nonne aus einem Kloster zum Inhalt. Die Geraubte selbst erfährt dank ihres Herzens Schleiers himmlische Aufnahme und ’stirbt‘, nach einem Ave Maria, in tiefem Wasser. Selbst wenn die Geschichte nur eine Duplizität von Ereignissen wiedergibt, beweist sie doch immerhin die Richtigkeit meiner Interpretation, denn Dante trifft die Dame im Paradies.

Dantes „Göttliche Komödie“ gehört im Übrigen zu den wenigen Werken der Weltliteratur, die von einem Rätselmeister verfasst wurde. Dantes Leitfigur war im Übrigen auch nicht der römische Dichter Vergil, sondern Augustinus, wie ich im Forum-Freie-Mystik (Dantes Leitfigur war Augustinus) ausführe. Immerhin gestattet diese neue Erkenntnis ebenfalls, eine weitere Verbindungslinie zwischen Augustinus und Dante zu ziehen, während die Linie zwischen Dante und dem Autor dieser Zeilen nicht zwangsläufig eine Einbahnstraße sein muss. Näheres zur Verbindung der Rätselmeister in der Menschheitsgeschichte enthält der neue Stadtkrimi (mit eingeklinktem Roman) im Romanausklang des 17. Kapitels. Auch dieses Buch (17+4, Kruger und die Politik) kann bei Amazon erworben werden.

17+4 – Kruger und die Politik

schrieb am 03.09.2017 - Buchvorstellung, Stadtgeschichtliches, Weltgeschichte - Noch keine Kommentare

17+4 – Kruger und die Politik heißt der neue Stadtkrimi aus Langenfeld. Und das ist der Inhalt:

17+4 - Kruger und die Politik

Die Autoren-Lesung in Haus Arndt am 12.09.2017

Nach Kurze Fuffzehn mit 15 Kurzkrimis ist 17+4 – Kruger und die Politik bereits das zweite Buch mit Stadtkrimis aus Langenfeld/Rheinland. Unter dem Titel ‚Kruger und die Politik’ enthält es in 17 Kapiteln den ersten „abendfüllenden“ Kruger-Krimi. Danach runden 4 weitere Kruger-Kurzkrimis den Band ab und erklären so den Titel des Buchs. Um Sie mit der Veröffentlichung nicht warten zu lassen, finden sich als Zugaben noch eine Kurzgeschichte mit Krugers Assistentinnen Pandora als ermittelnder Hauptperson sowie eine kurze Erzählung unter dem Titel: ‚Der fremde Arzt’.

Hintergrund der langen ‚Kruger und die Politik’- Erzählung ist, dass zum einen die Forderung nach einem längeren Stadtkrimi laut wurde. Zum anderen wollte man wegen der wechselnden Assistentinnen in den Kurzgeschichten Pandora einmal in einer tragenden Rolle sehen. Beiden Wünschen wurde hier Rechnung getragen, was andererseits bedeutet, dass alle Geschichten, Personen wie Handlungen, völlig frei erfunden sind. Wenn man sich im Übrigen als Autor mit Kenntnissen zur Stadtgeschichte und als ehemalig politisch Aktiver auf eine längere Geschichte einlässt, drängt sich das Thema ‚Politik’ auf. Dem mochte ich mich ebenso wenig wiedersetzen wie den Wünschen zum Fortgang der Kruger-Reihe, zumal sich auf diese Weise ganz nebenbei von der Kommunalpolitik bis in die göttliche Politik hinein alles Mögliche erörtern und erklären lässt.

Ein letzter Hinweis: Nicht alle drängenden Fragen können bereits beantwortet werden. So bleibt etwa offen, ob Pandora Kruger erst umbrachte oder ob man zuvor im ‚Antep Doi Doi‘ essen ging. Die vielen Auszeiten Pandoras wären ein weiteres Thema und es bleibt unbekannt, wann sich Bernd und Thomas das nächste Mal waschen dürfen.

17+4-Kruger-und-die-Politik

Neuer Stadtkrimi aus Langenfeld

17+4 – Kruger und die Politik können Sie als Buch oder Ebook erwerben bei Amazon.

Wegestundenstein

schrieb am 03.09.2017 - Allgemein, Namen und Deutungen, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Als noch die Postkutsche durch Langenfeld rumpelte, vier Postlinien gab es übrigens einst, setzte man den Reisenden in gewissen Abständen je einen „Wegestundenstein“ zur Orientierung. Von Langenfeld nach Düsseldorf blieben 5 der Steine erhalten, die hier einmal vorgestellt sein sollen. Wie der geneigte Leser dann bemerken wird, nimmt man es – wieder einmal – in Langenfeld mit Geschichte nicht so genau.

1 Stunde noch bis Düsseldorf

Wegestundenstein an der Siegburger Straße

Die beiden Langenfelder Steine sind bekannt, weshalb ich mit dem ersten Wegestundenstein in Düsseldorf beginne. Er steht an der Siegburger Straße einen Steinwurf von der südlichen Düssel entfernt, die Wersten von Oberbilk und Eller trennt, auf dem Gelände der „Joseph-Beus-Gesamtschule.“ Der Wegestundenstein weist mit einer seiner vier Seiten zur Straße und verkündet dem Wanderer oder Reiter, dass er noch eine Wegstunde vor sich hat bis Düsseldorf.

Noch 2 Stunden bis Düsseldorf

Wegestundenstein an der Bonner Straße

Den zweiten Wegestundenstein finden wir auf der Bonner Straße an der Straßenbahnhaltestelle Am Trippelsberg.  Tatsächlich übrigens muss sich damals den „Tripplern“ dort eine minimale Erhöhung von 1-2 Metern über das ansonsten brettflache Geländeniveau gezeigt haben, die heute kaum mehr zu erahnen ist. Ansonsten wäre wohl niemand auf den Gedanken verfallen, in dem sanften Huckel einen Berg zu sehen. Dort liest der Vorbeikommende auf der Seite des Steins zur Straße, dass er noch zwei Stunden braucht bis Düsseldorf.

Noch drei Stunden bis Düsseldorf

Wegestundenstein an der Koblenzer Straße

Den dritten Wegestundenstein finden wir hinter Benrath, schon fast in Garath an der Koblenzer Straße, kurz vor der Kreuzung mit dem beliebten Second-Hand-Möbelhaus Troc. Dieser Stein zeigt zur Straßenseite die Information, dass es der Reisende noch drei Stunden bis Düsseldorf habe.

Nimmt man den ersten Wegestundenstein in Langenfeld dazu, der einst vor dem Probsthof, der ersten Postkutschenstation in Langenfeld stand, wissen wir, dass man von dort früher noch „vier Stunden bis Düsseldorf“ brauchte. Fährt man die Strecke heute in einer Stunde mit dem Fahrrad ab, sind es bei den durchschnittlichen 16  km/h jeweils 4 Kilometer zwischen jedem Stein. Bedeutet, dass die Leute früher 4 km die Stunde zurücklegten. Am Rande notiert, hier ein Link zu einer Ausarbeitung zu den einst pro Stunde zurückgelegten Entfernungen in Wikipedia.

Wegestundenstein ohne Funktion

Wegestundenstein vor dem Stadtmuseum

Dieser vorgenannte vierte Stein steht heute vor dem Stadtmuseum. Der fünfte und letzte Stein findet sich vor dem Schalenschneiderkotten im Volksgarten neben Haus Wagner. Dieser wurde umgesetzt und zeigt auf der Straßenseite 6,2 Stunden nach Duisburg, während die Angabe „5 Stunden nach Düsseldorf“ nach Süden gewendet ist. Man hat den Stein somit um 90 Grad versetzt wieder aufgestellt. Der Stein mit Angabe 4 Stunden steht ohnehin nur noch als bloße Zierde vor dem Stadtmuseum. So geht man in Langenfeld mit Geschichte um.

Falsch aufgestellter Wegestundenstein

Wegestundenstein im Volksgarten

Übrigens gibt es aktuell wieder einen Stein, der eine Kilometerangabe nach Düsseldorf trägt. Es handelt sich um den „Meilenstein“ des Bildhauers Hartmut Hegener, der hier bereits beschrieben wurde. Zwischen unseren beiden Wegestundensteinen zeigt er die Entfernung „18 km bis Düsseldorf“ an und bestätigt damit die Angaben auf den Wegestundensteinen. Ihr Link zum entsprechenden Blogartikel Meilenstein.

Meilenstein im Kreisverkehr

Kein Wegestundenstein, sondern Meilenstein mit Kilometerangaben

Ende der Religionen

schrieb am 20.01.2017 - Stadtgeschichtliches, Weltgeschichte - Noch keine Kommentare

Kommt irgendwann einmal das Ende der Religionen? Wenn man sich deren Verankerung in den Gesellschaften betrachtet, erscheint das unwahrscheinlich. Doch es gibt Möglichkeiten, die Entstehung der Lehren zu begreifen und vor allem das Leben der Stifter zu entzaubern. Dazu darf zunächst festgehalten sein, dass alle Ideologien auf die Verarbeitung von Lebenserfahrung (was auch sonst?) zurückgehen. Des Weiteren gab und gibt es nur zwei alte Wege, mit negativer Lebenserfahrung umzugehen, nämlich Mystik und Schamanentum.

Lebenserfahrungen und das Ende der Religionen

Weil es überdies immer wieder dieselben (Lebens-) Geschichten, nachfolgend dieselben Ansätze zur Aufarbeitung sind und waren, lässt sich jede Erfahrung – selbst Gotteserfahrung – nachvollziehen. Auf diese Weise gewinnt man vergleichbare Einsichten und ebensolche Lösungsansätze. Die Faustformel für den mystischen Weg: Prägende Erlebnisse (Mord, Totschlag, Notwehr, Abtreibung, Vergewaltigung, Seelenwanderung, Verlust naher Angehöriger, Prügel- und Krankheitserlebnisse, Nahtoderfahrungen etc.), haben nur eine Handvoll unterschiedlicher Erkenntnisse zur Folge. Alternativ reisen Schamen stattdessen mit ihrer Seele (fliehen vor sich selbst). Der Rest ist Okkultismus / Spiritismus, Esoterik oder Wissenschaft und Philosophie (Letzteres nennt sich der „moderne“, dritte Weg). Nicht selten sind und waren es allein rituelle Handlungen, die irgend etwas bewegen sollten. Mithin bleiben

  • Mystik
  • Schamanentum
  • Okkultismus / Spiritismus / Esoterik
  • Philosophie und/oder
  • Priesterliche Riten

übrig, die in wechselnder Zusammensetzung zu Glaubenslehren verwoben wurden. Die Untersuchung kann sogar über alle Zeiten und alle Kulturen hinweg vorgenommen werden, denn neben Religionsstiftern wie Paulus, Mohammed oder Buddha setzten sich immer ebenso „normale“ Leute mit ihrer Geschichte auseinander, Leute wie Du & Ich. Manche blieben „unentdeckt“, manche taten sich in ihrem Umfeld als Weise hervor, manche wurden Märchenerzähler und manche andere wurden Dichter & Denker. Mit dem Vergleich aller Auflösungsergebnisse geht es nun zunächst den Religionsstiftern und nachfolgend den Religionen selbst an den Kragen.

Ein gottgewolltes Ende der Religionen?

Es war offenbar Gottes Wunsch, der Menschheit mit Religionen eine beschleunigte Entwicklung zu schenken. So konnte man mit den Glaubenslehren und einem täglichem Gebet (statt eigener Bemühungen) „den lieben Gott einen guten Mann / eine gute Frau“ sein lassen. Statt seelischen Leids für eigene Erkenntnis gab es Raum und Zeit für technische, politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder sonst eine Entwicklung. Für das Seelenheil hatte man Vorbeter, Imame, Priester oder Mönche, die sich für Geld um jedermanns Heil zu bemühen hatten. Da wir allerdings inzwischen auf einem „siechenden Planeten“ leben, ist Umdemken angezeigt. Wir haben einen Punkt in der Geschichte erreicht, von dem ab jede weitere Entwicklung (insbesondere technische) als Selbstläufer angesehen werden darf. Wir gewinnen dank Arbeitsteilung wieder Zeit, neben der Maloche für uns selbst zu sorgen. Wir kennen und schätzen die Vorzüge einer Demokratie mit ihrer Toleranz anderen gegenüber. Wir brauchen daher auch keine Seelenochsen mehr, die bisher (vorgeblich für uns) in den Organisationen Kirche, Kloster etc. für unser Seelenheil beteten.

Wir können inzwischen stattdessen sämtlichen Ideologien mithilfe der Einsichten aus allen Erkenntnisprozessen „den Laufpaß geben“. Einzelheiten im Übrigen zu jeder der alten und neueren Lehren finden Sie im Buch „Grundstrukturen der Religionen – Zwischen Mystik und Schamanentum“ (Untertitel wegen der beiden Grundwege), zu erwerben bei Amazon.

Soweit jemand nunmehr wegen der hier propagierten Abschaffung der Glaubens-Ideologien befürchtet, sich oder Gott zu verlieren, ist die Furcht unbegründet. Statt schamanischer Vermittler kann er sich gleich und unmittelbar selbst an die Mutter unserer Seelen wenden. Weil Bildung hinzugetreten ist, herrscht zudem nicht mehr der status quo wie vor gut zweitausend Jahren. Statt nämlich nur einiger weniger Stammesführer kann sich nun jeder selbst das Seelenheil mit dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf verdienen. Dies bedeutet politisch, dass dafür Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Denn neben dem äußeren Voranschreiten ist zugleich das innere Vorwärtskommen, zu stemmen. Der Planet ist dazu in eine zukunftsorientierte Lebensplattform für sich vervollkommnende Seelen zurückzuverwandeln.

Das Ende der Religionen in einer Installation

Dazu notiert, hat der Autor dieser Zeilen einmal das gesamte Spektrum hierzu zur Verfügung stehender Lehren, Literatur und Märchen in einer Metaphysik-Literatur-Dokumentation zusammengestellt. Hierin wurden die großen Vordenker mit ihren Schriften präsentiert, um die Zuschauer von den Religionsstiftern weg an die großen Mystiker heranzuführen. Diese erste Installation wurde nun in einem zweiten Schritt noch einmal verschlankt und auf wesentliche Aussagen komprimiert. Ein unwissenderes Publikum soll ebenso an die großen Meister mystischer Zunft herangeführt werden. Ein Tempelchen entstand (Vorbild Goethe/s in „Das Märchen“) mit noch einfacheren und klareren Aussagen hinsichtlich des Lebens an sich und zum Sinn des Lebens.
In Bälde erscheinen wird im Übrigen zum Thema noch ein Stadtkrimi unter dem Titel „17+4 – Kruger und die Politik“. Darin geht es aus der Stadtgeschichte und Kommunalpoilitik in die Landes- und Bundespolitik, schließlich in die Weltpolitik. Am Ende wird es sogar göttliche Politik sein, über die sich Kruger und ein, „Patriarch von Immigrath“ genannter, Gesprächspartner mithilfe der Aufzeichnungen des Lokalhistorikers „Nikolas Fels“ Klarheit verschaffen.

Ein Wort noch zur Dauer der Präsentation: Die Installation zum Ende der Religionen war bis Mai 2017 komplett zu sehen und wird seither – außer einer kleinen Dauerpräsentation – sukzessive mit den Ausstellungsthemen modifiziert. Als Erinnerung an das, was war, noch im Anschluss drei Bilder. Zudem sei auf die Dokumentation hingewiesen. Randnotiz zur Blog-Kategrorie: Die jetzt bei „Falter“ gezeigte Schau ist deshalb nicht allein Stadtgeschichte, sondern zugleichWeltgeschichte, weil sie in Langenfeld entwickelt wurde. Für Interessierte hier im Übrigen noch der Link zur IG-KLM.

Des Ende der Religionen ist da

Der Literaturtempel bei der IG-KLM zeigt es auf

Goethes Vorbild, Vorbild Goethes

Tempel mit Bildern, Texten, kleineren Installationen

Der Blick vom Parkdeck-Dach ins Tempelchen

Blick vom Sass-Parkdeck ins Tempelchen

Ritter-Pitter auf der Wewelsburg

schrieb am 08.10.2016 - Kleine Burgenkunde - Noch keine Kommentare

Die Wewelsburg

Deutschlands einzige Dreiecksburg – die Wewelsburg

Am 03.10.2016 nutzte der Autor die Gelegenheit, Deutschlands einzige Dreiecksburg zu besuchen. Man munkelt, sie habe für „Robbi-Tobbi und das Fliewatüüt“ Modell gestanden, obwohl es auch „Caerlaverock Castle“ gewesen sein könnte, weiß Wikipedia zu berichten. Nun möchte ich mich dazu nicht entscheiden müssen, die Burg jedenfalls ist sehenswert. Unten zwei Aufnahmen, eine von einem Schild zur Baugeschichte und eine von einer Luftaufnahme (letztere ist nicht von mir, weil mir das Fliewatüüt fehlte). Die Burg ist heute eine Jugendherberge mit angeschlossenem Kreismuseum. Der Abstecher lohnte und war überdies an einem ansonsten regnerischen Tag mit Sonnenschein bedacht. Tja Freunde, wenn Ritter reisen…

Tolles Bild von oben

Die Burg in der Draufsicht, quasi vom Fliewatüüt aus

Burg-Historie

Zur Geschichte der Burg

Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld

schrieb am 16.07.2016 - Allgemein, Regionalgeschichte, Stadtgeschichtliches - Noch keine Kommentare

Am Freitag, dem 17.06.2016 (24 KW 2016) wurde der dritte ‚Meilenstein in Langenfeld’ per Leihvertrag der Öffentlichkeit übergeben. Hartmut Hegener, Steinmetz-Meister und Restaurator im Steinmetzhandwerk, dazu freischaffender Bildhauer und Mitglied der Künstlergruppe Falter (IG-KLM.de), hat ihn geschaffen. Doch nicht allein die örtliche Presse frohlockte über das neue Gesicht im östlichen Stadtteil Berghausen, auch den Bürgern gefällt die neue Stele am Treffpunkt alter Handelswege.

Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld an B 8 und B 229

Hartmut Hegeners Skulptur im Kreisverkehr der B 8 / B 229

Unweit des Sensationsfundes über 2.000 Jahre alter Urnengefäße, die auf eine entsprechend lange Besiedlung des Stadtteiles hindeuten (lesen Sie dazu auch meine Beitrag in Wikipedia), reckt sich nun über knapp 5 Meter eine Sandsteinstele aus Anröchter Grünstein, gestaltet und poliert, in den Berghausener Himmel. Sie ist wiegt dreieinhalb Tonnen und entstand im Anschluss an einen Wettbewerb zur Gestaltung des Kreisverkehrs, den Hartmut Hegener für sich entscheiden konnte. Hegener knüpfte mit seinem Entwurf an die beiden historischen Meilensteine vor dem Stadtmuseuem und im Volksgarten an.

Der dritte Meilenstein in Langenfeld (neben den genannten beiden alten >Wegestundenstein/en<) zeigt auf seiner Nord- und Südseite den Schriftzug ‚Langenfeld’ und weist Durchreisenden auf einer der beiden Altstraßen, der via publica zwischen Köln und Düsseldorf, in welcher Stadt sie sich gerade befinden. Nach Osten zweigt übrigens die neue Verbindung auf die alte Handelsstraße Richtung Solingen ab, die am Rathaus auf ihre historische Route trifft. Diese ebenfalls alte Straße verband das Bergische mit dem Hitdorfer Hafen, einst Tor des Rheinischen, Vorbergischen und Bergischen zur Welt. Nach Westen entsteht eine neue Straße, die das jüngste Wohnquartier Berghausens zwischen ‚Düsseldorfer Straße’und ‚Blumenstraße’ erschließt. Es liegt zudem eingerahmt von bestehender Bebauung zwischen ‚Brandsackerstraße’ und ‚Treibstraße’.

Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld mit km-Angaben

Die Westseite der Stele mit km-Angaben

Auf der Westseite des Meilensteins Nr. 3 in Langenfeld finden sich Kilometerangaben zu den wichtigen Partnerstädten. So sind es 356 km nach Senlis an der Oise in Frankreich, nordwestlich von Paris. Mit ihr unterhalten wir die älteste Städtepartnerschaft Langenfelds (Urkunden-Unterzeichnung war am 3. Mai 1969). Zweitwichtigste Partnerstadt ist seit dem 8. April 1994 Gostynin in Polen, welches laut Meilenstein 982 km von uns entfernt liegt. Die beiden übrigen dort gelisteten, teils partnerschaftlich, teils in Städtefreundschaft verbundenen Kommunen sind Montale in Italien in 1155 km und Ennis in Irland in 1450 km Entfernung. Auf der östlichen Seite finden sich weitere Angaben, etwa zu Köthen in Sachsen-Anhalt oder Kiriat Bialik in Israel. Nicht mehr gelistet wird Batangas City, eine 200.000 Einwohner zählende Stadt auf den Philippinen, mit der eine Partnerschaft bestand. Sie wurde einst für einen Wissenstransfer der Stadtverwaltung in punkto Kommunalarbeit nach dort aus der Taufe gehoben und ist inzwischen ob der immensen Entfernung eingestellt worden.

Der Schöpfer des 'Meilenstein Nr. 3 in Langenfeld'

Hartmut Hegeners Signatur am Fuß des Sockels

So könnte Langenfelds 3. Meilenstein zugleich ein zeitgeschichtliches Dokument sein für die 2016 bestehenden Beziehungen. Denn womöglich könnte es auch in Sachen Städtepartnerschaften und -freundschaften noch einigen Wechsel geben. Schließlich leben solche Zusammenschlüsse von den Menschen, die dafür arbeiten. So mag man hoffen, dass sich in Zukunft weiterhin bereite Menschen finden, diese Freundschaften und Partnerschaften zu hegen und zu pflegen. Womit erneut der Bogen geschlagen wäre zur Skulptur des Hartmut Hegener (versteht offenbar etwas vom ‚Hegen’?). Denn die Stele soll zugleich ein Synonym sein für Verbindung und dies an Straßen, die über die Region hinaus Menschen zusammenbringen.

Pool, Pohl und Badeanstalt

schrieb am 16.06.2016 - Allgemein, Namen und Deutungen, Nonsens - Noch keine Kommentare

Pool, Pohl und Badeanstalt ist ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum Wert von Sprache anhand von Wasserlöchern und deren Bezeichnung.

Letztens sprach mich ein Freund der amerikanischen Trivialliteratur begeistert auf die Möglichkeiten des Englischen an. Was für tolle Worte es da gäbe. Die englische Sprache würde inzwischen sechzigtausend Hauptwörter kennen und das Deutsche nur zehntausend. Damit wären wir seit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg auch von der sprachlichen Fortentwicklung total abgehängt worden. Man müsste nur in beliebige Prospekte schauen, um zu sehen, wie sich das Englische in unsere Sprache eingeschlichen hätte, wegen der viel genaueren Bezeichnung oder weil man Worte hätte, die wir gar nicht kennen würden. (Fällt mir „Handy“ ein. Ist sogar ein englisches Wort, dass noch nicht einmal die Engländer kennen.)

Doch zum Thema: Zunächst einmal war ich ratlos, was ihm darauf antworten, weil ich mich damit noch nie beschäftigt hatte. Um zunächst einmal seinen Vortrag nachvollziehen zu können, angelte ich mir das nächste Revolverblättchen aus dem meinem Briefkasten und stöberte durch die Werbepostillen, die in reicher Zahl beigefügt waren. Darunter war eine solche von einem dieser Billig-Shops, die in den sterbenden Innenstädten wie Pilze aus dem Boden schießen. In dieser Reklamesendung gab es einen „Pool“ zum Planschen für die Kleinsten, einen „Pool“ für die Großen zum Selberbauen, dazu rutschfeste „Pool“-Steine (auch für in die Erde gelassene „Pools“), Reinigungsutensilien für „Pools“ sowie noch eine „Pool“-Dusche für alle „Pools“ im Prospekt.

Aha, dachte ich so bei mir, „Pool“ also kenne das Deutsche nicht? – Kann eigentlich nicht sein: Denn das englische „Pool“ entspricht doch dem deutschen „Pohl“, das leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Damals bezeichnete es eine Art von Badeanstalt insbesondere für Enten und Gänse (erhalten in den Worten „Ganspohl“ oder „Entenpfuhl“). Manchmal wurde aus einem „Pohl“ nicht nur dann ein „Pfuhl“, wenn man Richtung Bergisches aufbrach, sondern auch wenn die Vogel-Badewanne etwas verdreckter war, jedenfalls bei uns. Und wenn nur noch Kinder oder Schweine darin badeten, nannte man es eine „Suhle“. Den im Prospekt erstgenannten „Pool“ jedenfalls kennt das Deutsche eigentlich als „Planschbecken“ und das zweite wie dritte stille Gewässer als „Schwimmbecken“. Bei Saunen spricht man zudem von „Tauchbecken“ und unter Sprungtürmen finden sich regelmäßig „Sprungbecken“. Alle zusammen können darüber hinaus in einer Badeanstalt vorkommen, zum Beisiel in einem Freibad oder auch in einem Hallenbad. Manchmal gibt es solche Pohle, wenn nicht als private Schwimmbecken auch in einem Kombibad, einem Erlebnisbad, einem Thermalbad oder einer Badelandschaft, je nach Art und Ausrichtung der Schwimmanstalt. Unterschieden werden kann zudem bei den verschiedenen „Pohlen“ nach dem Wasser, welches in die Becken kommt. So befüllt man private wie öffentliche Schwimmeinrichtungen meistens mit Leitungswasser, manchmal stattdessen aber auch mit Meerwasser (in einem „Meerwasserbad“). Wir finden Schwimmgelegenheiten aber auch in Seewasser, Grundwasser, Bachwasser, Flusswasser (Badeteich, Badeweiher, Flusswasserbad), seltener natürlich in Abwasser. In Letzterem badet man hierzulande eher unfreiwillig. Ein Gesundheitsbad befüllt man überdies häufig mit Thermalwasser (so die Reklame), ein Familienbad mit Kinderpipi (so einschlägige Verbraucherschutzsendungen im TV) oder ein Erlebnisbad mit den Blut-Schlieren abgestochener Schauspieler (bekannt aus deutschen Krimis). All das fasst man im Englischen offenbar unter nur einem Wort, nämlich „Pool“ zusammen, womöglich weil die Engländer nicht so sauber sind und deswegen gar nicht unterscheiden müssen.

Was nun lernen wir aus der Betrachtung des Wortes „Pool“? Zeigt sich darin bereits, dass das Deutsche genauer ist? Selbstredend reicht dazu die stille Gewässerkunde nicht aus. Deswegen besah ich mir vor dem Hintergrund der Begriffsvielfalt noch die Computer-Sprache, das Fach-Chinesisch der Volks- und Betriebswirte sowie die Botschaften der Reklamewelt und stelle fest: Dem Deutschen nicht unbekannt, doch in weit größerem Maße bedient man sich im Englischen ebenfalls mit Anleihen aus anderen Sprachen und verengländischt diese. Tatsächlich ist das Englische nämlich gar nicht weit umfangreicher als das Deutsche. Nur ist man in Deutschland (als bewusster Sprachnutzer) auf solche Verhunzungen weit weniger stolz, so etwa das bereits erwähnte „Handy“ oder auch auf das rheinische „Basseng“, welches auf das französische „Bassin“ zurückgeht. Letzteres bedeutet übrigens „Pool“ auf Französisch.

Sind wir also deswegen um unserer Sprache willen „froh“, dass unser Deutsch – nicht mehr – als Sprache der Welt herzuhalten hat. Denn das Englische hat seit dem Krieg als die von allen benutzte „Weltsprache“ an Exaktheit, Prägnanz und damit an Wert eingebüßt. Das neue internationale Verständigungsmittel wird heutzutage aufgerieben zwischen Wissenschaften, Werbe-Fuzzis, Computer-Freaks und Sprach-Hools, die inzwischen jeden Begriff, auch wegen der Begrenztheit des Englischen, verdrehen und diesen in immer neuen Kombinationen verwenden müssen. So jedenfalls wird nach meinem Dafürhalten eine Sprache eher verballhornt und entwertet, als dass diese durch eine ausufernde Begrifflichkeit aufgewertet würde.